Von der Quarantäne zum Bundesliga-Debüt: Agu darf endlich mitmischen

Seine Einwechslung gegen die Bayern kam spontan, doch Felix Agu machte seine Sache auf Anhieb erstaunlich gut. Und das nach seiner "harten Zeit" in Corona-Isolation.

Felix Agu in Großaufnahme im Kreis seiner Mitspieler auf dem Weg zum Trainingsplatz.
Werder-Verteidiger Felix Agu musste fast drei Wochen in Corona-Quarantäne verbringen. Bild: Imago | Nordphoto

Und dann ging alles plötzlich ganz schnell. Innerhalb von fünf Minuten hatte sich Florian Kohfeldt an der Seitenlinie entschieden – Felix Agu sollte reinkommen, gut eine Stunde war da in München gespielt und es stand 1:1.

Gerade einmal eine Woche hatte der 21-Jährige seit seiner Covid-Quarantäne wieder trainiert und wurde plötzlich ins kalte Wasser geschubst zu seinem ersten Bundesliga-Spiel. "Ich habe erst gar nicht verstanden, dass ich zur Einwechselung gerufen wurde", erzählte Agu, "da hatte ich keine Zeit, um nervös zu sein." Doch Kohfeldt hatte sich seine spontane Eingebung wohl überlegt.

Kein Trainer der Welt kann vor dem Spiel eine Einwechslung komplett planen. Was mir aber natürlich klar war: Felix bringt viele Eigenschaften mit für dieses Spiel, wie zum Beispiel Geschwindigkeit und Unbekümmertheit.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt nach dem Spiel in München

Corona-Erkrankung bremst geplantes Debüt aus

Felix Agu bei seinem Bundesliga-Debüt im Zweikampf mit David Alaba.
Hing sich sofort rein: Werder-Verteidiger Felix Agu (rechts) im Zweikampf mit Bayerns David Alaba. Bild: Nordphoto/Straubmeier/Pool/via Gumzmedia

Und dass Agu diese Unbekümmertheit tatsächlich zeigen konnte, war schon erstaunlich, angesichts der fast drei Wochen in Isolation, die er selbst als "harte Zeit" beschreibt. Für den Außenverteidiger, der im Sommer ablösefrei von Zweitligist VfL Osnabrück zu Werder gewechselt war, sollte es eigentlich gerade richtig losgehen mit dem Abenteuer Bundesliga. Gegen Hoffenheim hätte Agu Ende Oktober eigentlich sein Debüt geben sollen, doch dann bremste ihn der positive Corona-Test aus.

Ein paar milde Symptome habe er gehabt wie Fieber, Kopfschmerzen, Husten und Schnupfen, sagt Agu. Doch mit dem Eingesperrtsein, den fehlenden direkten Kontakten, war für ihn nicht leicht umzugehen. Als nach zwei Wochen Quarantäne der Test immer noch positiv ausfiel, war es ein harter Schlag für Agu. "Die letzte Woche war für mich am schwersten", sagte er.

Viel Lob von Trainer Kohfeldt

Doch die Freiheit hat ihn wieder und sein erster Auftritt auf der Bundesliga-Bühne wird für Agu nicht der letzte gewesen sein. Trainer Kohfeldt war voll des Lobes für den 30-Minuten-Einsatz.

Ich habe mich gefreut für Felix und war sehr zufrieden mit ihm. Er war defensiv sehr mutig und stabil. Er hat einen sehr guten Pass gespielt, sich natürlich auch ein, zwei Mal festgerannt. Aber Felix ist ein Spieler, den wir langsam aber stetig dahin entwickeln wollen, dass er stabil in der Bundesliga spielen kann.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt nach dem Spiel in München

Agu ist einer jener jungen Spieler, die Kohfeldt aufbauen will, und er sieht viel Potenzial in ihm. "Er hat da ein paar Waffen, die sind außergewöhnlich", schwärmte Kohfeldt und meinte dabei besonders dessen Geschwindigkeit und Vielseitigkeit. Agu kann auf beiden Außenverteidiger-Positionen spielen und ist damit Konkurrent und Ersatzmann für Ludwig Augustinsson und Theodor Gebre Selassie. Sein Kurz-Debüt war vielversprechend und Agu war froh, dass er endlich mitmischen durfte. "Ich lag abends noch etwas länger wach", gab er zu.

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 22. November 2020, 19:45 Uhr