Der Countdown für die Zukunft der Eisbären läuft

Am Montag muss der Bremerhavener Basketball-Klub die Finanzierung für die 2. Liga vorlegen. Geschäftsführer Grube ist nach dem Sparangebot der Stadt aber in "Schockstarre".

Eisbären-Trainer Michael Mai applaudiert nach dem Abstieg den Fans auf der Tribüne.
Geht es bei den Eisbären weiter – und ginge es auch mit Trainer Michael Mai (Mitte) in der ProA weiter? Bild: Imago | Hartmut Bösener

Es ist schon kurios. Der Spielplan für die 2. Basketball-Liga ProA steht bereits und demnach würden die Eisbären Bremerhaven am 21. September bei den Bayer Giants Leverkusen antreten – doch ob die Seestädter tatsächlich in der 2. Liga mitspielen werden, steht noch gar nicht fest.

Seit dem Abstieg vor zwei Monaten ist Geschäftsführer Wolfgang Grube damit beschäftigt, die Finanzierung für eine Zweitligasaison auf die Beine zu stellen. Die Stadt Bremerhaven hatte am Donnerstag ein um ein Drittel reduziertes Angebot von 320.000 Euro statt zuvor 466.000 Euro vorgelegt. Mit dieser nachvollziehbaren Kürzung hatte Grube aber offenbar nicht gerechnet.

Ich befinde mich noch in Schockstarre. Nach zwei Monaten so ein Ergebnis. Darüber bin ich sehr, sehr enttäuscht.

Eisbären-Geschäftsführer Wolfgang Grube in der "Nordsee-Zeitung"

Fischtown Pinguins profitieren von den Eisbären-Kürzungen

Eisbären-Geschäftsführer Wolfgang Grube im Gespräch mit Radio Bremen.
Eisbären-Geschäftsführer Wolfgang Grube muss einen Weg finden, um die gekürzten Mittel auszugleichen.

Die Stadt Bremerhaven hatte allerdings von der Agentur Nielsen Sports den Werbewert der Eisbären prüfen lassen, und der ist durch den Abstieg eben gesunken. Die häufige Nennung des Namens Bremerhaven und die Trikot- und Veranstaltungswerbung sei bei den positiven Werbewirkungen berücksichtigt worden: "Der Werbewert, der im Gutachten festgestellt wird, gilt als absolute Obergrenze", betonte Raymond Kiesbye, Geschäftsführer der Stadtmarketing-Gesellschaft Erlebnis Bremerhaven, in der "Nordsee-Zeitung": "So stellen wir sicher, dass wir beim Sportmarketing nicht zu viel bezahlen."

Die Kürzung im Basketball sind jedoch ein Plus fürs Eishockey in Bremerhaven – die Fischtown Pinguins erhalten in der kommenden Saison mehr Mittel von der Stadt. Der DEL-Klub kann mit einer Unterstützung von 585.000 Euro rechnen.

Am Montag ist Stichtag

Von solchen Summen können die Eisbären momentan nur träumen. Grube muss der ProA bis am Montag – die Frist wurde bereits verlängert – Verträge für 80 Prozent der Saisonfinanzierung vorlegen. Und so laufen seit Tagen Gespräche mit den Sponsoren, die ihre Unterstützung für die weit weniger attraktive 2. Liga auch einschränken. So oder so, die Eisbären-Fans, die Spieler und der Trainer warten darauf, dass die Ungewissheit im Klub endlich vorbei ist.

Michael Mai möchte als Coach gerne weitermachen, glaubt auch, dass es noch nicht zu spät sei, eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. Aber, die Zeit dränge langsam. "Die Welt wartet nicht auf Bremerhaven", sagte Mai der "Nordsee-Zeitung". Auch Adrian Breitlauch, der sei drei Jahren das Gesicht der Eisbären war, kann sich noch vorstellen, in Bremerhaven zu bleiben. Doch ihm liegen bereits mehrere Angebote anderer Klubs vor. Der Countdown läuft für Eisbären, in jeder Hinsicht.

Wie geht es weiter mit den Eisbären?

Die Fans der Eisbären Bremerhaven.

Mehr zum Thema:

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 18. Juli 2019, 18:06 Uhr