Mit Sekt, Queen und Präsenten: Bremer Baseballer sorgen für Furore

Video vom 5. Oktober 2021
Jan Schnetlage von den Bremen Dockers schlägt einen Baseball.
Bild: Bremen Dockers
Bild: Bremen Dockers

Die Bremen Dockers sichern sich in der 2. Bundesliga auf der Zielgeraden den Titel. Trotz eines Hypes in den 1990er-Jahren fristet Baseball weiterhin ein Nischendasein.

Laut und nass wurde es nach Spielende. Zu den Klängen des Queen-Stadionklassikers "We are the Champions" verpassten die Baseballer der Bremen Dockers ihrem Trainer Alberto Orti Roig eine Sektdusche – und die war hochverdient. Denn dank zweier Heimsiege beim finalen Doppelspieltag gegen die Kieler Seahawks sicherten sich die Dockers auf der Zielgeraden der 2. Baseball-Bundesliga Nord-Ost noch den Meistertitel. "Das ist ein großer Erfolg für uns", sagte Olaf Stölting, 2. Vorsitzender des Vereins, im Gespräch mit buten un binnen.

Baseball ist ein Nischensport

Obwohl Baseball weltweit von geschätzt einer halbe Milliarde Menschen gespielt wird, fristet der Schlagsport in Deutschland weiterhin ein Nischendasein. Bekannt machten ihn hierzulande US-amerikanische Soldaten, die ihn in den 1950er-Jahren aus ihrer Heimat nach Deutschland brachten. Schon bald gab es erste offizielle Meisterschaften, bis der Sport im Laufe der Jahrzehnte an Bedeutung verlor. Nach einem kurzzeitigen Hype in den 1990er-Jahren ist das Interesse am Baseball inzwischen wieder rückläufig. Während der deutsche Soft- und Baseballverband vor rund 20 Jahren knapp 28.5000 Mitglieder zählte, übten den Sport im Jahr 2020 noch rund 22.500 Spieler aus.

In Bremen sind die Dockers der einzige Baseball-Verein. Beheimatet sind sie bei der Bremer Turnvereinigung von 1877. Eine eigene Baseball- und Softballabteilung führt der BTV seit dem Jahr 1998. Heute laufen die rund 100 Bremer Baseballer in drei Männer-, drei Jugend- und einer Frauenmannschaft auf. "Die Mitgliederzahl hält sich bei uns konstant", sagt Stölting. "Manchmal tut sich eine lange Zeit nichts, dann kommen auf einmal wieder mehrere Leute."

Die Bremer Dockers spielten auch schon in der Bundesliga

Die Spieler der Bremen Dockers feiern ihren Titel mit einer Sektdusche.
Mit einer Sektdusche feierten die Bremen Dockers ihren Titelgewinn. Bild: Bremen Dockers

In bislang drei Spielzeiten liefen die Dockers bereits in der Bundesliga auf: Nach einem kurzen Gastspiel im Jahr 1998 schafften die Bremer nach dem Aufstieg im Jahr 2018 sogar den Klassenerhalt. "Das war schon außergewöhnlich", erzählte Stölting. "Die großen Teams spielen, was Trainingsmöglichkeiten und Spielerpersonal betrifft, in einer ganz anderen Welt als wir."

Durch den Abstieg im Jahr darauf rutschten die Dockers wieder eine Klasse tiefer, wo sie bislang auch blieben. Eigentlich wären die Bremer mit dem Meistertitel in der 2. Liga nun wieder ins Baseball-Oberhaus aufgestiegen, doch weil die Saison coronabedingt kürzer war als gewöhnlich, verzichtet die Liga auf einen Aufsteiger. In der kommenden Saison starten die Dockers einen neuen Versuch. "Aber selbst wenn wir im kommenden Jahr aufsteigen dürften, müsste man sehen, ob wir das finanziell und personell überhaupt wuppen können", so Stölting.

Der Erfolgscoach geht von Bord

Die Spieler der Bremen Dockers feiern den Meistertitel.
Dank zweier Siege am letzten Doppelspieltag gewannen die Bremen Dockers die Zweitliga-Meisterschaft. Bild: Bremen Dockers

Zukünftig müssen die Bremer jedoch ohne ihren Erfolgstrainer auskommen. Zwar bleibt Orti Roig dem Team als Spieler erhalten, doch weil der Spanier mehr Zeit mit seiner Familie verbringen möchte, fahnden die Dockers für den Trainerposten nun nach einem Nachfolger. Nach sieben Jahren, in denen Orti Roig die Geschicke der Mannschaft leitete, verabschiedeten ihn die Dockers in seinem letzten Spiel standesgemäß: nämlich mit der Meisterschaft und einem mit spanischen Delikatessen gefüllten Präsentkorb.

Mein erstes Mal: Baseball

Video vom 2. August 2016
Reporter mit Helm
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 3. Oktober 2021, 19:30