Kea Kühnel und Hunor Szöcs sind Bremens Sportler des Jahres

Dienstagabend wurden Bremens beste Sportler gekürt. Ski-Olympionikin Kea Kühnel gewann bei den Damen, Tischtennisspieler Hunor Szöcs bei den Männern. Außerdem wurden Preise in weiteren Kategorien vergeben.

Ludwig Evertz Sportgala

Sportlerin des Jahres: Kea Kühnel (Freeski/Olympia-Teilnehmerin)

Free-Skierin Kea Kühnel in den verschneiten Bergen
Die gebürtige Bremerhavenerin Kea Kühnel begann erst vor fünf Jahren mit Freeski Slopestyle. Bild: Privat
Holger Kühnel Vater von Kea Kühnel
Kea Kühnels Vater Holger Kühnel nahm die Auszeichnung stellvertretend entgegen. Bild: gumzmedia | Andreas Gumz

Kea Kühnel hat etwas geschafft, was vor ihr noch keiner Frau gelungen ist: Sie ist die erste Sportlerin aus dem Bundesland Bremen, die sich für Olympischen Winterspiele qualifiziert hat.

Die 26-Jährige vom Ski-Club Bremerhaven hat im Freeski Slopestyle den Sprung in die Weltelite geschafft. Und das, obwohl sie den Sport erst seit fünf Jahren betreibt. Dass sie bei den Spielen in Südkorea den Sprung ins Finale der besten zwölf verpasst hatte, wurmte Kühnel zwar, doch sie akzeptierte schließlich ihr Abschneiden als 18. der Qualifikation. "Ich bin auf jeden Fall stolz, dass ich in Pyeongchung sein konnte. Aber ich weiß, dass ich es besser kann. Es ist schade, dass ich den Sport für Deutschland nicht besser präsentieren konnte. Es war eine Achterbahnfahrt. Aber dabei sein, ist doch alles."

Sportler des Jahres: Hunor Szöcs (Werder Tischtennis)

Huor Szöcs Werder Bremen
Szöcs im Bundesliga-Einsatz für Werder Bremen. Bild: gumzmedia | Andreas Gumz

Der Rumäne spielt seit 2014 für Werder Bremen in der Tischtennis-Bundesliga. Der 25-Jährige hat gerade seinen Vertrag bis 2020 verlängert – und das war keine Selbstverständlichkeit, denn Szöcs hat ein deutlich höher dotiertes Angebot aus seiner rumänischen Heimat ausgeschlagen. Der ehemalige Schüler-Europameister (2007) hat sich bei Werder sehr gut entwickelt und ist in der Weltrangliste unter die Top 100 geklettert.

Mannschaft des Jahres: Hockey-Damen vom Bremer HC

Bremer Mannschaft des Jahres 2017
Bild: gumzmedia | Andreas Gumz

In dieser Saison hat es für die Oberneuländerinnen endlich geklappt. Die Hockeydamen schafften erstmals in der Vereinsgeschichte den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Ab der Hallensaison 2018/19 spielen die 1. Damen dann also im Hockey-Oberhaus.

Trainer des Jahres: Roberto Albanese (Grün-Gold-Bremen)

Roberto Albanese Trainer des Jahres 2017
Trainer Roberto Albanese freute sich sichtlich über die Auszeichnung. Bild: gumzmedia | Andreas Gumz

13 Deutsche Meisterschaften und fünf Weltmeistertitel in Folge – Roberto Albanese ist nicht nur der aktuell erfolgreichste Tanz-Trainer Deutschlands, auch in Bremen belegt er nun den Platz, der ihm immer am besten gefällt: die Nummer Eins. Mit seinem Team des Grün-Gold-Clubs Bremen räumte er beim Heimspiel um die Deutschen Meisterschaften im November erneut den Titel ab. Langeweile verspüre er aber noch lange nicht, für eine nationale Meisterschaft brenne man immer, so Albanese. Einen kleinen Rückschlag musste er jedoch bei der Weltmeisterschaft der Lateinformationen im Winter in Wien hinnehmen: Grün-Gold belegte dort – nach fünf WM-Titeln in Folge – 'nur' den zweiten Platz.

Bremens Behindertensportler 2017: Mike Schwenke

Mike Schwenke mit seiner Mutter
Mike Schwenke mit seiner Mutter Sandra Schwenke. Bild: gumzmedia | Andreas Gumz

Mike Schwenke ist so vielseitig und ehrgeizig, wie kein anderer Behindertensportler. Kurzum: Der 20-Jährige ist ein echter Überflieger. Leichtathletik trotz Down-Syndrom – er kann alles, aber eines kann nur er alleine: Stabhochsprung. Er ist der einzige Sportler mit Down-Syndrom, der sich mit dem Stab über die Latte wagt. 1,95 Meter schafft Mike Schwenke mittlerweile. Sechs Mal pro Woche trainiert er mit seiner Mutter Sandra bei der TuS Komet Arsten und das mit Erfolg: Zwei Mal Silber, ein Mal Bronze – das ist seine Ausbeute bei den internationalen deutschen Paralympics-Meisterschaften im vergangenen Jahr. Außerdem schaffte er die Qualifikation für die Special Olympics in diesem Jahr.

Nachwuchsförderpreis 2017: Eisbär-Basketballer Jerry Ndhine

Jerry Ndhine U16 Eisbären Bremerhaven
Die Bundesliga soll es werden – das Basketball-Talent Jerry Ndhine hat große Ziele. Bild: gumzmedia | Andreas Gumz

Erst 15 Jahre jung und auf dem Weg ein Großer im Basketball zu werden: Jerry Ndhine gehört bereits zum Junioren-Team der Eisbären Bremerhaven, dabei spielt er erst seit zwei Jahren Basketball. Als Vierjähriger kam er von Kenia nach Bremen und begann schnell, mit seinem älteren Bruder im Sportgarten in der Pauliner Marsch Körbe zu werfen.

Ich will erstmal in die Bundesliga kommen, Profi werden. Mein größter Traum ist die NBA, das ist ein sehr großer Schritt. Dafür fördern mich meine Trainer.

Jerry Ndhine, Basketball-Nachwuchstalent

Das war das Bremer Sportjahr 2017

Medaillen mit Aufschrift; Norddeutscher Meister 2017 in Bremen
  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 13. März 2018, 22 Uhr