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Eisbären-Boss Grube: "Baskets Oldenburg sind unehrenhaft"

Die Eisbären Bremerhaven sind nach 14 Jahren aus der Basketball-Bundesliga abgestiegen. Geschäftsführer Grube erhebt im Interview Vorwürfe gegen die Baskets Oldenburg.

Jan Niklas Wimberg kämpft unter dem Korb gegen zwei Spieler des MBC.
Dicht dran, aber doch knapp unterlegen: Die Eisbären verloren gegen den Mitteldeutschen BC mit 87:90 und stiegen dadurch ab. Bild: Imago | Hartmut Bösener
Die Eisbären Bremerhaven sind abgestiegen – wie nehmen Sie das auf?
Ich bin total konsterniert, ich hätte das nie gedacht. Die Performance unserer Mannschaft war nicht gut, nicht so, wie in den vergangenen Spielen. Das war vielleicht der Nervosität geschuldet – und der denkbar ungünstigen Bekanntgabe der Lizenzverweigerung vor so einem wichtigen Wochenende.
Eisbären-Geschäftsführer Wolfgang Grube im Gespräch mit dem Sportblitz.
Ist sauer auf die Baskets Oldenburg: Eisbären-Geschäftsführer Wolfgang Grube.
Wie enttäuscht sind Sie, dass nach 14 Jahren in der Bundesliga der Abstieg besiegelt wurde?
Ich bin sehr traurig, das ist mein Lebenswerk. Und es ist traurig für die Stadt, die uns immer so toll unterstützt hat und es hoffentlich auch weiterhin tut.
Man hätte den Klassenerhalt aber auch schon vorher schaffen können. Woran hat es bei den Eisbären in dieser Saison gelegen?
Wenn Sie die Spiele angucken, wie gegen Frankfurt, Braunschweig oder Berlin, das waren ganz knappe Niederlagen, die uns natürlich weh getan haben. Aber die größte Sauerei ist die Wettbewerbsverzerrung durch Oldenburg. Da durfte der Sohn vom Trainer mitspielen, der die ganze Saison nicht zum Einsatz kam, und noch zwei weitere Spieler, die kaum vorher gespielt hatten. Das war klare Wettbewerbsverzerrung und dazu stehe ich auch. Das hätte ich nie erwartet von einem deutschen Bundesliga-Klub wie den Baskets, das ist unehrenhaft.
Nun haben Sie die Lizenz für die 2. Liga (Pro A) mit Auflagen bekommen – was für Auflagen sind das?
Das ist eine Auflage, die acht andere Vereine auch bekommen haben: Sie müssen bis Mitte des Jahres 60 bis 80 Prozent der Spielerverträge vorlegen, mehr nicht.
Enttäuschte Eisbären-Fans sitzen auf der Tribüne mit Seemanns-Hütchen auf dem Kopf.
Enttäuschung pur: Die mitgereisten Eisbären-Fans konnten den Abstieg kaum fassen. Bild: Imago | Hartmut Bösener
Gibt es schon eine Entscheidung, ob es in der 2. Liga für Eisbären weitergeht?
Nein, das weiß ich absolut nicht. Ich schlafe erst einmal über so eine Entscheidung und muss auch mit unseren Partnern sprechen, ob die überhaupt weitermachen möchten. Die meisten Spieler fliegen jetzt direkt nach Hause, viele Verträge enden ja mit dem letzten Spieltag. Eigentlich wollten wir uns ja um die Berufung wegen der Lizenz kümmern, aber jetzt läuft in den nächsten Tagen alles anders als wir es geplant hatten.

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  • Ariane Wirth

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 13. Mai 2019, 18:06 Uhr