So entlarven Sie versteckte Zuckerfallen

Was ist gesund, was nicht? Gar nicht so leicht zu erkennen. Der Zuckergehalt in einigen Lebensmitteln ist alles andere als harmlos. Diese sollten Sie kennen.

Würfelzucker auf einem Teller (Symbolbild)
Laut Weltgesundheitsorganisation sollten wir nur sechs Teelöffel Zucker am Tag essen – oft sind es aber deutlich mehr. Bild: DPA | Christoph Hardt/Geisler-Fotopress

Unser Körper braucht gar keinen normalen Zucker. Was wir als Energielieferant brauchen, ist Glukose – also Traubenzucker. Den aber produziert unser Körper auch ganz automatisch, wenn wir zum Beispiel Brot, Kartoffeln oder Nudeln essen. Geht es nach der Weltgesundheitsorganisation sollten wir maximal sechs Teelöffel Zucker täglich zu uns nehmen. Nicht dazu zählt natürlicher Zucker in Obst, Gemüse oder Milch.

Wie Zucker unsere Körper belastet

Aber warum ist mehr Zucker eigentlich so gefährlich? Normaler Haushaltszucker – Saccharose –besteht aus Glukose und Fruktose. Beides verarbeiten wir unterschiedlich. Fruktose, also Fruchtzucker, wird über die Leber verstoffwechselt. Essen wir zu viel davon, ist die Leber überfordert. Glukose hingegen geht ins Blut und wird mit Hilfe des Hormons Insulin verarbeitet. Stimmt das Verhältnis dort nicht mehr, können ebenfalls Krankheiten wie Übergewicht und Diabetes entstehen.

Fest steht: Viele von uns essen zu viel Zucker. Doch ihn zu erkennen, ist alles andere als einfach. Helfen soll bald die Nährwertampel Nutri-Score. Sie soll anzeigen, ob Produkte besonders viel Zucker oder Salz enthalten. Doch die Hersteller können freiwillig entscheiden, ob sie den Nutri-Score ausweisen oder nicht. Bis dahin geben wir ein paar Orientierungshilfen, wo versteckter Zucker lauert und wie man ihn vermeidet.

1 Apfelsaft

Ein Glas Apfelsaft enthält ähnlich viel Zucker wie ein Glas Cola. Einziger Pluspunkt für den Apfelsaft: Ein paar Vitamine, die wir damit zu uns nehmen. Besser: Den Apfelsaft zumindest als Schorle trinken. Noch besser: Wasser trinken!

2 Fertige Smoothies

Die Drinks aus dem Supermarkt enthalten häufig viel zu viel Zucker. Außerdem können beim Mixen Ballaststoffe und Vitamine zerstört werden. Ein Stück Obst sollte der Smoothie am Morgen deshalb nur hin und wieder ersetzen, rät die Ernährungsexpertin Antje Gahl. Ein Tipp: Den Smoothie selbst mixen – möglichst grün, mit viel Gemüse und Salat und beispielsweise beim Apfel die Schale einfach dranlassen.  

3 Frühstücksmüslis

Müslis oder andere Frühstücksflocken aus dem Supermarkt enthalten häufig große Mengen Zucker – sie machen die Mischung süßer, aber auch zu echten Kalorienbomben. Besser: Das Müsli selber zusammenstellen und dazu beispielsweise Haferflocken mit Früchten mischen.

4 Joghurts

Joghurt enthält zwar wichtiges Calcium. Wer im Kühlregal aber nach gesüßten Joghurts greift, der bekommt auch eine große Portion Kalorien dazu. Besser: Naturjoghurt oder griechischen Joghurt mit frischem Obst selbst mischen, empfehlen Ernährungsexperten. Fruchtzucker ist nämlich in jedem Fall die gesündere Variante zum Haushaltszucker.

5 Fertige Salatdressings

Was sich beim fertigen Joghurt oder beim Müsli zeigt, gilt auch für Salatsaucen. Diese sollte man lieber selbst mixen. Zucker ist ein Geschmacksträger und wird deshalb gerne genutzt, um selbst bei fettarmen Varianten den Pepp in der Sauce nicht zu verlieren.

Autorin

  • Kerstin Staben

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 24. Oktober 2019, 19:30 Uhr