Frostige Aussichten, aber beste Laune: Werder ist auf dem Sprung

Ein Schneechaos droht Werder am Sonntag in Bielefeld, doch die Elf von Florian Kohfeldt könnte dort auch einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen.

Werder-Spieler Milot Rashica hält kess lächelnd einen Schneeball in den Händen.
Schnee oder kein Schnee – die Stimmung vor dem Spiel in Bielefeld ist bei Werder als Tabellenelfter bestens. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Florian Kohfeldt wirkte zufrieden. Bestens gelaunt gab sich der Trainer von Werder Bremen am Freitag vor dem Duell bei Arminia Bielefeld – nicht ohne Grund. Mittelfeldplatz in der Bundesliga-Tabelle, Pokal-Viertelfinale erreicht und nun steht fast der komplette Kader zur Verfügung.

Nach der vergangenen Horror-Saison sind es derzeit paradiesische Zustände für Kohfeldt. "Ich kann mich nicht erinnern, wann es das hier zuletzt gab", sagte der 38-Jährige mit einem leichten Schmunzeln.

Hinter Füllkrug steht ein Fragezeichen

Die personelle Situation hat sich vor dem wichtigen Aufeinandertreffen beim Aufsteiger am Sonntag um 18 Uhr sichtbar entspannt. Davie Selke und Christian Groß kehren wieder zurück. Die im Pokal geschonten Ömer Toprak und Leonardo Bittencourt sind ebenfalls einsatzbereit. Und auch Torjäger Niclas Füllkrug steht deutlich früher als geplant vor der Rückkehr in den Kader.

Bei Niclas gibt es noch ein kleines Fragezeichen. Wir werden nach dem Abschlusstraining entscheiden, ob wir ihn mitnehmen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt am Freitag über Füllkrug

Vorentscheidung im Abstiegskampf?

Werder-Stürmer Niclas Füllkrug mit gesenktem Kopf und Dutt-Frisur beim Training.
Ob Werder-Stürmer Niclas Füllkrug gegen Arminia Bielfeld im Kader stehen kann nach Problemen am Sprunggelenk, war am Freitag noch nicht klar. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Auch wenn Füllkrug wegen Verletzungen bislang nur acht Ligaspiele absolvierte, ist er mit vier Treffern der torgefährlichste Angreifer bei den Hanseaten. Daher würde ihn Kohfeldt trotz Trainingsrückstands auch für "15 bis 20 Minuten" in Bielefeld einsetzen wollen. "Wir wissen, dass er immer schnell zurückkehrt. Den entscheidenden Kopfball verlernt er nicht", erklärte der Bremer Coach. "Es ist gut, ihn in der Hinterhand zu haben. Er hilft uns sofort."

Doch auch ohne Füllkrug hat sich Werder zuletzt aus der Abstiegsregion abgesetzt. Fünf Punkte beträgt derzeit der Vorsprung auf Gegner Bielefeld, der auf dem Relegationsplatz 16 steht. Von einer möglichen Vorentscheidung im Abstiegskampf bei einem Dreier auf der Alm will Kohfeldt dennoch nichts wissen – im Gegenteil.

Ich stelle mich nicht in die Kabine und sage: 'Männer, noch 18 Punkte und wir habe es geschafft.' Es geht nur um Bielefeld und mit Sicherheit nicht über das Spiel hinaus. Es bringt nichts, zu überlegen, was wäre wenn.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt am Freitag

Fakt ist aber, dass die Abwehr der Bremer mit 27 Gegentoren deutlich gefestigter wirkt. Die große Schwäche der vergangenen Fast-Abstiegssaison hat Werder zumindest derzeit im Griff. Nur fünf Klubs haben eine bessere Bilanz. Daran hat vor allem Abwehrchef Toprak einen großen Anteil. Nach zuvor zahlreichen Verletzungen in der Vergangenheit ist er in den vergangenen Wochen zum Rückhalt geworden. "Er ist derjenige, an dem sich viele momentan aufrichten", erklärte Kohfeldt. "Es ist wichtig, dass er im Rhythmus bleibt. Es wäre das erste Mal, seit er bei Werder ist."

Frostige Wetteraussichten für Werder in Bielefeld

Video vom 5. Februar 2021
Die Werder-Spieler Ludwig Augustinsson, Yuya Osako und Milot Rashica im Schneetreiben auf dem Weg zum Trainingsplatz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 5. Februar 2021, 18:06 Uhr