Bremer OHB begrüßt Ausstieg eines US-Finanzinvestors

  • OHB begrüßt Ausstieg von Guy Wyser-Pratte
  • Amerikanischer Finanzinvestor verkauft Großteil seiner OHB-Aktien
  • Guy Wyser-Pratte hatte Raumfahrtunternehmen heftig kritisiert
Firmengebäude OHB nahe der Universität Bremen
Die Familie Fuchs hatte das Unternehmen 2001 an die Börse gebracht. OHB befindet sich zu knapp 70 Prozent in Hand der Familie Fuchs.

Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB hat mit Erleichterung auf den Ausstieg eines prominenten amerikanischen Investors reagiert. Man freue sich, wenn Aktionäre Geld mit dem Verkauf von OHB-Aktien verdienten, heißt es beim Unternehmen.

Finanzinvestor Guy Wyser-Pratte mit Kopfhörern
Der Verkauf der OHB-Aktien hat sich für Guy Wyser-Pratte gelohnt. Bild: dpa | Uli Deck

Guy Wyser-Pratte, der an der Wall Street als sogenannte Heuschrecke gilt, hatte den Vorstand des familiengeführten Unternehmens im Sommer scharf angegriffen. Der Amerikaner will eigenen Angaben zufolge den größten Teil seines Aktienpakets verkauft haben. Er hatte vor zwei Jahren für dreieinhalb Millionen Euro ein Prozent der OHB-Aktien übernommen – und diese jetzt mit einem Gewinn von 120 Prozent verkauft, weil der Wert der Aktien sich mehr als verdoppelt hatte.

Wie schon in der Vergangenheit setzte Wyser-Pratte auch im Fall OHB die Geschäftsführung unter Druck, um den Aktienkurs hochzutreiben. Dem OHB-Vorstand hatte er unter anderem vorgeworfen, "intransparent" zu handeln. Außerdem sei die Führung zu eng mit der Familie Fuchs verflochten, die bis heute mit 70 Prozent größter Aktionär ist.

Natürlich freut es uns, wenn OHB-Investoren Gewinne erzielen. Darin liegt schließlich der Sinn des Aktienmarkts. Wir haben aus diesem Austausch auch Anregungen gewonnen, die uns für die Zukunft hilfreich sein können.

Marco Fuchs, OHB-Vorstandsvorsitzender

Die Aufsichtsvorsitzende und Mitgründerin der Firma – Christa Fuchs – griff der Investor wegen ihres Alters persönlich an. Das Unternehmen sah sich anschließend gezwungen, mit einem Offenen Brief an seine Aktionäre auf die Angriffe zu reagieren. OHB beschäftigt heute rund 2.000 Menschen, davon 760 Mitarbeiter am Stammsitz in Bremen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 6. Dezember 2017, 19:30 Uhr