Interview

Baumann: "Ich bin davon überzeugt, dass Tore fallen"

Anstoß zur Mittagszeit, ein wichtiges Spiel im Kampf um Europa und ein Eigengewächs, das für die Nationalmannschaft nominiert wurde: Einiges zu bereden im Interview mit Werder-Sportchef Frank Baumann.

Frank Baumann
Frank Baumann hat noch gute Hoffnung Bald-Nationalspieler Maximilian Eggestein in Bremen zu halten. Bild: imago | Jan Huebner
Anstoßzeit 13:30: Ein ungewöhnlicher Termin. Ändert das etwas im Ablauf eines Profifußballers?
Ja, die Abläufe richten sich schon nach der Startzeit. Wir rechnen immer drei Stunden zurück. Dass heißt drei Stunden vor Beginn gibt es nochmal das letzte Essen, die Nudeln, die Kalorienzufuhr. Anschließend haben die Spieler ein paar Minuten Zeit sich zu konzentrieren, dann gibt es die Besprechung und dann fährt man zum Stadion.
Wir müssen also vormittags das Programm etwas umgestalten, es gibt eher einen Brunch und den Bio-Rhythmus haben wir in den vergangenen Tagen schon angepasst, weil wir um 13:30 Uhr trainiert haben.
Leverkusen steht derzeit auf Rang Sechs und hat sechs Punkte Vorsprung vor Werder. Ist das Spiel ein Vorentscheid, ob es perspektivisch noch Richtung Europa geht?
Natürlich werden die Spiele jetzt knapper und es sind immer weniger Punkte zu vergeben. Entsprechend wichtiger werden die Spiele, vor allem gegen die direkten Konkurrenten. Aber ich würde es noch nicht als Endspiel bezeichnen. Aber es ist ein sehr wichtiges Spiel gegen eine absolute Top-Mannschaft, die sich in der Rückrunde definitiv gefunden hat und einen richtig guten Fußball spielt. Aber wir haben gezeigt, dass wir gegen gute Mannschaften nicht nur mithalten sondern auswärts auch gewinnen können.
Leverkusen ist die zweitbeste Rückrunden-Mannschaft und Werder ist auch noch ungeschlagen in der Rückrunde. Was wird das für ein Fußballspiel?
Ich glaube, ein sehr attraktives Fußballspiel. Beide Mannschaften versuchen, spielerische Lösungen zu finden, kommen über den Kombinationsfußball, über den Ballbesitz. Beide haben aber auch Richtung Tor sehr sehr guten Zug, deswegen wird es vermutlich ein sehr kurzweiliges Spiel. Ich bin überzeugt davon, dass Tore fallen werden.
Und dann wird mit Maximilian Eggestein ein Mann auf dem Platz stehen, der gerade für die A-Nationalmannschaft nominiert wurde und aus dem eigenen Nachwuchs kommt. Das muss den Verein doch stolz machen, oder?
Noch ist es ja so, dass er noch gar kein Nationalspieler ist. Er wurde nominiert, und das ist natürlich eine Riesen-Anerkennung, aber in erster Linie für Maxi. Denn er hat sich das in den letzten Jahren absolut verdient. Er hat bei uns eine kontinuierliche und tolle Entwicklung genommen, und deswegen ist das ein Kompliment für ihn, aber ich glaube auch für den ganzen Verein, für das Leistungszentrum, insbesondere für alle Mitarbeiter, die in den letzten Jahren mit ihm zusammen gearbeitet haben.
Verändert das die Vertragsverhandlungen mit ihm? Es dürfte ja zu einer Wertsteigerung führen und neue Interessenten anziehen.
Maxi hat in den letzten Jahren schon so viel Aufmerksamkeit durch seine Leistungen gebracht, dass diese Nominierung nun nicht dazu beiträgt, dass man jetzt erst weiß, was für ein guter Spieler er ist. Für uns ist es natürlich ein sehr gutes Argument, dass man auch bei Werder Nationalspieler werden kann. Wir haben das bei Serge Gnabry vor zwei Jahren schonmal gehabt, und das ist natürlich ein gutes Zeichen für uns. Dass eine Vertragsverlängerung mit Maxi kein Selbstläufer ist, das wissen wir. Das ist nach wie vor eine Herausforderung, der wir uns auch stellen. Ich glaube, wir haben nach wie vor sehr gute Argumente, um Maxi die nächsten Jahre im Werder-Trikot sehen zu können.
  • Axel Pusitzky
  • Maike Albrecht

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Fußball-Bundesliga, 16. März 2019, 15:10 Uhr