Weser Pinkies hoffen als Landessieger auf goldenen "Stern des Sports"

Wie Drachenboot-Fahren Frauen mit Brustkrebs hilft

Bild: Radio Bremen

Viele Frauen der Weser Pinkies sind an Brustkrebs erkrankt. Der Sport gibt ihnen Halt – und als Bremer Landessieger bald vielleicht auch noch eine Auszeichnung in Berlin.

Ein wenig frisch ist es schon, aber mit einer etwas dickeren Jacke geht es schon. Es sind zwar nur Trockenübungen an Land, aber trotzdem freuen die Weser Pinkies sich, zusammen etwas Sport zu treiben. Wenn das Wetter im Frühjahr wieder besser ist, soll es mit dem Drachenbootfahren dann auch auf dem Wasser weitergehen.

Viele Frauen des Teams kämpfen mit dem Brustkrebs. Der gemeinsame Sport gibt ihnen Halt und hat ihnen zuletzt auch eine Auszeichnung eingebracht. Für ihr Projekt "Du paddelst nicht allein" sind sie als Bremer Landessieger mit dem silbernen "Stern des Sports" ausgezeichnet worden. Mit etwas Glück werden sie am 24. Januar in Berlin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auch noch mit dem goldenen "Stern des Sports" geehrt.

Subboarden und Walken als Alternativen

Die Pandemie hat in den vergangenen zwei Jahren Improvisationstalent gefordert. Das Paddeln im Drachenboot fiel flach, weil es dort schlichtweg zu eng ist und die Infektionsgefahr zu groß war. Besser konnten die Abstände beim Subboarden oder Walken am Werder-See gewahrt werden. Mittlerweile sind alle geimpft, sodass es bald zurück ins Drachenboot gehen kann. Alle freuen sich, wenn sie sich sehen und etwas für ihren Körper tun können. Dies soll die Heilung unterstützen und ist auch eine Stütze für den Kopf.

Es fängt einen auf. Wir sind gemeinsam und können es schaffen. Es hilft weiter, dass man sich in so einer Gruppe auch ein bisschen fallen lassen kann.

Martina Wrede, Mitglied der Weser Pinkies

Es geht nicht nur um Brustkrebs

Die Weser Pinkies aus Bremen gehören zur weltweiten Bewegung der "Pink Paddlers". Vor fünf Jahren hat Katja Riemer die Gruppe gegründet. Sie hat keinen Brustkrebs, wollte aber eine Möglichkeit zur Gemeinschaft für Erkrankte schaffen. "Das eint uns", erzählt Wrede, "aber wir unterhalten uns nicht nur über dieses eine Thema, sondern haben zusammen viel Spaß". Riemer geht dabei das Herz auf. "Wenn sie zusammenkommen, sind sie ein pinker, quirliger und munterer Haufen", freut sie sich. Und noch größer wäre die Freude sicherlich, wenn es am 24. Januar auch noch mit dem goldenen "Stern des Sports" klappt.

Autorinnen und Autoren

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 10. Januar 2022, 18:06 Uhr