Aerosol-Test in der Bremerhavener Eishalle macht Hoffnung auf Publikum

Audio vom 29. Juni 2021
Drei Schaufenster-Puppen mit Trikots, Schal und Basecap sitzen auf einer Tribüne.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Die Wissenschaftler ziehen nach ihren Messungen ein positives Fazit. Aber dürfen nun wieder Fans der Fischtown Pinguins in die Arena?

"Wie erwartet, sieht das insgesamt sehr gut aus", sagt Wolfgang Schade vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut aus Goslar nach seinen Aerosol-Messungen in der Bremerhavener Eishalle. In der vergangenen Woche hatte er gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlern Puppen auf der Tribüne platziert, die die menschliche Atmung simulierten. Damit wollten die Betreiber der Eishalle herausfinden, wie groß die Gefahr ist, sich in der Arena mit dem Coronavirus zu infizieren.

An sechs verschiedenen Punkten in der Halle haben die Wissenschaftler die Konzentration der Aerosole gemessen. Sie sei gering bis vernachlässigbar gewesen. Laut Schade ergaben die Messungen, dass etwa 25 Partikel pro Minute auf Nachbarplätzen ankommen, an manchen Plätzen sogar nur 15. "Davon ausgehend, dass jedes zehnte Partikel mit einem Virus belastet ist, würde ein Sitznachbar 2,5 Viren pro Minute aufnehmen", heißt es in der Studie. Bei einer Veranstaltungsdauer von einer Stunde entspricht das einer Dosis von maximal 150 aufgenommenen Viren.

Die Anzahl der Viren, die aufgenommen werden müssen, um sich mit dem Coronavirus zu infizieren, schwanken in der Literatur sehr stark. Schade weist auf eine Untersuchung des Forschungszentrums für Molekulare Medizin in Wien aus dem Herbst vergangenen Jahres hin, das von durchschnittlich 500 Viren ausgeht. Andere Untersuchungen würden sogar höhere Zahlen ansetzen.

Im August darf Publikum in die Halle

"Wir können nun mit gutem Gewissen unser Publikum zu weiteren Tests in die Eisarena locken", sagt Othmar Gimpel, Geschäftsführer der Stadthalle. Am 9. August dürfen Fans beim Training der Fischtown Pinguins dabei sein. Die Stadthalle will das sogenannte Proximity-Tracing-Verfahren testen. Dieses Verfahren soll die Nachverfolgbarkeit sicherstellen. Die Fans bekommen tragbare Geräte, die Begegnungen registrieren, indem sie per Bluetooth anonyme Zufalls-Codes austauschen. Damit soll das Gesundheitsamt entlastet werden.

"Wenn wir die Empfehlungen der Studie und die Erfahrungen aus dem "Proximity-Tracing-Verfahren" miteinander kombinieren, dürften wir fürs Publikum und für die Mitarbeitenden einen sicheren Rahmen für Veranstaltungen mit vielen Menschen geschaffen haben", so Gimpel weiter. "Das sind wichtige Erkenntnisse für die gesamte Veranstaltungsbranche."

Dummys, die atmen: Eisarena in Bremerhaven misst Aerosol-Ausbreitung

Video vom 21. Juni 2021
Ein Wissenschaftler forscht mit Dummies in der Bremerhavener Eisarena zur Ausbreitung von Aerosolen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema:

Autorin

  • Sonja Harbers Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 29. Juni 2021, 15 Uhr