Das Bargfrede-Comeback: erst aussortiert, jetzt Retter?

Plötzlich stand Philipp Bargfrede am Sonntag in Werders Kader gegen Dortmund. Im letzten Sommer wollte man den 32-Jährigen nicht mehr, nun soll er in der Not aushelfen.

Philipp Bargfrede verlässt nach dem Aufwärmen das Spielfeld im Dortmunder Stadion.
Nach 205 Bundesliga-Spielen für Werder Bremen bekam Philipp Bargfrede im Sommer 2020 keinen neuen Vertrag bei den Profis. Bild: Nordphoto / Gumzmedia

Der Blick auf den Aufstellungsbogen hielt am Sonntagnachmittag in Dortmund eine echte Überraschung parat. Es waren nicht die beachtlichen sechs Positionen, auf denen Werder-Coach Florian Kohfeldt gewechselt hatte, sondern ein Name, der auf der Liste der Ersatzspieler auftauchte: Philipp Bargfrede.

Den inzwischen 32-Jährigen robusten, aber leider sehr verletzungsgeplagten Defensivallrounder hatte Werder im vergangenen Sommer eigentlich aussortiert. Für die Profis bekam Bargfrede nach fast 17 Jahren im Verein keinen neuen Vertrag mehr. Kohfeldt nennt ihn "Werder-Legende" und so bekam Bargfrede zumindest als Leitwolf der U23-Mannschaft einen neuen Job.

"Flo, wenn ich helfen kann, dann helfe ich"

Da das Regionalliga-Team während der Pandemie jedoch den Spielbetrieb einstellen musste, holte Kohfeldt Bargfrede in den vergangenen Wochen immer wieder zum Profi-Training dazu. Denn die Personaldecke bei seinen Defensivspielern ist derzeit nicht allzu dick. Nun fällt Abwehrchef Ömer Toprak einige Wochen verletzt aus und so entschied sich der Werder-Coach für die kurzfristige Rückholaktion.

Mit dem Ausfall von Ömer haben wir nur noch einen Spieler im Kader, der sowohl zentral in der Dreierkette spielen kann als auch auf der Sechs. Dementsprechend habe ich 'Bargi' in den letzten Wochen schon bei uns mittrainieren lassen und mit ihm gesprochen. Und er hat gesagt: 'Flo, wenn ich helfen kann, dann helfe ich.'

Werder-Trainer Florian Kohfeldt am Sonntag bei Sky

Der zweite Spieler, von dem Kohfeldt sprach, ist Patrick Erras, der aber in den Planungen schon lange keine Rolle mehr spielt. So könnte der Werder-Coach vielleicht schon am Mittwoch im Schlüsselspiel gegen Mainz lieber auf vertraute Erfahrung setzen mit einem Bargfrede-Comeback. Schließlich ist mit Christian Groß ein weiterer Verteidiger Gelb-gesperrt. "Wir haben das Gefühl, dass uns 'Bargi' in dieser entscheidenden Saisonphase helfen kann", betonte Kohfeldt.

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Video vom 19. April 2021
Werder-Trainer Florian Kohfeldt sitzt vor einer gelben Werbewand bei der Pressekonferenz nach dem Spiel in Dortmund.
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 18. April 2021, 19:30 Uhr