Bremer Handballer haben große Pläne – und den DHB-Pokal im Blick

Nach langer Corona-Pause meldet sich der ATSV Habenhausen im Ligapokal mit einem Paukenschlag zurück. Auf lange Sicht wollen die Bremer in die 2. Handball-Bundesliga aufsteigen.

Video vom 12. April 2021
Der Trainer der ATSV Habenhausen Matthias Ruckh sieht sich auf seinem Laptop die Videoanalyse der Drittligasaison seiner Habenhauser-Handballerer an.
Bild: Radio Bremen

Mit einem echten Nervenkrimi sind die Handballer des ATSV Habenhausen aus der Corona-Pause gekommen. Im ersten Spiel des Ligapokals lagen die Bremer am Sonntag auswärts beim OHV Aurich anderthalb Minuten vor dem Abpfiff bereits mit zwei Toren hinten. Quasi in allerletzter Sekunde erkämpften sie sich aber durch einen Ballgewinn und einen Distanzwurf nahezu übers ganze Feld ein 32:32 (16:16)-Unentschieden. Ein Ergebnis, mit dem Matthias Ruckh, Trainer des Drittligisten, mehr als gut leben konnte. "Es war sehr dramatisch", sagt der 37-Jährige im Gespräch mit dem Sportblitz. "Für uns ist das wie ein Auswärtssieg, auch wenn es nur einen Punkt gibt."

Halbes Jahr ohne Pflichtspiel

Nach einer gefühlten Ewigkeit kehrten die Bremer also mit einem Erfolgserlebnis auf die Platte zurück. Für Ruckh war es ein "fantastisches" Gefühl: "Man war einfach nur froh, endlich wieder in der Halle zu sein." Das letzte Pflichtspiel hatte seine Mannschaft vor rund einem halben Jahr absolviert. Damals noch als Aufsteiger in der 3. Liga. Weil die Saison inzwischen vorzeitig abgebrochen wurde, hat der ATSV die Klasse gehalten – und den Nicht-Abstieg unter dem Motto "Der Fahrstuhl bleibt kaputt" gefeiert.

2. Liga ist das Fernziel der Habenhauser

ATSV-Trainer Matthias Ruckh gibt ein Interview.
Hat seinen Vertrag bis 2023 verlängert: ATSV-Trainer Matthias Ruckh. Bild: Radio Bremen

Nach wechselhaften Jahren mit vielen Aufstiegen und Abstiegen soll es für den Klub künftig wenn, dann nur noch nach oben gehen: Die 2. Liga ist das Fernziel der Bremer. "Erst einmal wollen wir uns aber in der 3. Liga etablieren", so Ruckh, der vor kurzem seinen Vertrag bis 2023 verlängert hat. Wenn sein Kontrakt endet, möchte der ambitionierte Verein im oberen Drittel der Tabelle mitspielen. Der nun gestartete Ligapokal, in dem neben dem ATSV fünf weitere Mannschaften mitwirken, bietet dem Verein die Möglichkeit, auch abseits des Spielfelds die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. Denn im Idealfall könnte Bremens höchstes Männer-Handball-Team in der kommenden Saison im DHB-Pokal starten. So wie schon im vergangenen Jahr, nachdem die Habenhauser überraschend den deutschen Amateur-Pokal gewonnen hatten.

Heimvorteil entfällt für die Bremer

Zwar kamen die Bremer damals im Erstrunden-Duell gegen den Erstligisten Hannover-Burgdorf ordentlich unter die Räder. Aber für Verein, Spieler und Fans war es trotzdem ein Highlight. Und was noch wichtiger war: die Möglichkeit, sich zu präsentieren. "Es geht viel um die Außenwirkung", so Ruckh. Nicht nur, um sich Sponsoren anzubieten, sondern auch, um für den Handball-Standort Bremen zu werben. Die Chance, dass sein Team hierzu noch einmal die Möglichkeit bekommt, schätzt Ruckh hoch ein: "Der Pokal liegt uns. Und es gibt keine Topfavoriten. Alle sechs Teams haben dieselben Voraussetzungen."

Ein Vorteil entfällt den Bremern jedoch in dem Wettbewerb, der nach dem Modus "Jeder gegen jeden" abläuft. Nämlich der Heimvorteil. Wegen der aktuellen Corona-Verordnung darf der ATSV zwar in seiner Stammhalle trainieren, aber keine Spiele ausrichten. Zwar sind die ausstehenden zwei Heimpartien noch als ebensolche terminiert, doch das könnte sich kurzfristig ändern. Wie bereits zum Auftakt gegen Aurich geschehen.

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Autoren

  • Dino Bernabeo Redakteur und Autor
  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 12. April 2021, 18:06 Uhr