"Haben uns ein Loch gegraben" – Aufholjagd der Eisbären wird nicht belohnt

Gut gekämpft, aber am Ende doch die 13. Pleite in Folge: Für die Bremerhavener Basketballer war das 83:88 im Derby gegen Oldenburg ein Wechselbad der Gefühle.

Der Oldenburger Basketballer Massennat kann von zwei Eisbär-Spielern nicht gestoppt werden.
Oldenburgs Frantz Massennat (Mitte) war von den Bremerhavenern kaum zu stoppen. Bild: Imago | Nordphoto

Den Großteil seines Sonntagabends verbrachte Dan Panaggio in ein und derselben Pose: Mit einer Hand als Stütze unter dem Kinn und der anderen an die Bande gelehnt kniete der Trainer der Eisbären Bremerhaven an der Seitenlinie des Parketts in der Bremer Stadthalle. Erst im letzten Viertel der Partie gegen die Baskets Oldenburg gab es Phasen, in denen Panaggio mal aus seiner Deckung kam. In denen er aufsprang und gestikulierte oder sich verbal an den Schiedsrichtern abarbeitete.

Doch auch dieser Einsatz wurde am Ende nicht belohnt, die Oldenburger waren in den Schlussminuten einfach zu abgeklärt für die Eisbären und gewannen die Partie. Das 83:88 (18:27, 23:23, 19:20, 23:18) aus Sicht der Bremerhavener markiert die 13. Eisbären -Niederlage in Folge in der Bundesliga.

Ganz schwacher Eisbären-Start

Eisbär-Coach Dan Panaggio mit verschränkten Armen und ernster Miene am Spielfeldrand.
Sah lange wenig, das ihn begeisterte: Eisbär-Coach Dan Panaggio. Bild: Imago | Nordphoto

In der Analyse des Spiels war sich Panaggio mit seinem Spieler Adrian Breitlauch einig. "Wir haben uns ein ganz großes Loch gegraben", sagte Breitlauch nach der Partie. Trainer Panaggio schloss sich der Metapher an: "Du kannst dir nicht so ein Loch buddeln, und dann gute Dinge erwarten."  Das viel zitierte Loch war der schwache Start der Eisbären: Nach nicht einmal vier Minuten lagen sie mit 2:18 hinten. Der Tabellenzweite aus Oldenburg bestrafte die offensiv unorganisierten Bremerhavener mit guter Ballbewegung und einer starken Trefferquote von jenseits der Dreierlinie.

Nachdem die Eisbären mit dem Löchergraben fertig waren, versuchten sie langsam, wieder herauszukommen. Vor allem Darnell Jackson kämpfte sich in die Partie, holte schwierige Rebounds und beendete den ersten Spielabschnitt per Dreier mit dem Ertönen der Sirene und reduzierte den Rückstand auf 18:27. Auch im zweiten Viertel war Jackson der auffälligste Bremerhavener, arbeitete unter den Brettern und zeigte ungewohnte Treffsicherheit von außen. In der gesamten Saison traf der 33-Jährige vor diesem Spiel nur zwei seiner zehn Dreierversuche – gegen Oldenburg versenkte er alle vier. Zwischenzeitlich kamen die Gastgeber bis auf sechs Punkte heran, wirklich eng ließen die Oldenburger es im zweiten und dritten Viertel aber nicht werden.

Zehn heiße Minuten in der Bremer Stadthalle

Darnell Jackson und Chris Warren verteidigen gegen die Baskets Oldenburg den Ball.
Darnell Jackson (links) und Chris Warren (vorne) versuchten nach dem verpatzten Start, die Eisbären wieder heranzuführen. Bild: Imago | Nordphoto

Doch danach waren ja noch zehn Minuten zu spielen – und diese zehn Minuten brachten schließlich auch Panaggio dazu, sich aus der gewohnten Kauerstellung herauszubewegen. Immer weiter näherte sich seine Mannschaft an und verteidigte gut. Ein Dreier von Aufbauspieler Chris Warren riss die 6.967 Fans in der Stadhalle und Panaggio endgültig von ihren Sitzen. "Ich bin stolz darauf, wie wir uns zurückgekämpft haben", lobte der Trainer seine Mannschaft. Plötzlich lagen die Eisbären fünf Minuten vor Schluss nur noch einen Punkt zurück und Oldenburg gelang offensiv nicht viel.

Bremerhaven hatte mehrere Chancen, auszugleichen oder sogar in Führung zu gehen, verschenkte diese aber zum Teil leichtfertig. Die Eisbären vergaben Korbleger, Jackson und Fabian Bleck begingen Offensivfouls und Oldenburg fand wieder in den Rhythmus: Eine Minute vor Schluss versenkte Will Cummings einen Dreier zum erneuten Acht-Punkte-Unterschied und lief mit ausgebreiteten Armen auf die eigene Bank zu, während die Bremerhavener die Köpfe hängen ließen. Ein erneutes Aufbäumen gelang ihnen in den letzten sechzig Sekunden der Partie nicht mehr.

Eisbären weiter Tabellenvorletzter

Wie schon in der Vorwoche gegen Ulm kämpften sich die Eisbären nach einem schwachen Start zurück in die Partie, aber belohnten sich nicht. Topscorer des Spiels war wieder einmal Warren mit 22 Punkten. Auf Seiten der Oldenburger punkteten vier Spieler zweistellig, Center Rasid Mahalbasic überzeugte mit 14 Punkten, 16 Rebounds und sieben Assists.

Nach der 13. Niederlage in Folge steht Bremerhaven aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz. Bereits am kommenden Mittwoch (13. Februar) haben die Eisbären wieder ein Heimspiel, dann kommen die Gießen 46ers in die Stadthalle Bremerhaven.

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  • Yannick Lemke

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 10. Februar 2019, 19:30 Uhr