Klare 0:4-Schlappe – Werder lässt sich von Hoffenheim überrumpeln

Zuletzt hatten die Bremer defensiv besonders stabil gestanden, gegen die TSG agierten die Verteidiger jedoch schlafmützig. So zieht Hoffenheim an Werder vorbei.

Werder-Torwart Jiri Pavlenka hockt nach einem Gegentor konsterniert auf dem Hosenboden.
Drei Mal machtlos: Für Werder-Torwart Jiri Pavlenka war es ein frustrierender Abend in Sinsheim. Bild: Nordphoto / Gumzmedia

Das war nix am Sonntagabend in Sinsheim – zumindest aus Sicht von Werder Bremen. Die Elf von Trainer Florian Kohfeldt hatte in den vergangenen Spielen in der Abwehr eine neue Stabilität kultiviert, davon war gegen Hoffenheim allerdings nichts zu sehen.

Werder kassierte die erste Niederlage der Rückrunde. Durch den klaren 4:0-Sieg der Hoffenheimer tauschen sie in der Tabelle mit den Bremern die Plätze, die sich nun mit Rang zwölf begnügen müssen – Werder ist jetzt wieder mittendrin im Abstiegskampf.

Hoffenheim von Beginn an gefährlich

Hoffenheimer Spieler jubeln gemeinsam über einen Treffer, während Werder-Spieler drumherum stehen.
Hoffenheim (Mitte) spielte gegen Werder Bremen sehr souverän – obwohl Trainer Sebastian Hoeneß auf 13 Spieler verzichten musste. Bild: Nordphoto / Gumzmedia

Ihlas Bebou (26.), Christoph Baumgartner (44.), Munas Dabbur (49.) und Georginio Rutter (90.) trafen für Hoffenheim, das mit 26 Zählern einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machte. Anders sieht es bei Werder aus. Die Bremer liegen nur fünf Punkte vor Arminia Bielefeld und dem Relegationsplatz, haben allerdings noch das Nachholspiel bei den Ostwestfalen in der Hinterhand.

Beim Geisterspiel in Sinsheim wurde die Anfangsphase von intensiv geführten Mittelfeld-Zweikämpfen bestimmt. Dabei behielten zumeist die Defensivreihen die Oberhand, gefährlich wurde es in den ersten zehn Minuten vor keinem der beiden Tore. Die Gastgeber, bei denen auch der angeschlagene kroatische Vize-Weltmeister Andrej Kramaric nicht von Anfang an auflaufen konnte, verbuchten durch Baumgartner die erste kleine Chance (12.).

Werder vorne harmlos, hinten schläfrig

Die Bremer hatten in der Offensive bis Mitte der ersten Hälfte nur ein paar gute Ansätze zu bieten. Im gegnerischen Strafraum war die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt, der vor dem Anpfiff den Spekulationen über einen Weggang zu Borussia Mönchengladbach erneut widersprach, zu harmlos.

Die Gäste, die ohne Ludwig Augustinsson auskommen mussten, konzentrierten sich auf die Defensive. Kohfeldt monierte bei Ballbesitz lautstark "zu wenig Bewegung" und forderte von seinen Spielern mehr Kreativität.

Werder ließ sich auskontern

Werder-Verteidiger Marco Friedl steht genervt mit ausgebreiteten Armen im eigenen Strafraum, seine Abwehrkollegen um ihn herum sind ebenfalls frustriert.
Viel Frust bei Werders Defensive: Besonders Marco Friedl (2. von rechts) sah bei den Gegentreffern nicht gut aus. Bild: Nordphoto / Gumzmedia

Den Fehler machten die Bremer allerdings in der Defensive, als sie Bebou ohne Erfolg ins Abseits stellen wollten – Abwehrchef Ömer Toprak hob es auf. Bebou ließ sich nach Vorarbeit von Diadie Samassekou die Chance nicht entgehen. Kurz vor der Pause legte Baumgartner nach – und offenbarte dabei erneut eklatante Bremer Abwehrschwächen.

Die Führung für die aktiveren Hoffenheimer, die am Donnerstag gegen den viermaligen norwegischen Meister Molde FK das Achtelfinale in der Europa League erreichen wollen (Hinspiel 3:3), ging zur Pause in Ordnung.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs übernahm Werder die Initiative – und wurde ausgekontert. Dabbur traf nach Vorarbeit von Bebou. Nach dem erneuten Nackenschlag kämpften die Bremer wacker weiter, etwas Zählbares kam dabei aber auch nach 75 Minuten nicht heraus. Hoffenheim war sogar dem vierten Tor nahe.

Werder-Sportchef Baumann nach 0:4-Klatsche: "Der Druck wird größer"

Video vom 22. Februar 2021
Frank Baumann vor einer Werbewand während einer Videokonferenz mit Journalisten.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Fußball-Bundesliga, 21. Februar 2021, 18 Uhr