So starten Werders Konkurrenten in das Abstiegsfinale der Bundesliga

Zwei Spieltage sind bis zum Saisonende noch zu absolvieren. Ein Team im Keller hat den Klassenerhalt schon fast sicher, andere müssen wie die Bremer noch zittern.

Florian Kohfeldt und Tim Borowski stehen auf dem Trainingsplatz und lesen jeweils etwas von einem Zettel ab.
Bei Werder werden auch Coach Florian Kohfeldt und Co-Trainer Tim Borowski das Programm der Konkurrenz im Abstiegskampf fest im Blick haben. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Für Werder geht es an den letzten beiden Spieltagen um alles. Der direkte Klassenerhalt, die Relegation oder der Abstieg als Tabellensiebzehnter – jede diese Varianten ist noch möglich. Die Bremer haben es dabei selbst in der Hand. Aktuell liegen sie mit 31 Punkten und einer Tordifferenz von -17 auf dem 15. Tabellenplatz. Das Restprogramm hat es mit dem direkten Duell beim FC Augsburg (Samstag, 15:30 Uhr) und dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (23. Mai, 15:30 Uhr) aber in sich. Die meisten Kontrahenten haben da leichtere Aufgaben vor sich – und ein Team hat den Klassenerhalt schon fast im Sack.

Platz 12: Mainz 05, 36 Punkte, Tordifferenz -16

Die Mainzer müssen trotz des schweren Restprogramms mit Spielen gegen Borussia Dortmund und beim VfL Wolfsburg nicht mehr viel befürchten. Zum einen, weil sie mit Abstand das stabilste Team im Keller sind. Seit Ende Februar haben sie kein Spiel mehr verloren. Zum anderen haben sie die komfortabelste Ausgangslage und liegen bereits fünf Punkte vor dem Relegationsrang.

Mainzer Spieler bejubeln ein Tor.
Die Mainzer haben dank ihrer tollen Aufholjagd den Klassenerhalt schon fast sicher. Bild: Imago | Hartenfelser

Direkt absteigen als Siebzehnter können die Mainzer ohnehin schon nicht mehr. "Die Geschichte von Mainz zeigt, dass man sich auf nichts verlassen soll", warnt Trainer Bo Svensson dennoch. Die Aufholjagd ist umso bemerkenswerter, da sich die Rheinhessen an Weihnachten noch auf Augenhöhe mit den inzwischen abgeschlagenen Schalkern befanden.

Platz 13: FC Augsburg, 33 Punkte, Tordifferenz -17

Der Augsburger Trend führt derzeit geradewegs in die 2. Liga. Nur ein Sieg in zuletzt sieben Partien inklusive zwei peinlicher Pleiten gegen Schalke und den 1. FC Köln sprechen gegen die Rettung. Hoffnung macht aber ein neuer Schwung durch Trainer-Rückkehrer Markus Weinzierl. Dieser verlor zwar sein Debüt gegen den VfB Stuttgart (1:2), doch das zurückgekehrte mutige Auftreten des Teams soll für ein Happy End reichen. Mit einem Sieg gegen Werder hätten die Augsburger den Klassenerhalt sicher.

Platz 14: Hertha BSC, 31 Punkte, Tordifferenz -11

Nach dem verheißungsvollen Wiederbeginn nach der Corona-Quarantäne mit dem 1:1 in Mainz und dem klaren 3:0-Sieg gegen den SC Freiburg dämpfte das 0:0 gegen Arminia Bielefeld am Sonntag die Stimmung. Im direkten Duell mit der Arminia hatten die Berliner sich mehr erhofft.

Berlins Klünter, Stark und Schwolow verteidigen gegen Bielefeld Klos.
Die Berliner um Lukas Klünter, Niklas Stark und Alexander Schwolow (von links) kamen gegen Bielefeld nicht über ein 0:0 hinaus. Bild: Imago | Matthias Koch

Die Fitness und die mentale Frische will Trainer Pal Dardai jetzt unbedingt hochhalten. Die Ausfälle von Maximilian Mittelstädt und Matheus Cunha verschärfen die Lage an der Spree jedoch. Die letzte von drei Nachholpartien am Mittwoch auf Schalke soll dennoch die Weichen für den Bundesliga-Verbleib stellen. Für Dardai ist es das "Jokerspiel". Mit einem weiteren Sieg gegen Köln am Sonntag wären die Berliner dann schon gerettet.

Platz 16: Arminia Bielefeld, 31 Punkte, Tordifferenz -28

Die Bielefelder liegen lediglich aufgrund der schlechteren Tordifferenz noch hinter Werder. Seit Wochen sammelt die Arminia unter ihrem neuen Trainer Frank Kramer stabil Punkte. Nur beim 0:5 gegen Mönchengladbach ging sie einmal kräftig unter.

Das Restprogramm gegen die TSG Hoffenheim und Stuttgart ist vergleichsweise dankbar, sodass das Erreichen des Relegationsplatzes realistisch zu sein scheint. Für den Klub mit dem wohl kleinsten Etat aller Bundesligisten spricht, dass der Klassenerhalt als ein großer Erfolg angesehen würde und nicht nur als die Rettung vor dem Absturz. Das Hauptproblem der Arminia ist aber der Mangel an Offensivpower. In die vergangenen vier Spielen gab es nur einen eigenen Treffer und insgesamt bisher nur 23 Tore in der ganzen Saison.

Platz 17: 1. FC Köln, 29 Punkte, -27

Die Kölner besitzen als Vorletzter die schlechteste Ausgangsposition. Durch das 1:4 gegen Freiburg am Sonntag ist zudem die Euphorie aus den beiden Siegen gegen RB Leipzig (2:1) und Augsburg (3:2) heftig gestoppt worden. 

Jonas Hector schaut nachdenklich nach einer Niederlage der Kölner.
Die Kölner um Kapitän Jonas Hector besitzen aktuell die schlechte Ausgangsposition. Allerdings dürfen sie am letzten Spieltag noch gegen die bereits abgestiegenen Schalker spielen. Bild: Imago | Beautiful Sports / Steffie Winderl

Das Restprogramm mit dem Auswärtsspiel beim Rivalen Hertha BSC und dem Heimspiel gegen die Schalker scheint aber durchaus lösbar zu sein. Allerdings sind die Kölner mit nur zwei Siegen im eigenen Stadion in dieser Saison extrem heimschwach. Zudem haben sie fast schon chronische Probleme im Sturm, da sich Sebastian Andersson als einziger gelernter Angreifer mit Potenzial für die Startelf weiterhin mit Knieproblemen rumschlägt.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportlbitz, 9. Mai 2021, 19:30 Uhr