Von wegen Lebemann: Kruse verärgert über Baumanns Aussagen

Bei seiner Vorstellung bei Union Berlin fand Max Kruse kritische Worte für Werder Bremen. Sportchef Baumann hätte ihm unterstellt, es würde ihm an Ehrgeiz mangeln.

Max Kruse steht im roten Shirt mit weitem Abstand von Mikrofonen bei seiner Vorstellung bei Union Berlin.
Ab sofort in rot: Max Kruse spielt in dieser Saison für Bundesligist Union Berlin. Bild: Imago | Matthias Koch

Lässig präsentierte Max Kruse sein neues, rotes Trikot mit der Nummer zehn. Bei der Frage nach seinem Image als Luftikus und Lebemann verging dem prominentesten Transfer des 1. FC Union Berlin aber die gute Laune. In der Vergangenheit war Kruse schon mal mit schnellen Autos oder mit seinem Faible für Pokerspiele nicht immer postiv aufgefallen.

Ich bin nicht hier, um mich um das Nachtleben in Berlin zu kümmern. Ich bin hier, um Fußball zu spielen. Ich habe ein Privatleben. Das hat jeder von uns allen, es wäre schade für den, der es nicht hat. Aber ich habe schon gezeigt, dass ich trotz eines Privatlebens gute Leistung bringen kann. Das habe ich bei Union vor.

Max Kruse bei seiner Vorstellung bei Union Berlin

Gleichzeitig kritisierte der Offensivspieler jüngste Aussagen von Werder Bremens Geschäftsführer Frank Baumann, die suggeriert hatten, dass Kruse nicht nur aus sportlichen Gründen zu Union gewechselt sei, statt nach Bremen zurückzukehren.

Nicht ehrgeizig oder nicht fit genug?

"Ich finde es schade, dass man nach drei Jahren Zusammenarbeit so eine Aussage tätigt", sagte Kruse: "Jeder, der mich kennt, der weiß, wenn ich mich für etwas entscheide, dann zu 100 Prozent." Man konnte in Baumanns Aussagen zumindest hinein interpretieren, dass man bei Werder nach den Gesprächen mit Kruse nicht den Eindruck hatte, der 32-Jährige sei noch ehrgeizig und fit genug, um die Bremer weiterzubringen.

"Für uns waren einige Punkte wichtig, wie die vertraglichen Dinge mit Istanbul oder seine aktuelle Verfassung und vor allem, mit welchem Ehrgeiz er die nächsten Jahre angehen möchte", hatte Baumann am Mittwoch gesagt.

Kruse noch im Rechtsstreit mit Fenerbahce

Bei Union will der ehemalige Nationalspieler als erfahrener Stabilisator zum erneuerten Klassenerhalt beitragen. "Sonst wäre ich nicht hier, wenn ich nicht glauben würde, dass es funktioniert", sagte Kruse.

Nach St. Pauli, Freiburg, Mönchengladbach, Wolfsburg und Bremen ist Union seine sechste Bundesligastation. 250 Spiele und 74 Tore stehen in der sportlichen Statistik. Das Engagement bei Fenerbahce Istanbul endete mit einer Knöchelverletzung im März, die ihn immer noch bremst, und einem Rechtsstreit um ausstehende Gehaltszahlungen.

Kruse nach Werder-Kritik: "Bin nicht für das Berliner Nachtleben hier"

Video vom 7. August 2020
Max Kruse schaut mit ernstem Gesicht bei seiner Vorstellung bei Union Berlin.
Bild: DPA | Annette Riedl

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 7. August 2020, 18:06 Uhr