5 fidele Fakten zu Werders Herkulesaufgabe gegen die Bayern

Wenn man keine Chancen hat, hat man nichts zu verlieren: Doch so schlecht stehen die Vorzeichen für Werder heute Nachmittag gegen die Bayern gar nicht.

Leonardo Bittencourt und Niklas Moisander klatschen sich beim Training lachend ab.
Werder Bremen hat zwar die letzten 19 Bundesliga-Spiele gegen die Bayern verloren - doch andere Statistiken sollten den Grün-Weißen Mut machen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

1 Werder-Serie ohne Niederlage

Werder Bremen hat keines der letzten sechs Bundesliga-Spiele verloren. Erst gab es zwei Siege, zuletzt dann vier Unentschieden. Nur Bayer Leverkusen und der VfL Wolfsburg sind aktuell noch länger ungeschlagen als die Bremer. Das ist für die Norddeutschen die beste Serie seit über eineinhalb Jahren (Frühjahr 2019: zwölf ungeschlagene Spiele in Serie).

Werder hatte in den letzten acht Jahren nach jeweils sieben Spieltagen nur einmal eine bessere Bilanz als jetzt (zehn Punkte). Der SVW verlor genauso selten wie die Bayern oder Leipzig (je einmal) und seltener als Dortmund ( zwei Mal).

2 Im November ist die Bayern-Bilanz schwach

Im Normalfall hat Werder Bremen keine Chance, aber wenn eine Mini-Möglichkeit besteht, dann im November – in diesem Monat ist der FC Bayern nur eine Allerweltmannschaft. Der Rekordmeister hat nur drei seiner letzten neun Bundesliga-Spiele im November gewonnen (zwei Unentschieden, vier Niederlagen). Letztes Jahr wurde im November sogar der Trainer gewechselt – das allerdings wird jetzt definitiv nicht passieren.

3 Hält Werder hinten plötzlich dicht?

Werder Bremen war in den letzten Jahren bekannt für seine defensive Anfälligkeit, vergangene Saison waren es 69 Gegentore (nur Paderborn mehr). In sechs der letzten acht Spielzeiten kassierten die Norddeutschen zwischen 64 und 69 Gegentreffer (insgesamt 493 Gegentore seit Sommer 2012, die meisten). Und auch in dieser Saison ging es mit dem 1:4 gegen Hertha BSC richtig schlecht los, aber es wurde besser: In den letzten sechs Partien wurde Jiri Pavlenka nur noch fünf Mal bezwungen. Insgesamt kassierten die Grün-Weißen in dieser Saison weniger Gegentore (neun) als der FC Bayern (elf). Nun wird die defensive Stabilität aber auf die ultimative Probe gestellt, zuletzt bekam Werder von den Bayern regelmäßig die Hütte voll.

4 Bayern defensiv anfällig wie unter Klinsmann

Der FC Bayern hat nach sieben Spieltagen bereits 27 Tore auf dem Konto. Damit wurde der Bundesliga-Rekord von Borussia Mönchengladbach aus der Saison 1973/74 eingestellt. Hochgerechnet auf die ganze Saison wären das 131 Saisontore für den Rekordmeister. So gut Bayern im Spiel nach vorne ist, so ungewohnt anfällig war der Tabellenführer zuletzt in der Defensive: Elf Gegentore nach sieben Spieltagen hatte Bayern zuletzt 2008/09 unter Jürgen Klinsmann kassiert (damals 13). Gleich acht Mannschaften in der Bundesliga wurden seltener bezwungen.

5 Jubiläum für Kohfeldt – 100. Bundesliga-Spiel

Auch für Florian Kohfeldt steht ein Jubiläum an: Der 38-Jährige ist etwas länger als drei Jahre im Amt, steht nun vor seinem 100. Bundesliga-Spiel mit Werder Bremen (bisher 34 Siege, 29 Unentschieden, 36 Niederlagen). Unter den aktuellen Bundesliga-Trainern ist nur Christian Streich länger im Amt, bei Werder erlebten nur Otto Rehhagel, Thomas Schaaf und Sepp Piontek mehr Bundesliga-Spiele als Coach.

Werder vor der Mammut-Aufgabe gegen die Bayern

Video vom 20. November 2020
Eine Gruppe Werder-Spieler um Trainer Florian Kohfeldt betreten den Trainingsplatz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 21. November 2020, 19 Uhr