Pyro-Alarm: Werder hält nichts von Kollektivstrafen

Feuer im Werder-Block beim Spiel gegen Hertha, im Anschluss verletzte Polizisten und widersprüchliche Aussagen. Klar ist: Werder versucht die Täter zu finden.

Bengalos im Bremer Fan-Block im Berliner Olympiastadion
Zehn Bremer Fans zündelten im Olympiastadion. Offenbar, um das 10-jährige Bestehen der Gruppe "Wanderers" zu feiern. Bild: imago | Contrast

Zehn vermummte Werder-Ultras haben kurz vor Anpfiff im Berliner Olympia-Stadion gezündelt. Eine Geldstrafe ist Werder sicher. Wieder einmal. Der Klubpräsident Hubertus Hess-Grunewald äußerte sich am Dienstag schriftlich zu dem Vorfall. "In Berlin ist leider einiges passiert, das mit Fußball nichts zu tun hat. Wir werden uns jetzt sehr intensiv ein Bild von den Vorkommnissen machen und alle teilweise unterschiedlichen Schilderungen sammeln und bewerten."

26 Festnahmen und 17 leicht verletzte Polizisten

Hinter der Aktion steckt offenbar die Ultra-Gruppierung "Wanderers Bremen". Die rühmen sich mit Fotos auf deren Homepage, sollen in Berlin mit der Pyro-Aktion ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert haben. Zumindest steht auf ihren T-Shirts "Zehn Jahre". In der Halbzeitpause wollten Ordner die identifizierten Täter aus der Kurve holen, wurden aber von Bremer Anhängern aufgehalten. Nach dem Spiel kommt es dann zu Auseinandersetzungen mit der Berliner Polizei. Die spricht von 26 Festnahmen und 17 leicht verletzten Beamten, hat diverse Ermittlungsverfahren eingeleitet. Einige Fans werfen der Polizei in Medienberichten der "Deichstube" und des "Weser Kurier" überharten Einsatz vor.

Werder jedenfalls hat eine grundsätzliche Haltung bei solchen Zündeleien. Denn schon in der vergangenen Saison hat es öfter gebrannt als sonst, egal ob auswärts oder bei Heimspielen. "Wir wollen die täterorientierte Aufklärung unterstützen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Kollektivstrafen nicht zum Ziel führen. Wir sprechen uns weiterhin gegen solche Kollektivstrafen aus." Eines steht aber fest: Sobald Werder die Geldstrafe für diese Pyro-Show vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) erhalten hat, will sich der Klub das Geld bei den identifizierten Tätern wiederholen.

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 12. September 2017, 18:06 Uhr