Unklarheit bei Bremer Sportvereinen: Wer darf was und wer nicht?

Im November kommt der Freizeit- und Amateursport nahezu zum Erliegen. Welche Sportarten von den Corona-Maßnahmen ausgenommen sind, will die Sportbehörde am Freitag entscheiden.

Ein Golfer beim Abschlag.
Golf zählt allgemein zu den Individualsportarten. Noch ist aber unklar, ob Golfer trotz der jüngsten Corona-Maßnahmen in Bremen weiter ihren Sport ausüben dürfen. Bild: Imago | ZUMA Wire

Der Amateursport soll bundesweit ab Montag für vier Wochen weitestgehend ruhen – das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs am Mittwoch auf ihrem Corona-Gipfel beschlossen. Betroffen vom Sport-Lockdown sind sowohl der Liga- als auch der Trainingsbetrieb, zudem schließen öffentliche und private Sportanlagen den November über. Ausgenommen von der Regelung ist der Individualsport. Sich allein, zu zweit oder mit dem eigenen Haushalt sportlich zu betätigen, ist also weiterhin erlaubt. Die Umsetzung der festgelegten Maßnahmen liegt nun bei den Ländern – so auch beim Bremer Senat.

Die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz und der Bundeskanzlerin müssen jetzt zügig in geltendes Recht überführt werden. Das erfolgt mit Hochdruck.

David Lukaßen, Sprecher der Sportbehörde

Welche Sportarten zu den Individualsportarten gezählt werden, ist jedoch teilweise noch unklar. Fakt ist: Joggen und Radfahren, etwa am Osterdeich oder im Bürgerpark, ist weiterhin gestattet. Aber was ist mit Reiten, Rudern, Golf, Tennis und Leichtathletik? Für einige Bremer Vereine stellt sich folglich die Frage, ob die Einzel- oder Paarsportarten, die sie im Angebot haben, in naher Zukunft noch erlaubt sind. Im Senat ist man sich der Unklarheit in den Vereinen als auch der Dimension der Entscheidung, was als Individual- und was als Teamsport gilt, bewusst. Denn je nach Auslegung hat der Beschluss für die Vereine und ihre Mitglieder gewichtige Folgen.

Auf Grundlage der Erfahrungen der letzten Monate wissen wir, welche Besonderheiten und Fragen es gibt, die dabei berücksichtigt werden müssen.

David Lukaßen, Sprecher der Sportbehörde

Der Senatsentscheid wird daher unter anderem auch beim Bremer Tennis-Club von 1912 mit Hochspannung erwartet. Nicht nur aus sportlicher, sondern auch aus finanzieller Hinsicht. "Falls wir schließen müssen, müssen wir Rückerstattungen leisten", sagt Rolf Mammen, zweiter Vorsitzender des Vereins. Denn für die Erstattung bereits gebuchter Hallenplätze käme ein "erkleckliches Sümmchen" zusammen. Beim Golf-Club Oberneuland (GCO) wiederum hofft man "auf eine Ausnahmegenehmigung", so Klubmanager Sebastian Hochbaum. Er setzt darauf, dass auf der Anlage des Vereins zumindest ein "Teilbetrieb" möglich ist. In dem Fall könnten zwar weniger Golfer als sonst ihrem Sport nachgehen, doch immerhin käme das Treiben auf der Anlage nicht völlig zum Erliegen. Ob sich die Hoffnungen der Bremer Individualsportler erfüllen, entscheidet sich am Freitag. Denn dann soll der entsprechende Beschluss im Laufe des Tages vorliegen, wie die Sportbehöde auf Nachfrage von buten un binnen mitteilte.

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Video vom 28. Oktober 2020
Andreas Vroon, Präsident des Landessportbunds Bremen im Interview im Sportblitz.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 28. Oktober 2020, 18:006 Uhr