Trotz Siegchancen: Solo-Segler Herrmann hat "die Schnauze voll"

Der gebürtige Oldenburger sorgt bei der Vendee Globe weiter für Furore und greift nun sogar die Spitze an. Zugleich sehnt er das baldige Ende der Regatta herbei.

Das Boot Seaxplorer von Boris Herrmann liegt schräg im Wasser.
Mit seiner "Seaxplorer" segelt Boris Herrmann beim Endspurt der Vendee Globe in der Spitzengruppe mit. Bild: Boris Herrmann Racing

Solo-Segler Boris Herrmann kämpft sich bei der Vendee Globe immer weiter nach vorn. Nachdem ihn aufwendige Reparaturarbeiten an seiner "Seaxplorer" viel Zeit gekostet hatten, blies der gebürtige Oldenburger zur Aufholjagd. In der Nacht zu Freitag eroberte er schließlich den dritten Platz. Und wenn es nach Herrmann geht, ist sogar noch mehr drin: "Chancen auf den Sieg bestehen definitiv", sagte Herrmann am Donnerstag in einer Videokonferenz.

Meine Nerven sind komplett angespannt, es gibt harte Schläge durch das Schiff und den ganzen Körper. Das ist schon sehr anstrengend.

Solo-Segler Boris Herrmann bei einer Videokonferenz am Donnerstag

Der Rückstand des 39-Jährigen auf den französischen Spitzenreiter Charlie Dalin beträgt nach inzwischen mehr als 68 Tagen auf hoher See lediglich noch 72 Kilometer. Gut 7.200 Kilometer (3.906 Seemeilen) vor dem Ziel führt Dalin mit 35 Kilometern Vorsprung auf seinen Landsmann Louis Burton. Beide liegen also in Schlagdistanz zu Herrmann.

Zieleinfahrt vermutlich Ende Januar

Boris Herrmann schaut müde in die Kamera.
Boris Herrmann liegt bei der Vendee Globe inzwischen auf dem dritten Rang. Bild: Boris Herrmann Racing

Der einzige deutsche Teilnehmer im Feld und seine Rivalen befinden sich aktuell auf einer sehr anspruchsvollen Passage Richtung Äquator, den die ersten Segler am Sonntag erreichen sollten. Das Feld bei der Vendee Globe ist auf den vorderen Plätzen stark zusammengerückt. Im Gegensatz zu den Booten mancher seiner Mitsreiter ist Herrmanns "Seaxplorer" noch intakt.

Mit der Zielankunft bei der Regatta rund um die Welt ist Ende Januar im französischen Start- und Zielhafen Les Sables-d'Olonne zu rechnen. Trotz seiner Siegchancen ist Herrmann froh, dass das Rennen bald vorbei ist, wie er lächelnd gesteht.

Die letzten zwei Wochen halte ich auch noch durch, dann reicht es aber auch. Dann habe ich auch die Schnauze voll.

Solo-Segler Boris Herrmann bei einer Videokonferenz am Donnerstag

Tücken auf hoher See: Herrmann muss wieder einiges reparieren

Video vom 8. Januar 2021
Eine Segelyacht bei starker Krängung in rauer See.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 15. Januar 2021, 18:06 Uhr