Werder unterstützt Floyd-Proteste in der Bundesliga

Mehrere Spieler, darunter Schalkes Weston McKennie, bekundeten ihre Solidarität mit dem getöteten Afro-Amerikaner George Floyd. Werders Verantwortliche zeigen dafür Verständnis.

Kevin Vogt spielt einen Pass, während er vom Schalker Weston McKennie attackiert wird.
Im Spiel gegen die Bremer um Kevin Vogt (links) trug der Schalker Weston McKennie eine Armbinde mit der Aufschrift "Justice for George". Bild: DPA | Bernd Thissen

Schalkes Weston McKennie hat es getan, ebenso Gladbachs Marcus Thuram und Kölns Anthondy Modeste sowie die Dortmunder Jadon Sancho und Achraf Hakimi: Sie alle protestierten am vergangenen Spieltag gegen den gewaltsamen Tod des Afro-Amerikaners George Floyd. McKennie etwa trug in der Partie gegen Werder Bremen eine Armbinde mit dem Schritzug "Justice for George". Obwohl die Spieler für ihre Aktionen von vielen Seiten Unterstützung erhielten, kündigte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) an, dass sich der Kontrollausschuss damit befassen werde. Denn: In den Regeln des DFB heißt es, dass Spieler keine Unterwäsche mit "politischen, religiösen oder persönlichen Slogans" zeigen dürfen.

Kohfeldt: "Gutes Zeichen gesetzt"

Werders Trainer Florian Kohfeldt befürwortet die Solidaritätsbekungen der Spieler. "Ich finde es grundsätzlich gut und richtig, dass sich Fußballprofis für gesellschaftliche Dinge interessieren. Und da haben einige Profis zuletzt ein gutes Zeichen gesetzt", sagte Kohfeldt am Dienstag bei der Pressekonferenz vor dem Nachholspiel gegen Eintracht Frankfurt (Mittwoch, 20:30 Uhr). Nach Floyds Tod, der laut Kohfeldt auch in seiner Mannschaft ein vieldiskutiertes Thema sei, hatte sich der Verein auf seinen Social-Media-Kanälen vehement gegen jegliche Form von Rassismus ausgesprochen. Eine Meinung, die auch die der Mannschaft inklusive des Trainerstabes wiederspiegele. Dennoch betonte der 37-Jährige, dass man das Verhalten des DFB respektieren müsse.

Sportchef Frank Baumann unterstützt den Protest der Spieler ebenfalls. "Trotzdem muss man sehen, dass in den Statuen auch festgehalten ist, dass politische Äußerungen ein Stück weit verboten sind", sagte Baumann am Dienstag. Eine Grenze zu ziehen, was erlaubt und was nicht erlaubt sei, sei nicht einfach. Jedoch glaube er daran, dass die Untersuchungen des Kontrollausschusses keine Folgen nach sich ziehen werden. Denn: "Eine Strafe für die Spieler wäre meiner Meinung nach nicht passend". Sollten Werders Spieler ähnliche Aktionen planen, würde Baumann das "grundsätzlich positiv" sehen. Die Frage sei nur, ob diese während eines Spiels erfolgen müssten.

3 Gründe für Werders kleinen Aufschwung

Video vom 29. Mai 2020
Werder Bremen Trainer Florian Kohfeldt bei der Pressekonferenz.

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 2. Juni 2020, 18:06 Uhr