Belegschaft hat entschieden: Premium Aerotec Varel bleibt bei Airbus

Vor einem Werksgebäude von Aerotec protestieren IG-Metall-Mitglieder.

Zukunft von Airbus-Tochter-Aerotec in Varel: Mitarbeiter stimmen ab

Bild: DPA | Sina Schuldt
  • Airbus wollte seine Tochter Aerotec verkaufen
  • IG Metall war dagegen und erkämpfte Vetorecht
  • Mitarbeiter konnten abstimmten – und lehnten ab

Die Mitarbeiter des Premium-Aerotec-Werks in Varel haben sich nach Angaben der IG Metall gegen einen Verkauf an einen Investor entschieden. 74,5 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder votierten dafür, dass das Werk weiterhin zum Konzern des europäischen Flugzeugbauers Airbus gehören solle, teilte die Gewerkschaft am Montag mit. "Wir haben immer deutlich gemacht, dass wir diesem Votum folgen werden, das ist gelebte Demokratie", sagte Verhandlungsführer der Gewerkschaft Daniel Friedrich.

Das was wir erlebt haben, ist doch ne große Verunsicherung der weltpolitischen Lage. Also es sind viele Faktoren dazu gekommen. Die Kollegen haben in der Vergangenheit erlebt, was es auch heißt, mit Airbus durch Krisenzeiten zu gehen. Sie haben sehr wohl wahrgenommen, was in der Coronaphase auch passiert ist. Aber genau muss man schon sagen, dass diese weltpolitische Lage, also: "Wie entwickelt sich die Luftfahrt?" und "Was macht dieser Russlandkrieg?", das waren immer alles Dinge, die wir auch als Fragezeichen hatten an der Ecke.

Betriebsrat Thomas Busch

Für den Verbleib im Airbus-Konzern haben sich Airbus und IG Metall auf eine Restrukturierung, eine Mindestbeschäftigung von 1.000 Vollzeitstellen sowie eine Weiterentwicklung der Arbeitsinhalte in Varel verständigt, hieß es. Damit sei die Zukunft von Varel bis 2030 abgesichert. Airbus wollte die Einzelteilfertigung eigentlich an die Firma Muhr und Bender (Mubea) aus Nordrhein-Westfalen verkaufen, brauchte dafür aber die Zustimmung der Gewerkschaft.

Mubea wollte ausbauen

Das Unternehmen hatte angekündigt, die Zahl der Arbeitsplätze in Varel aufzustocken, weil es sich in der Luftfahrt ein zweites Standbein aufbauen will. Beide Unternehmen schlossen betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2030 aus.

Die Nachrichten vom 17. September

Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 26. April 2022, 8 Uhr