Trotz Bayern-Haue freut sich Bremer SV über "tolles Pokal-Erlebnis"

Bremer SV kassiert 0:12 gegen Bayern – die Zusammenfassung im Video

Video vom 26. August 2021
BSV-Keeper Malte Seemann lächelt bei seiner Auswechslung.
Bild: Nordphoto/gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Nordphoto/gumzmedia | Andreas Gumz

Zwölf Tore kassiert, keines geschossen – gegen den Rekordmeister aus München waren die Bremer chancenlos. Dennoch nimmt der Fünftligist viel Positives aus der Pokal-Partie mit.

Ganze achtmal hatte Malte Seemann, Torhüter des Bremer SV, hinter sich greifen müssen, als er im DFB-Pokal-Spiel gegen den FC Bayern München von Applaus begleitet ausgewechselt wurde. Trotzdem lächelte der 27-Jährige, während er den Platz verließ, um mit Ersatzkeeper Ole Bahr abzuklatschen, der für die letzten 20 Minuten gegen den Rekordmeister zum Einsatz kam. Denn trotz der vielen Gegentore, die er kassiert hatte, bewertete Seemann die 0:12-Klatsche als "tolles Erlebnis", wie er im Gespräch mit "Sport1" betonte.

Es hat richtig Spaß gemacht, davon kann man seinen Kindern noch erzählen. Das 0:12 war einen Ticken zu hoch, ein einstelliges Ergebnis wäre schön gewesen.

BSV-Torhüer Malte Seemann im Gespräch mit "Sport1"

Bayern-Trikot zur Erinnerung

BSV-Keeper Malte Seemann schießt den Ball nach einem Gegentor zum Mittelkreis.
Insgesamt achtmal musste BSV-Torhüter Malte Seemann den Ball nach einem Gegentreffer aus dem Tor holen. Bild: Nordphoto/gumzmedia | Andreas Gumz

Wie für seine Mitspieler war auch für den BSV-Keeper das Duell mit dem Münchner Starensemble ein alles andere als "normales Spiel". "Die Bayern sind unfassbar schnell, den Ball hat man kaum gesehen", so Seemann, der eine noch höhere Niederlage mehrfach stark verhinderte und bei den Gegentreffen schuldlos war.

Wenn überhaupt, dann war nur der Start in den Tag so etwas wie normal für Seemann: Morgens hatte der Bremer, der als Immobilienberater seine Brötchen verdient, noch gearbeitet. Erst gegen Mittag stieß er zu seinen Kollegen, die schließlich im Weser-Stadion vor mehr als 10.000 Zuschauern aufliefen. "Das Spiel werde ich mir noch unzählige Male ansehen", sagte Seemann, der nach Abpfiff noch einen Plausch mit Torwart-Kollege Sven Ullreich hielt. Mehr noch: Vom Bayern-Keeper erhielt er dessen Trikot als Erinnerungsstück. Wenig überraschend, dass Seemann resümierte: "Nächstes Jahr gerne wieder."

Auch Benjamin Eta, Trainer des BSV, nutzte den Schlusspfiff zur Kontaktaufnahme mit seinem Gegenüber und hielt einen längeren Plausch mit Bayern-Coach Julian Nagelsmann. "Er war super sympathisch, das Gespräch super nett", sagte Eta später in der ARD. Von Nagelsmann, den der 41-Jährige zu seinen Vorbildern zählt, ließ Eta sich erklären, wie der Trainer des Rekordmeisters das Spiel angegangen war. "Er hat uns tatsächlich ernst genommen", erzählte Eta sichtlich stolz. "Wir haben uns verabredet und werden noch auf jeden Fall Kontakt miteinander haben."

Bremer SV erwischte einen guten Start

Stolz war der Bremer auch darauf, wie seine Mannschaft in den ersten Spielminuten zu Werke gegangen war. Und das aus gutem Grund, hatte der BSV zu Beginn doch die ein oder andere gelungene Offensivaktion zu verzeichnen gehabt. "In den ersten zehn Minuten hatten wir drei, vier richtig gute Momente", so Eta. Zum Torerfolg reichte es jedoch nicht, trotzdem war der 41-Jährige zufrieden mit seinem Team. "Wir werden aus dem Spiel ganz, ganz viel mitnehmen." Was angesichts einer 0:12-Packung ja doch ein eher ungewöhnliches, wenn auch schönes Fazit ist.

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Video vom 25. August 2021
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Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: ARD, Nachtmagazin, 26. August 2021, 00:20 Uhr