Haben die Bremer Sixdays noch eine Zukunft?

Radsportler Nils Politt feiert seinen Sieg bei der Finaljagd der 56. Bremer Sixdays im Jahr 2020 mit einer Sektdusche.
Bild: DPA | Sina Schuldt

Heute hätte der Startschuss für das Sechstagerennen fallen sollen, doch coronabedingt wurde das Radsport-Event abgesagt. Für 2023 hegen die Macher aber bereits große Pläne.

Für viele Bremerinnen und Bremer gehören die Sixdays ebenso zu ihrer Stadt wie der Freimarkt oder wie Werder. Kein Wunder, ist das Bremer Sechstagerennen doch das größte seiner Art in ganz Deutschland. Doch wie schon im Vorjahr fällt das Traditionsevent, bei dem eigentlich am Abend in der ÖVB-Arena hätte der Startschuss erklingen sollen, auch im Jahr 2022 coronabedingt aus.

Allerdings ist das Interesse an den Sixdays in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken: Kamen früher bis zu 120.000 Zuschauer zu dem mehrtägigen Sport-Ereignis, waren es zuletzt nur noch knapp 60.000. Böse Stimmen mutmaßen, dass die Corona-Pandemie das Sechstagerennen endgültig zu Grabe tragen könne. Doch das Gegenteil sei der Fall, sagt Sixdays-Leiter Mario Roggow zu Radio Bremen: "Nach den Sixdays ist vor den Sixdays – egal wann die letzten Sixdays waren."

Die Motivation, endlich wieder etwas zu machen, ist sehr, sehr hoch. Nicht nur bei unserem Team, sondern auch bei den Sportlern und unseren Gästen.

Sixdays-Leiter Mario Roggow zu Radio Bremen

Für die fest geplante Ausrichtung im Jahr 2023 haben Roggow und sein Team große Pläne. Aktuell nutzt das Organisationsteam die freie Zeit und fragt sich, wie die Sixdays künftig noch besser werden können – sowohl im Hinblick auf den sportlichen als auch auf den Entertainment-Aspekt. Oder um im Radsport-Jargon zu bleiben: "Das Rad wird nicht neu erfunden, aber wir werden es ordentlich schmirgeln und polieren. Und vielleicht streichen wir es noch mit neuer Farbe und neuem Glanz an", so Roggow.

Sixdays gehören zu den Bremer Top-Ten-Veranstaltungen

Die Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt mit Maske.
Setzt auf eine Fortführung der Sixdays: Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke). Bild: Radio Bremen

Auch in der Bremer Politik sind die Hoffnungen und die Überzeugungen groß, dass das Sechstragerennen eine Zukunft hat. "Die Sixdays gehören zu den Top-Ten-Veranstaltungen in Bremen", sagt Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke). "Wenn wir gut laufende Marken haben, wären wir gut beraten, sie auszubauen und auf sie zu setzen." Und das aus gutem Grund, denn die Sixdays sind auch in wirtschaftlicher Hinsicht wichtig für Bremen.

Viele Besucher des Sechstragerennens übernachten in Bremer Hotels; auch der Gastrobereich freut sich über zusätzliche Einnahmen. Erst recht, sollte es im kommenden Jahr ein Sixdays-Comeback geben. "Die Leute sind ausgehungert nach solchen Ereignissen", betont Vogt. "Die Mischung aus Unterhaltung, Show und Sport, aber eben auch die Möglichkeit, Leute treffen zu können, fasziniert viele Menschen – und das nicht nur in Bremen."

Wir gehen davon aus, dass die Sixdays im nächsten Jahr  – sofern sie denn stattfinden können – gut besucht sein werden.

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt

Kleine Sixdays im Livestream

Trotz der erneuten Absage müssen Sixdays-Fans nicht komplett auf das Sechstagerennen verzichten. Denn am Donnerstagabend laden die Veranstalter alle Radsport-Anhänger zu einer Online-Talkrunde ein. Unter anderen nehmen Nils Pollitt und Kenny de Ketele, die Sieger der letzten Austragung, an dem Sixdays-Talk teil. Der Livestream beginnt um 19 Uhr.

Wieder verschoben: Vor 20 Jahren war die Sixdays-Welt noch in Ordnung

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, der Morgen, 13. Januar 2021, 6:13 Uhr