6:1-Packung für Werder: Die Bayern lassen's leider wieder krachen

Werder düpierte die Münchner früh durch ein grandioses Tor von Milot Rashica – doch dann kamen die Bayern ins Rollen und sorgten für einen souveränen 6:1-Sieg.

Jiri Pavlenka sitzt bedröppelt auf dem Boden, seine Mitspieler vor ihm trotten mit gesenkten Köpfen.
Nichts zu machen für Jiri Pavlenka (rechts): Werders Keeper erwischte einen hervorragenden Tag und entschärfte etliche Großchancen der Bayern – bei den Gegentoren war er machtlos. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Bayern München hat dank des herausragenden dreifachen Torschützen Philippe Coutinho das erste seiner drei Jahresendspiele gewonnen und die Krise bei den Hanseaten weiter verschärft. Nach anfänglichen Schwierigkeiten besiegte der deutsche Rekordmeister den langjährigen Rivalen Werder Bremen mit 6:1 (2:1) und feierte damit den 21. Sieg nacheinander gegen die Grün-Weißen. In der Tabelle verkürzte die Mannschaft von Trainer Hansi Flick den Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach zumindest für eine Nacht auf vier Punkte.

Nach dem sehenswerten Führungstreffer der Bremer durch Milot Rashica (24.) drehten Coutinho (45., 63. und 78.) und der zweifache Torschütze Robert Lewandowski (45.+4 und 72.) mit einem Doppelschlag kurz vor der Pause erst das Spiel, anschließend sorgten sie gemeinsam mit dem eingewechselten Thomas Müller (75.) für einen souveränen Erfolg. Coutinho war an fünf von sechs Toren beteiligt, Lewandowski erzielte seine Saisontreffer 17 und 18.

Trotz des 3:1 haben wir noch an etwas Zählbares geglaubt, aber mit dem vierten Tor war der Glaube weg. Am Ende waren wir konfus. Das ist schwer nachzuvollziehen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Furioser Treffer von Rashica

Milot Rashica deutet nach seinem Sieg auf Knien rutschend mit dem Finger auf die Fan-Tribüne.
Setzte das erste Zeichen der Partie: Milot Rashica feiert seinen Treffer zum 1:0 (24. Minute). Bild: Imago | Avanti

Das Spiel stand zunächst ganz im Zeichen von Rashica: Nach einem Bayern-Eckball rannte der Kosovare 70 Meter über das Feld, rutschte aber aus, als er noch einen Haken um Jerome Boateng schlagen wollte (8.). Dafür blieb er standhaft, als er Boateng nach einem Pass von Davy Klaasen aussteigen ließ und wuchtig ins Tor traf. Der Angreifer war ein ständiger Gefahrenherd für die Bayern – vor allem, wenn er auf Boateng zu- oder diesem davonlief. Der ehemalige Nationalspieler wurde folgerichtig in der Pause ausgewechselt.

Zwischenzeitlich hatten die Münchner zwei gute Chancen, selbst in Führung zu gehen. Doch Bremens Torhüter Jiri Pavlenka reagierte bei einem Schuss (9.) sowie einem Kopfball (14.) von Lewandowski hervorragend. Die Münchner besaßen erwartungsgemäß deutlich mehr Spielanteile, waren aber zunächst ein wenig zu einfallslos, um sich gute Chancen herauszuspielen. Außerdem reagierte Pavlenka auch erneut gegen Lewandowski und bei einem Schuss von Coutinho (40.) unfassbar.

Gebre Selassie verletzt sich schwer

Die Bayern hielten jedoch den Druck hoch – und zwangen die Bremer zu Fehlern: Coutinho, der den bis Jahresende ausfallenden Kingsley Coman ersetzte, vollendete nach Vorarbeit von Joshua Kimmich und Serge Gnabry, dann legte er Lewandowskis Treffer auf.

Pech für die Bremer: Theo Gebre Selassie verletzte sich schwer beim Versuch, den ersten Coutinho-Treffer zu verhindern und musste ausgewechselt werden. In der zweiten Halbzeit war Bremen vor allem um Schadensbegrenzung bemüht – allerdings erfolglos.

Werder mit Wut in den Münchner Krisen-Gipfel

Florian Kohfeldt mit ernster Miene im Nieselregen auf dem Weg zum Trainingsplatz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 14. Dezember 2019, 19:45 Uhr