Kohfeldt will Corona-Schreck nicht als Ausrede gelten lassen

Zwei hektische Tage liegen hinter dem Werder-Coach und seinem Team. Doch trotz des Corona-Falls ist die Mannschaft laut Kohfeldt gut auf Hoffenheim vorbereitet.

Video vom 24. Oktober 2020
Florian Kohfeldt läuft mit Maske auf das Weserstadion zu und hält mit der rechten Hand das Victory-Zeichen in die Kamera.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Als Florian Kohfeldt am Mittwochabend die Nachricht erreichte, dass Felix Agu positiv auf Corona getestet wurde, war das für ihn schon "ein kleiner Schock", wie der Werder-Coach am Samstag im Mediengespräch erzählte. Es sei eben doch ein Unterschied, in den Nachrichten davon zu hören, darüber zu lesen. Doch "wenn es einen unmittelbar trifft, ist es etwas Anderes", sinnierte Kohfeldt, "und natürlich macht man sich Gedanken und fragt sich: was wäre wenn?"

Die Ungewissheit begann. Für anderthalb Tage begaben sich die Mannschaft und das Betreuerteam in freiwillige, häusliche Quarantäne. Das sei am Mittwochabend der "richtige Schritt" gewesen, betonte Kohfeldt. Man wollte alles ausschließen können. Doch inmitten der Vorbereitung auf das Heimspiel am Sonntagabend um 18 Uhr gegen Hoffenheim, war das für den Werder-Coach natürlich keine entspannte Zeit daheim im Kreise der Familie – im Gegenteil.

Zumindest habe ich an einem Donnerstagmittag mal das Mittagessen gekocht. Das ist bei uns Zuhause nicht üblich. Das war gut.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt am Samstag

Zwischen Bauernfrühstück, Handy und Videokonferenzen

Ein zünftiges Bauernfrühstück zauberte Kohfeldt für seine Familie, danach lief dann der Handyakku heiß und Schluss war mit der Quality-Time. Mit Agu hatte er direkt am Abend zuvor noch als Erstes telefoniert, "das war das wichtigste Gespräch und ich war beruhigt, dass er es scheinbar gut wegsteckt" betonte Kohfeldt. Seither hält er mit dem 20-jährigen Osnabrücker täglich Kontakt. Den Mannschaftsrat hatte Kohfeldt auch abends noch informiert, die übrigen Spieler erfuhren die Nachricht über den Gruppenchat.

Die Besprechungen im Trainerteam liefen am Donnerstag über Videokonferenz, inzwischen auch nichts Neues mehr für Kohfeldt. Und immer wieder hing er am Telefon. "Ein, zwei Handyakkus sind draufgegangen", meinte der Coach, "aber das ist okay."

"Habe Erleichterung bei der Mannschaft gespürt"

Wichtiger war jedoch, dass am Freitag alle Tests negativ zurück kamen. "Ich habe eine Erleichterung bei der Mannschaft gespürt, bei mir ehrlicherweise auch", sagte Kohfeldt. Das Bremer Gesundheitsamt konnte die Infektionskette bei Agu nachverfolgen und feststellen, dass sie nicht aus der Mannschaft kam. "Daran merkt man, dass es jeden treffen kann", betonte Kohfeldt, "Felix war sehr vorsichtig. Aber es zeigt auch, dass unsere Maßnahmen wie Masken tragen und wenig Zeit in der Kabine offenbar helfen und es deshalb nur ein Einzelfall ist."

Unruhige anderthalb Tage liegen hinter Werder, doch Kohfeldt hat den Eindruck, dass die Mannschaft es recht gut weggesteckt hat. Dass die Vorbereitung auf den schwierigen Gegner Hoffenheim trotzdem gereicht hat. "Ich habe schon wieder gute Konzentration im Training erlebt", sagte er. Andere Bundesligisten hätten auch mal einen Trainingstag weniger gehabt, so der Coach, das sei kein Problem. Zumal es Hoffenheim mit drei Ausfällen durch Quarantäne deutlich härter getroffen hätte. Für die Partie am Sonntag werde Corona daher keine Ausrede sein.

Es wird von mir kein Klagen geben und das wird keine Ausrede sein, sollte es am Sonntag nicht so laufen, wie wir uns das wünschen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt am Samstag

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Video vom 23. Oktober 2020
Die Fassade des Weserstadions und dessen Eingangsbereich.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 24. Oktober 2020, 19:30 Uhr