So kommt ein Bremer Amateur-Sportler durch den Lockdown-light

Viele Bremer müssen im November auf ihren Sport verzichten. Auch bei dem Squasher Bernd Bredehorst ist die Enttäuschung darüber groß – doch er hat Hoffnung.

Ein Squashschläger liegt auf dem Hallenboden, im Hintergrund unterhalten sich zwei Spielerinnen.
Vor allem Teamsportarten müssen in den kommenden vier Wochen ruhen. So auch der Squash – es sei denn, die Spieler kommen aus einem Haushalt. Bild: Imago | Panthermedia

Mit der Präzision einer Maschine schlägt Bernd Bredehorst den kleinen Gummiball immer und immer wieder gegen die Stirnwand. Bei jedem Aufprall knallt es durch die Halle. Techniktraining im Squash – eine laute Angelegenheit. Doch seit dem vergangenen Montag ist auf den meisten Squash-Courts weitestgehend Ruhe angesagt. Denn der Lockdown-light zwingt viele Amateur- und Freizeitsportler in den kommenden vier Wochen zur Pause. So auch den Bremer Bredehorst.


"Es kehrt eine Leere ein", sagt der 53-Jährige, der drei- bis viermal in der Woche trainiert. Bredehorst ist ehrgeizig, die Sportwelt in Woltmershausen ist so etwas wie sein zweites Zuhause und die Bedeutung des Squash für ihn entsprechend groß. "Ich habe mich durch viele Tiefen durchgekämpft und bin immer wieder zurückgekommen", sagt Bredehorst. "Jetzt bin ich auf einem Niveau, das ich lange Jahre nicht erreicht habe."

Bernd Bredehorst beim Squash
Bernd Bredehorst spielt in der Verbandsliga beim 1. Bremer Squash Club. Bild: Privat

Bredehorst läuft in der Verbandsliga Niedersachsen für den 1. Bremer Squash Club auf. Eigentlich wäre jetzt Squash-Saison, doch die wurde erst einmal ausgesetzt. Seine Mannschaftskollegen und Trainingspartner haben zwar Verständnis für den Sport-Lockdown, sind aber auch enttäuscht, dass sie nicht mehr spielen können. Sich auszupowern, das gemeinsame Miteinander, sich gewinnen und sich ärgern – all das werden sie den November über vermissen.

So wie für viele Squash-Spieler ist sein Sport auch für den 53-Jährigen ein guter Ausgleich zum Job. Der Ingenieur ist für europäische und nationale Forschungsprojekte am Technologiepark an der Bremer Universität zuständig, bei seiner Arbeit muss er sitzen, viel sitzen. Der energische Kampf um den Ball bildetet dafür einen wunderbaren Gegenpart. Doch auch wenn der Ball zurzeit nicht fliegt: Beine hoch und hinauf aufs Sofa kommt für den Bremer nicht infrage.

Dreimal die Woche ist Laufen angesagt, trotz der schlechten Jahreszeit. Mal gucken, ob ich das auch wirklich umsetzen kann, aber sonst bricht das Kartenhaus, das man sich gerade errichtet hat, ja gleich wieder zusammen.

Squasher Bernd Bredehorst

Wann das Sporttreiben für Amateure und Freizeitsportler wieder rundum möglich ist, steht noch in den Sternen. In der Frage, was ab wann wieder geht, sind die Squasher um Bredehorst jedoch eher weniger optimistisch: "Wir haben uns schon von einigen Spielern verabschiedet und Frohe Weihnachten gewünscht", erzählt der Bremer. Sollten die Hallen nur für vier Wochen geschlossen sein, wäre das seiner Ansicht nach "großartig", denn: "Das ist eine Zeit, die überschaubar ist und längst nicht so schlimm, wie noch wie am Anfang des Jahres."

LSB-Präsident Vroom zum Amateur-Lockdown: "Es wird uns treffen"

Video vom 28. Oktober 2020
Andreas Vroon, Präsident des Landessportbunds Bremen im Interview im Sportblitz.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autoren

  • Axel Pusitzky Redakteur und Autor
  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, der Vormittag, 5. November 2020, 10 Uhr