Oh weh, Werder: Das hat sich Lewandowski von Pizarro abgeguckt

Am Samstag sind die Bayern zu Gast in Bremen und Claudio Pizarro hat die besten Zeiten dieser Rivalität erlebt. Nachhilfe brauchen seine Nachfolger aber wohl nicht.

Claudio Pizarro lacht und deutet mit dem ausgestreckten Finger in die Ferne.
Schlitzohr im Ruhestand: Mit 41 Jahren beendete Claudio Pizarro im vergangenen Sommer bei Werder Bremen seine Karriere. Bild: Imago | Jan Huebner

Wenn am Samstag um 15:30 Uhr Werder Bremen und der FC Bayern München zum 110. Mal in der Bundesliga aufeinandertreffen und mit diesem Nord-Süd-Duell im Weser-Stadion einen neuen Rekord markieren, dann wird ein anderer Evergreen auf jeden Fall zuschauen: Claudio Pizarro.

Ganz leicht wird dieses Duell für den 42-jährigen Peruaner natürlich nicht, schließlich schlägt das bremische und das bayuwarische Herz in seiner Brust: 13 Mal spielte er mit Werder gegen die Bayern, 15 Mal für die Münchner gegen die Bremer, so oft wie kein anderer Spieler. Und so wird es wohl wie schon vor dem Hinspiel im vergangenen November sein, wem Pizarro die Daumen drückt: "Beiden ein bisschen."

Am liebsten wieder ein Unentschieden

Insgeheim hofft er auf ein Unentschieden, im Hinspiel erfüllte sich dieser Wunsch etwas überraschend mit 1:1. Damit hatte Werder die Schwarze Serie von ernüchternden 19 Niederlagen in Folge beendet – doch die erfolgsverwöhnten Bayern geben sich ungern mit Unentschieden zufrieden. Schon gar nicht, wenn der Grün-Weiße Erzrivale bereits seit 24 Liga-Spielen nicht mehr gegen sie gewinnen konnte.

Die Bayern haben immer das Selbstverständnis Titel zu gewinnen, jedes Jahr. Das macht den Klub aus. Wenn du als Spieler oder Mannschaft diese Einstellung hast, fällt dir tatsächlich vieles leichter.

Stürmerlegende Claudio Pizarro bei "Bundesliga.de"

Lewandowski trifft und trifft und trifft

Werder-Stürmer Robert Lewandowski schreit die Freude über seine Tor explosiv hinaus.
Mit Torjubel kennt sich Robert Lewandowski bestens aus: Der Bayern-Stürmer steht in dieser Saison bereits bei 31 Treffern in der Bundesliga. Bild: Imago | Insidefoto

Ungemein leicht fällt auch Bayerns unaufhaltsamem Topstürmer Robert Lewandowski derzeit wieder das Toreschießen. 31 Treffer hat der 32 Jahre alte Pole bereits auf dem Konto, 267 sind es insgesamt. Und damit fehlt Lewandowski nur noch ein Tor, um mit Klaus Fischer auf Platz zwei der ewigen Torjägerliste gleichzuziehen. Pizarro rangiert dort auf Platz sechs (197 Tore).

Am liebsten soll Lewandowskis Coup schon gleich in Bremen gelingen, wo Pizarro fünf Mal während seiner beeindruckenden Karriere gespielt hatte. Und den Lewandowski bis heute noch sehr bewundert.

Claudio war stark, er war immer ruhig und auch seine Technik war unglaublich. Er wusste immer genau, was er mit dem Ball machen will – das habe ich mir von ihm abgeschaut.

Bayern-Stürmer Robert Lewandowski bei "Bundesliga.de"

Pizarro hat bei Werder jetzt ein besseres Gefühl

Mit Tricks von ihrem Schlitzohr – das hat Werder wohl gerade noch gefehlt vor diesem schwierigen Duell. Doch Pizarro selbst hat, was die Grün-Weißen angeht, ein deutlich besseres Gefühl, als noch im vergangenen Sommer, als man in der Relegation hauchdünn am Abstieg vorbeigeschrammt ist. Erst vor zwei Wochen hatte der Bremer Publikumsliebling seine ehemaligen Mitspieler beim Training besucht und gesagt: "Ich sehe die Situation viel besser als letztes Jahr bei uns. Sie haben sich stabilisiert, sie können noch besser werden."

Pizarro muss es wissen, schließlich verfolgt er Werder weiterhin an jedem Wochenende: "Ich habe Jungs zu Hause, die große Werder-Fans sind. Wir gucken jedes Spiel." Dabei ist ihm auch nicht entgangen, dass beim jungen Angreifer Joshua Sargent endlich der Knoten geplatzt zu sein scheint. Zuletzt traf der US-Amerikaner jeweils in den vergangenen drei Werder-Spielen.

5:2-Sieg in München: "Das war ein besonderes Spiel"

An Lewandowskis Traumquote muss Sargent noch etwas arbeiten, unmöglich ist jedoch nichts. Das weiß keiner besser als Pizarro. Denn wer hätte im September 2008 schon gedacht, dass Werder den Bayern am Wiesn-Erföffnungswochenende ein 2:5 einschenken würde? Für Pizarro unvergesslich – wohl nicht nur, weil es Werders bisher letzter Sieg gegen die Bayern war.

Es war sehr außergewöhnlich, ein historisches Spiel für Werder. Bremen hat nicht so oft gegen Bayern gewonnen und so hoch schon gar nicht – das war schon ein besonderes Spiel.

Stürmerlegende Claudio Pizarro bei "Fcbayern.com"

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 12. März 2021, 18:06 Uhr