Spielt Werder vor Geisterkulisse?

Ob beim Heimspiel zwischen Werder und Arminia Bielefeld am Samstagnachmittag Fans im Weser-Stadion sein dürfen, ist noch fraglich angesichts der steigenden Fallzahlen.

Video vom 30. September 2020
Blick auf den menschenleeren Vorplatz des Weser-Stadions mit den Absperrgittern für den Zuschauereinlass.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Als Werder am vergangenen Samstagabend auf Schalke antrat, da wurde erst am Samstagmorgen wenige Stunden vor dem Anpfiff von den Behörden in Gelsenkirchen entschieden, dass die Partie ohne Zuschauer stattfinden müsse. Der signifikante Inzidenzwert von 35 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen war überschritten und machte daher das Geisterspiel nötig.

Nun muss Werder selbst ein wenig zittern, ob das Heimspiel am kommenden Samstagnachmittag im Weser-Stadion gegen Arminia Bielefeld vor 8.500 Fans stattfinden darf oder nicht. Die Fallzahlen in Bremen steigen, am Mittwochnachmittag lag der Wert bei 32. Werder hat die Tickets für das Spiel verkauft, bereitet sich mit dem einwöchigen Vorlauf zunächst einmal normal nach Vorgaben des DFL-Hygienekonzepts darauf vor, dass vor Publikum gespielt werden kann.

Wir bereiten uns erstmal auf ein Spiel mit Zuschauern vor und warten auf Signale aus dem Ordnungsamt.

Werder-Pressesprecher Michael Rudolph am Mittwoch

Zählen nur die Bremer Fallzahlen oder auch das Umland?

Werder hofft demnach, dass die Entscheidung der Bremer Behörden zeitlich nicht so knapp gefällt wird wie in der vergangenen Woche auf Schalke. Nach welchen Kriterien genau die Behörden festlegen werden, ob Zuschauer zugelassen werden oder nicht, darüber ist man sich bei Werder Bremen zumindest nicht sicher.

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) ist derweil skeptisch, dass das Spiel am Samstag stattfinden kann. Gegenüber buten un binnen erklärte sie, dass der Inzidenzwert wenig Hoffnung mache.

Die Zeichen sehen nicht sehr positiv aus, aber die endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen.

Claudia Bernhard (Linke), Gesundheitssenatorin

Die Entscheidung werde man bis Donnerstagmittag fällen, so Bernhard. Es wäre unfair, wenn Werder erst kurz vor knapp mit einem Zuschauer-Verbot konfrontiert wäre und dann kurzfristig reagieren müsste.

Die DFL rechnet für die Festlegung des Sieben-Tage-Wertes den Austragungsort des Spiels plus die angrenzenden Landkreise. Sollte die Bremer Behörde das aucht tun, könnte wohl vor Publikum gespielt werden. "Das war noch nicht so dramatisch", erklärt Werder-Pressesprecher Michael Rudolph, "am Montag lag der Wert bei 16,9. Aber natürlich wird eine Bremer Behörde auf die Bremer Zahlen gucken. Wie sie es letztlich entscheiden und wie die Begründung ist, wissen wir am Freitag." Werder will die Fans, die Tickets gekauft haben, zügig am Freitag per Mail informieren, sollte der Wert tatsächlich überschritten sein. Ihr Geld würde dann zurückerstattet, versicherte Rudolph.

Werder-Sprecher: "Wir planen erstmal mit Zuschauern"

Video vom 30. September 2020
Werders Mediendirektor Michael Rudolph beim Interview vor dem Weser-Stadion.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 30. September 2020, 18:06 Uhr