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Werder: Bode fordert mehr Risikobereitschaft bei möglichen Transfers

Voraussetzung dafür sei aber, dass es auf dem Transfermarkt auch eine sinnvolle Verstärkung gibt. Werder dürfe nicht aktiv werden, nur um etwas gemacht zu haben.

Werder Bremens Aufsichtsratsvorsitzender Marco Bode mit Sonnenbrille.
Bild: Gumzmedia

Auf der Suche nach Verstärkungen für die Rückrunde muss Werder Bremen bereit sein, möglicherweise noch mehr als bisher ins finanzielle Risiko zu gehen. Das hat Aufsichtsratschef Marco Bode zu buten un binnen gesagt. Voraussetzung sei aber, dass auch eine wirklich sinnvolle Verstärkung gefunden werde.

"Werder Bremen sollte aber nicht aus Aktionismus heraus unbedingt etwas machen wollen, nur um sozusagen etwas gemacht zu haben", so Bode. Nach der schlechtesten Hinrunde der Vereinsgeschichte stehen die Bremer zurzeit auf Platz 17 der Tabelle. In einer Medienrunde am Donnerstagvormittag ergänzte er, dass die Risikobereitschaft der Bremer nicht genau beziffert werden kann. "Wir haben da kein Limit oder eine Kriegskasse. Was das in Zahlen bedeutet, kann man nicht pauschal sagen." Dies hänge auch vom Einzelfall ab. Ob Werder für mögliche Transfers gar einen Kredit aufnehmen würde, wollte er öffentlich nicht diskutieren.

Kohfeldt bleibt für Bode der richtige Trainer

Trotz der zuletzt schwachen Leistungen möchten Bode und die weiteren Entscheidungsträger derweil weiterhin an Trainer Florian Kohfeldt festhalten.

Wir – sozusagen im Führungsteam von Werder Bremen – sind uns eigentlich auch ganz sicher, dass wir in dieser Konstellation erfolgreich sein können. Mit sozusagen der sportlichen Führung und insbesondere auch mit Florian Kohfeldt als Trainer.

Marco Bode, Vorsitzender des Werder-Aufsichtsrats
Florian Kohfeldt und Frank Baumann gehen mit gesenkten Köpfen und den Händen in den Taschen vom Spielfeld.
Am Duo Kohfeldt/Baumann möchte der Aufsichtsrat laut Bode festhalten. Bild: Imago | Nordphoto

Bode meint, dass er diesen Glauben auch nicht verlieren würde, wenn der Start in die Rückrunde verpatzt werden sollte. "Er bleibt auch dann der richtige Trainer. Natürlich müssen wir alle auch immer auf Ergebnisse schauen und das war dann auch in der Hinserie natürlich schon schmerzhaft und auch schwer zu akzeptieren", sagt der Aufsichtsratschef. "Aber am Ende geht es eben auch darum: Wovon ist man überzeugt? Und die Überzeugung, dass Florian der richtige Trainer ist, ist glaube ich bei allen sehr, sehr groß."

Bode schwärmt auch von Baumann

Ähnlich überzeugt ist der Aufsichtsrat laut Bode auch weiterhin von Sportchef Frank Baumann. "Frank ist ein sehr detailversessener Arbeiter, wenn es darum geht, diesen Verein nach vorne zu bringen. Er steht für eine gewisse Philosophie, die Werder auch immer ausgezeichnet hat", sagt Bode. "Er versucht, den Kader kontinuierlich zu verbessern – über Transfers, aber auch über all die Konzepte im Nachwuchsbereich und Sonstiges." Für Bode sitzen sowohl Baumann als auch Kohfeldt fest im Sattel: Für ihn sei es Unsinn, Dinge in Frage zu stellen, die man für richtig hält. Und er könne sich keine Personalkonstellation vorstellen, in der Werder besser darstehen würde.

"Intensiver Frühling" steht bevor

Marco Bode sitzt auf einem Stuhl während des Interviews mit buten un binnen. Dabei zeigt eine Kamera auf ihn und vor ihm steckt ein Interview.
Werders Aufsichtsratschef Marco Bode fordert im Interview mit buten un binnen, den Blick nach vorne zu richten. Auch der Klassenerhalt könne am Ende der Saison ein Erfolg sein. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die Hinrunde ist dabei natürlich nicht nach Bodes Vorstellungen verlaufen. "Bis hierher sind wir mit der Saison sehr unzufrieden. Wir müssen davon ausgehen, dass es ein sehr intensiver Frühling wird, an dessen Ende hoffentlich der Klassenerhalt steht", erklärt er. Ein Stück weit müsse die Hinrunde nun aber abgeschlossen sein. Vielmehr sei jetzt die Zeit, um nach vorne zu schauen. Falls Werder den Klassenerhalt schafft, könne auch dies schließlich auch ein positives Erlebnis sein. Bode denkt dabei auch an seine eigene Karriere und die Bundesliga-Saison 1998/99 zurück, als er mit Werder im Abstiegskampf steckte und diesen erfolgreich bewältigte.

Wir müssen unser ursprüngliches Ziel (Qualifikation für den Europapokal, Anm. d. Red.) komplett abhaken und das neue Ziel Klassenerhalt aufnehmen. Und dann aber auch etwas Positives daraus ziehen. Ich habe das zum Glück nur einmal erlebt, aber weiß aus eigener Erfahrung, dass dies dann eine große Erleichterung, aber auch ein großer Erfolg ist.

Marco Bode, Vorsitzender des Werder-Aufsichtsrats

Rückrunde "läuft nicht von allein"

Ob Werder die schwache Hinrunde wirklich verarbeitet habe, würde sich allerdings erst in den kommenden Wochen zeigen. "Eine Garantie, dass die Rückserie von alleine läuft, gibt es nicht", sagt Bode. Von der Mannschaft erwartet er, dass der Fokus komplett auf dem Fußball liege. Jeder solle selbstkritisch bei sich anfangen und nicht die Verantwortung oder die Schuld bei einem anderen suchen. Zugleich müssten die Werder-Profis aber auch die Unsicherheit ablegen, um mit Freude und einer gewissen Lockerheit in die Spiele zu gehen.

Kritik am eher mageren Trainingspensum auf Mallorca kann er dabei nicht nachvollziehen. Am Ende werden die Spieler lediglich sieben Trainingseinheiten auf der Baleareninsel absolviert haben. "Wir sind davon überzeugt, dass dieser Weg so richtig ist." Die Verantwortlichen würden sich genügend Gedanken machen, um im Spiel gegen Düsseldorf topfit zu sein. Geheuchelt wäre es allerdings, zu behaupten, dass alles perfekt wäre und Werder genau wisse, wo die Mannschaft vor dem Auftakt der Rückrunde in Düsseldorf stehe.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 9. Januar 2019, 18:06 Uhr