Interview

Eisbären-Geschäftsführer Ruttmann: "Das gibt uns Planungssicherheit"

Der Playoff-Modus in der ProA wird in dieser Saison aufgrund der Corona-Pandemie geändert. Wie die Bremerhavener dies finden und ihre Chancen sehen, erzählt Nils Ruttmann.

Nils Ruttmann schaut während des Interviews in seinem Büro in die Kamera.
Eisbären-Geschäftsführer Nils Ruttmann lobt die Planungssicherheit des neuen Playoff-Modus. Allerdings bedauert er, dass der Heimvorteil der vier besten Teams wegfällt. Bild: Radio Bremen

Der Playoff-Modus in der ProA wird in dieser Saison ein anderer sein. Statt in einer "Best-of-five"-Serie mit einem Turnierbaum den Meister auszuspielen, soll dies in diesem Jahr mithilfe einer Gruppenphase geschehen. Dadurch wird die Anzahl der Spiele deutlich reduziert. Die acht besten Teams der Hauptrunde teilen sich dabei in zwei Vierergruppen auf, in denen jeweils ein Gruppensieger ermittelt wird. Die beiden Gruppensieger dürfen aufsteigen und spielen zudem untereinander den Meister aus. Was er von diesem Modus hält und wie die Bremerhavener ihre Chancen auf die Playoffs sehen, erzählt Nils Ruttmann, Geschäftsführer der Eisbären, im Interview.

Herr Ruttmann, wie finden Sie den neuen Playoff-Modus, der für diese Saison beschlossen wurde?
Dieser Modus hat ein paar Vorteile, aber auch ein paar Nachteile. Der klassische Playoff-Charakter geht ein wenig verloren. Zum Beispiel, dass ein viertes Spiel gewonnen werden muss, um das fünfte Spiel zu erreichen. Andererseits sind wir in einer Saison mit vielen Besonderheiten. Und dieser neue Modus sorgt für eine Reduktion der Playoff-Spiele. Das gibt uns Planungssicherheit. Im Falle eines Corona-Ausbruchs während der Playoffs wären diese für ein Team beendet gewesen. Bei einer 14-tägigen Quarantäne hätte ansonsten ja der ganze Wettbewerb warten müssen. Im neuen Modus gibt es jetzt ein Fenster von einer Woche, in der Spiele nachgeholt werden können. Das ist immer noch ambitioniert, aber möglich.
Ein Mann mit blauem Hemd im Interview. Im Hintergrund ein Basketballkorb.
Nils Ruttmann ist seit September 2019 Geschäftsführer der Eisbären Bremerhaven. Bild: Radio Bremen
Im normalen Playoff-Modus haben die ersten vier Teams der Hauptrunde in der "Best-of-five"-Serie drei Heimspiele und somit einen Vorteil. Bedauern Sie, dass dieser nun wegfällt?
Das ist der große Preis, den wir bezahlen. In der Spitze wird es aber eine kleine Relativierung geben. Falls der Erst- und Zweitplatzierte in einer der beiden Gruppen punktgleich sind, würde es ein Entscheidungsspiel geben. Und derjenige, der in der Hauptrunde in der Tabelle besser platziert war, hat dann das Heimrecht.
Wird es Heim- und Auswärtsspiele am Ende tatsächlich geben? Oder befürchten Sie, dass noch eine "Bubble" kommt und alle Teams die Spiele an einem neutralen Ort austragen müssen?
Mit Blick auf das Hygienekonzept bin ich da optimistisch. Wir haben uns bisher in allen anderen Hallen gut aufgehoben gefühlt. Und dies bekommen wir wiederum auch von anderen Teams bezüglich der Spiele bei uns in Bremerhaven gespiegelt. Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht der Infektionszahlen in der ProA aktuell gehe ich davon aus, dass es Heim- und Auswärtsspiele geben wird.
Die Eisbären liegen aktuell auf dem achten Rang und haben noch fünf Nachholspiele in der Hinterhand. Planen Sie schon sicher für die Playoffs?
Die Playoffs sind natürlich das Ziel. Bremerhaven hat seit zehn Jahren keine Playoffs mehr gespielt. Wenn es klappt, wäre das toll. Wir haben erst zehn Siege, sind aber auch das Team mit den wenigsten Spielen bisher. In der Niederlagen-Spalte liegen wir mit sechs verlorenen Spielen auf Rang acht. Jena und Heidelberg an der Ligaspitze haben vier Niederlagen, der Dritte Rostock wie wir sechs. Wenn wir alles in Relation setzen, landen wir zwischen Rang drei und acht.
Im vergangenen Jahr haben die Eisbären freiwillig auf einen möglichen Aufstieg verzichtet. Wie würde es in diesem Jahr aussehen?
Es ist noch zu früh, sich dazu final zu äußern. Meines Wissens nach hat sich die 1. Liga bezüglich der Lizenzstatuten noch nicht geäußert. Da gab es im letzten Jahr aufgrund von Corona bereits Anpassungen. Wir werden bestmöglich prüfen, was sinnvoll und machbar für uns ist.

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Autor

  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 3. März 2021, 23:30 uhr