Kohfeldts Werder-Frust: Slapstick-Tore und Kopf verloren

Dass ein Spiel 90 Minuten dauert, musste der Werder-Coach in Dortmund mehr als schmerzlich erleben. Seine Elf verspielte einen vielversprechenden Auftakt und brach ein.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt gestikuliert verärgert am Spielfeldrand.
Konnte es nicht fassen, wie seine Mannschaft den guten Auftakt verspielte: Werder-Coach Florian Kohfeldt. Bild: Nordphoto / Gumzmedia

Florian Kohfeldt hatte sich die Hände vors Gesicht geschlagen, gleich mehrfach war der Werder-Coach tief frustriert auf die Trainerbank gesunken und hatte die Augen flehend himmelwärts geschlagen. Doch auch vom Fußballgott war am Sonntagnachmittag in Dortmund keinerlei Hilfe zu erwarten gewesen.

Dass ein Spiel 90 und nicht 75 Minuten dauert, daran musste Kohfeldt seine Spieler nach der 1:4-Schlappe mal wieder erinnern. Denn es lief wie so oft bei den Bremern: Die guten Phasen wurden einfach nicht bis zum Ende durchgehalten.

Rashicas Traumtor reicht nicht

Werder-Trainer Florian Kohfeldt legt am Spielfeldrand frustriert den Kopf zur Seite.
Die Leiden des Florian K.: Der Werder-Trainer wurde in Dortmund von seiner Elf nicht geschont. Bild: Nordphoto / Gumzmedia

"Wir haben das Spiel innerhalb von 25 Minuten verloren. Das darf uns nicht passieren", meinte Verteidiger Marco Friedl in der ARD einsichtig. Doch das kam zu spät. Dabei hatte Werder gut gegen den Tabellenfünften begonnen und setzte mutige Konter.

Einer klappte, als Maximilian Eggestein aus der eigenen Hälfte einen langen Pass perfekt in den Lauf von Milot Rashica schlug, der über rechts vorpreschte – quer zog der Kosovare aufs Dortmunder Tor und ließ Keeper Marwin Hitz unglücklich aussehen. 1:0 nach 14 Minuten, damit hatte man kaum gerechnet. Und Kohfeldt sah an der Seitenlinie noch mehr als zufrieden aus.

"Ein ganz dummer Elfmeter"

Werder-Trainer Florian Kohfeldt sitzt frustriert auf der Trainerbank und gestikuliert.
Auch im Sitzen auf der Trainerbank wird nicht besser, was sich Florian Kohfeldt (rechts) in Dortmund anschauen muss. Bild: Nordphoto / Gumzmedia

Das änderte sich dann ab der 29. Minute, als Dortmunds Giovanni Reyna einen furiosen Distanzschuss mit Vollspann unter die Latte knallte.

"Bis zum 1:1 war es ein sehr gutes Spiel von uns", sagte Kohfeldt bei Sky. Doch dann hörte seine Mannschaft auf, so aggressiv zu spielen, wie in der Anfangsphase.

Die Phase bis zur Halbzeit geht so nicht. Das muss man so sagen. Da haben wir den Kopf verloren. Ein Tor legen wir selber auf, verursachen einen ganz dummen Elfmeter, den wir so nie kassieren dürfen. Diese Phase hat uns das Spiel gekostet.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt bei Sky

Den Elfmeter in der 34. Minute hatte Kevin Möhwald durch ein ungeschicktes Foul an Marco Reus verursacht. Und Dortmunds Stürmer-Star Erling Haaland nutzte die Chance nur allzu gerne, um seine Ladehemmung mit einem Wuchtschuss wieder abzuschütteln. 2:1, der BVB hatte die Partie gedreht und Werder wirkte immer verunsicherter.

Slapstick-Tore zur Krönung

Eigentlich lief Werder in der 38. Minute dann gerade einen schnellen Konter an, als Friedl den Ball verlor und die Bremer beim Gegenschlag der Dortmunder nicht nachkamen. Reyna passte schließlich in die Strafraummitte, der Ball flipperte zwischen diversen Werder-Beine umher, bis ihn der unglückliche Möhwald direkt vor Haalands Füße legte. 3:1, so geht "danke" auf Norwegisch.

Zwei Gegentore sind Slapstick, der Elfmeter ist vollkommen unnötig und das erste Gegentor von Reyna ist auch ein Fehler von uns, den er dann traumhaft verwandelt.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt bei Sky

Und irgendwie passte es dann zum Spielverlauf, dass Theodor Gebre Selassie noch ein Eigentor über die Linie stolperte. Gut für Werders Routinier, dass am Ende der Treffer doch für Mats Hummels gewertet wurde. Besser machte es das schale Gefühl bei den Bremern nach dem Abpfiff auch nicht. "Ich bin insgesamt sehr unzufrieden", monierte Kohfeldt, der mit seinem Team nun die fünfte Niederlage in Folge kassiert hatte. Umso größer ist nun der Druck auf dem Spiel am Mittwochabend gegen Mainz.

Kohfeldt zur BVB-Pleite: "Haben in 16 Minuten alles weggeschenkt"

Video vom 19. April 2021
Werder-Trainer Florian Kohfeldt sitzt vor einer gelben Werbewand bei der Pressekonferenz nach dem Spiel in Dortmund.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 18. April 2021, 19:30 Uhr