Der Marathon ist zurück: Bremen läuft und läuft und läuft

Video vom 1. Oktober 2021
Läuferinnen und Läufer beim 15. Bremen-Marathon
Bild: Oliver Soller
Bild: Oliver Soller

Seit 9:30 Uhr machen sich gut 2.700 Läuferinnen und Läufer auf den Weg, den inneren Schweinehund zu bekämpfen. Und das wohl auch noch bei miesem Regenwetter.

42,2 Kilometer sind heutzutage keine echte Distanz mehr, für Pendler sind sie ein Klacks. Zu Fuß sind sie allerdings eine ganz andere Hausnummer, eine Herkulesaufgabe. Die Marathon-Strecke ist eine reizvolle Herausforderung und Qual gleichermaßen und am Sonntag haben sich zumindest 500 Freiwillige gefunden, die den Kampf gegen sich und ihren inneren Schweinehund aufnehmen möchten.

Nach einem Jahr Zwangspause durch die Pandemie feiert der Bremen-Marathon nun ein Comeback. Insgesamt 2.700 Läuferinnen und Läufer haben sich für einen der drei Wettbewerbe (Marathon, Halbmarathon und zehn Kilometer) angemeldet. Das sind deutlich weniger als noch 2019, bei der letzten Veranstaltung in Bremen, da quälten sich noch 1.300 Mutige durch den Marathon und insgesamt 8.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren am Start.

"Viele warten lieber noch ein Jahr"

So manchem ist es doch zu umständlich mit den 3G-Regeln und dem Hygienekonzept, erzählt der neue Projektleiter des Bremen-Marathons, Jan Brüning, dem Sportblitz. Auf den ersten 200 Metern muss beispielsweise eine Maske getragen werden, die die Läuferinnen und Läufer in einem bestimmten Bereich dann einfach fallen lassen dürfen.

Ganz viele Sportler sagen, sie warten lieber noch ein Jahr. Und es gibt viele Sportler, die über die Corona-Zeit einfach gar nicht trainiert haben.

Marathon-Projektleiter Jan Brüning im Sportblitz

Und so ganz ohne ausreichendes Training macht der Körper so einen Marathon dann eben doch nicht mit. Da muss man sich mit viel Vorlauf abhärten. Schließlich hat es die Strecke in sich, den Bremer Stammgästen ist das wohlbekannt.

Die Letzten kehrt der Besenwagen auf

Nach dem Start auf dem Marktplatz geht es über den Wall zum Werdersee und weiter in Richtung Weserwehr. Dort sind die ersten 15 Kilometer schon mal geschafft. Es geht danach weiter in Richtung Schwachhausen und Universität, durch den Bürgerpark bis nach Findorff. Hier liegen dann schon 30 Kilometer hinter den Läuferinnen und Läufern und es geht ans Eingemachte. Die letzten, quälenden Kilometer führen durch die Überseestadt, die Schlachte und das Weser-Stadion, bis die erlösende Ziellinie auf dem Marktplatz erreicht ist.

Um 9:30 Uhr geht es los, wer um 15:30 Uhr noch nicht wieder auf dem Marktplatz angekommen ist, den kehrt der Besenwagen auf. Kein richtiger Besen, sondern ein Bulli, der die Erschöpften zum Ziel fährt. Wem das alles als Herausforderung trotzdem nicht ausreicht, für den hat der Wettergott gute Nachrichten: Für Sonntag ist durchgehend bestes Bremer Regenwetter angesagt.

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 1. Oktober 2021, 18:06 Uhr