Angriff im Kreis Osterholz: Umweltminister verspricht Wolfsabschüsse

Eine Gruppe steht am Deich
Bild: Radio Bremen | Dirk Bliedtner
  • Niedersachsens Umweltminister besucht Tierhalter in Loxstedt
  • Wölfe hatten im Landkreis Osterholz mindestens 30 Schafe getötet
  • Land Niedersachsen prüft auch Obergrenze für Wölfe

Nach den Angriffen auf Weidetiere zwischen Bremen und Bremerhaven sollen bis zu zwei Wölfe getötet werden. Das hat der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) in Loxstedt bei Bremerhaven Landwirten und Schäfern zugesichert.

Für den Abschuss wird es eine Ausnahmegenehmigung geben, sagte Lies. Denn Wölfe sind gesetzlich streng geschützt. In der betroffenen Küstenregion gibt es laut Lies zwei Rudel. Je Rudel könne ein Tier getötet werden. Dadurch sollen die Wölfe lernen, dass der Mensch eine Gefahr ist und so zurückgedrängt werden.

Lies: Zaun erfüllte alle Vorgaben

Bei dem Angriff am vergangenen Wochenende am Deich bei Rade im Kreis Osterholz erfüllte der Weidezaun laut Lies alle Vorgaben. Das reiche offensichtlich nicht aus, um die Wölfe abzuschrecken. Mindestens 30 Schafe waren bei dem Angriff gestorben. Zuvor hatten Wölfe auch Ponys gerissen. "Wir haben eine Kulturlandschaft", betonte Lies. Und die Schafhaltung auf den Deichen sei für den Deichschutz wichtig.

Vor einigen Tagen hatte der zuständige Wolfsberater Hermann Kück schon seinen Rücktritt erklärt. Er wolle sich nicht vor einer Fernsehkamera erklären müssen, wenn einmal ein Mensch durch einen Wolf zu Schaden käme. Und auch das Landvolk Wesermünde hatte einen Abschuss gefordert.

Niedersachsen denkt über Obergrenze nach

Zurzeit prüft das Land mit Gutachten den Bestand, sagte Lies. Damit soll unter anderem geklärt werden, wo die Obergrenze für den Wolfsbestand aussehen könnte. Was kann die Bevölkerung noch akzeptieren? Aus Sicht des Umweltministers muss die Situation regional unterschiedlich bewertet werden.

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  • Dirk Bliedtner Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 11. Dezember 2021, 16 Uhr