Fragen & Antworten

Warum der Marathon in Bremerhaven trotz Corona stattfinden kann

Den Bremer Marathon zwang die Pandemie in Knie, in Bremerhaven startet der Lauf trotz Corona. Für Läufer und Zuschauer wird jedoch vieles ungewohnt.

Video vom 28. August 2020
Mehrere Rot-Weiße Hütchen stehen auf einem Platz und regeln den Abstand.
Bild: Radio Bremen

Es geht wieder los: Sonntag fällt um 9:30 Uhr der erste Startschuss für die Läufer in Bremerhaven. Vieles wird beim diesjährigen Marathon aufgrund von Corona allerdings anders sein – Läufer müssen zum Beispiel auf Duschen verzichten, Zuschauer auf Rahmenprogramm. Es ist der Preis dafür, dass die Veranstaltung nach der Absage des Bremer Marathons überhaupt stattfinden darf.

Warum kann der Marathon in Bremerhaven stattfinden?
Der City Marathon in Bremerhaven spielt in einer anderen Liga als in Bremen: Weniger Läufer, weniger Zuschauer. Zudem wurde ein ganz spezielles Konzept mit Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen für die Veranstaltung entwickelt. Teilnehmen kann diesmal nur, wer sich rechtzeitig angemeldet hat. Darauf hat der Veranstalter Carsten Decker nochmal hingewiesen: "Anmeldeschluss war am Sonntag. Es werden auch keine Nachmeldungen mehr angenommen, das ist mit dem Gesundheitsamt verabredet." 914 Teilnehmer seien es, erfahrungsgemäß kämen jedoch etwa zehn Prozent nicht. Blieben etwa 800 Läufer, die in Bremerhaven an den Start gehen. Zuletzt sei die Nachfrage nochmal gestiegen, doch es sei nichts mehr zu machen gewesen. Die Daten aller Läufer müssten später nachverfolgbar sein und sie müssten auch rechtzeitig über die Auflagen sowie ihre genauen Startzeiten und -positionen informiert werden. Beim Bremer Lauf im Oktober wäre die Entwicklung der Pandemie unabsehbar gewesen, diese mangelnde Planungssicherheit habe sicher eine Rolle gespielt, glaubt Decker.

Hier verläuft der Bremerhaven Marathon

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Welche Bedingungen und Regeln gibt es?
Beim Start müssen die Läufer Masken tragen, auf der Strecke gibt es keine Maskenpflicht. Außerdem wird laut Veranstalter viel Wert auf ausreichend Abstand gelegt. Die Schnellen starten vorne, damit es kein Auflaufen gibt. Decker vertraut da auch auf das Gesundheitsbewusstsein der Läufer. Das Hygienekonzept ist zudem umfangreich und mit dem Gesundheitsamt und anderen Ämtern abgestimmt. Getränke werden an Versorgungsstationen nur bereitgestellt, aber nicht angereicht. Über 100 Ordner und Helfer sind im Einsatz, Duschen, Umkleiden oder Massagen fallen weg. Generell findet nichts in geschlossenen Räumen statt. So sollen persönliche Kontakte möglichst vermieden werden. Auch für die Zuschauer gibt es Regeln: Der Start- und Zielbereich ist abgesperrt – da kommen also nur Läufer und Veranstalter hin. An der Strecke ist Grüppchenbildung nicht erwünscht. Spazierengehen entlang der Strecke geht, und natürlich auch anfeuern.
Was ist sonst noch anders als in den Vorjahren?
Das bunte Rahmenprogramm drum herum findet nicht statt. Es gibt keine Kinderläufe und keine Essensstände – alles läuft kleiner und ruhiger ab. Es wird auch keine Siegerehrung geben, Medaillen werden den Läufern nicht umgehängt, sondern in den Verpflegungsbeuteln nach dem Lauf übergeben. Urkunden können sich die Läufer selbst ausdrucken. Der Fokus liegt auf dem Lauf an sich. Für die Zuschauer hat Carsten Decker aber dennoch einen kleinen Tipp, wo das Ganze am besten zu verfolgen ist: "Ich empfehle sich an den Deich zu setzen, da kommen alle mehrfach vorbei. Es gibt viele Möglichkeiten aufgrund der Dichte der Strecke, die sich auf sehr engem Bereich bewegt."
Wie beeinträchtigt der Marathon den Verkehr?
Laut Veranstalter Carsten Decker ist das unproblematisch, weil viel in den Hafenwelten gelaufen wird, wo ohnehin wenig Verkehr ist. Zwar sei eine ganze Reihe von Straßen gesperrt, sagt ein Polizeisprecher, die Auswirkungen seien aber gut zu bewältigen, das wisse man aus den vergangenen Jahren. Zwischen 7 Uhr und 16 Uhr ist die Kennedy-Brücke nur für den ÖPNV frei. In der Zeit sind außerdem folgende Straßen gesperrt: Deichstraße ab Keilstraße, Richtung Süden, Alte Geestebrücke, An der Geeste, Wilhelmshavener Straße, H.-H.-Meier-Straße, zwischen Hotel Sail City und Sportbootschleuse. In diesen Bereichen kann es laut Polizei zu Verkehrsbehinderungen kommen, Verkehrsteilnehmer werden gebeten, das Gebiet zu umfahren.

Darum wurden die Sixdays und der Marathon abgesagt

Video vom 19. August 2020
Läuferinnen und Läufer beim 15. Bremen-Marathon
Bild: Oliver Soller

Autor

  • Joschka Schmitt Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 28. August 2020, 18:06 Uhr