Infografik

Punchingball statt Patient: Werders Toprak ist jetzt unkaputtbar

Bisher war Ömer Toprak in Bremen mehr verletzt als gesund. Doch seit einigen Wochen ist der Abwehrchef topfit – und steckte gegen Stuttgart so manchen Tiefschlag weg.

Werder-Verteidiger Ömer Toprak bekommt an der Seitenlinie von zwei Betreuern einen Verband an der Schulter angelegt.
Das tat weh: Werders Abwehrchef Ömer Toprak (Mitte) bekam nach einem Zusammenprall einen Schulterverband angelegt. Bild: Imago | Nordphoto

Es ist immer noch ein Reflex bei Florian Kohfeldt und den kann der Werder-Coach auch nicht so einfach abschütteln: Er zuckt jedes Mal zusammen, sobald Ömer Toprak etwas abbekommt. Nach der Verletzungsodyssee, die der 31 Jahre alte Innenverteidiger allein bei Werder hinter sich hat, ist diese Reaktion auch nur allzu verständlich. Schließlich dürfte Topraks Krankenakte inzwischen dicker sein als das New Yorker Telefonbuch.

Und am Sonntagnachmittag in Stuttgart musste Kohfeldt sehr oft zusammenzucken, denn Toprak steckte ähnlich hart ein, wie die Klitschko-Brüder im Boxring. Entscheidend war aber: Toprak ging zwar auf die Bretter, er rappelte sich jedoch immer wieder auf. Angeknockt, aber nicht k. o. gegangen. Er mochte sich wie ein Punchingball gefühlt haben, doch Toprak lieferte einmal mehr eine starke Leistung für die Bremer ab. Der Dauerpatient ist inzwischen offenbar unkaputtbar.

Es sind alle Arme und Beine noch dran. Ich habe bei Ömer keine Verletzung gesehen. Wir haben zwar nur ein paar Tage Zeit zur Erholung, aber auch das kann er durchstehen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Mit Schulterverband geht's weiter

Dabei sah es das ein oder andere Mal gar nicht so gut aus, Toprak musste während der Partie mehrfach behandelt werden. Besonders der heftige Zusammenprall mit Stuttgarts Sasa Kalajdzic in der 47. Spielminute schien Toprak umgehauen zu haben. Die linke Schulter schmerzte, am Spielfeldrand bekam er schließlich einen Verband angelegt – und weiter ging es.

Der Bremer Abwehrchef rettete ein ums andere Mal aus brenzligen Situationen, kassierte Tiefschläge, Checks und Abpraller ohne aufzustecken. Die Klitschkos wären sicherlich stolz auf seine Nehmerqualitäten gewesen. Dass auch er das Eigentor von Ludwig Augustinsson nicht verhindern konnte, ärgerte Toprak mächtig. So war alles Rackern und Einstecken für Werders Punktekonto vergeblich gewesen. Dennoch gab es für Toprak am Ende ein wärmendes Lob, das die Schmerzen vielleicht etwas linderte.

Ömer war top. Er ist der Leader, er hat Präsenz, geht voran – er ist ganz, ganz wichtig für uns.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Fußball-Bundesliga, 4. April 2021, 15:30 Uhr