Vatertag: Aufgepasst beim Rad- und Bootfahren

Wer an Christi Himmelfahrt plant, sich das ein oder andere Bier zu genehmigen, sollte aufpassen: Gerade bei Radfahrern schaut die Bremer Polizei ganz genau hin.

Silhouette: Mann mit Fahrrad und Anhänger, auf dem Bierkisten transportiert werden
"Viele Leute sind sich nach wie vor nicht wirklich bewusst, das betrunkenes Radfahren auch durchaus mal den Führerschein kosten kann", sagt Polizeisprecher Nils Matthiesen. Bild: DPA | Patrick Pleul

Die Kombination ist beliebt: Ein freier Tag, ordentliches Wetter, ein Fahrrad und ein Bierchen. Mit ein bisschen Glück bietet auch der diesjährige Vatertag alle vier Dinge. Daran, dass einen unbeschwerte Radtouren jedoch ziemlich schnell teuer zu stehen kommen lassen können, erinnert auch dieses Jahr die Bremer Polizei.

"Der Vatertag ist da in gewisser Weise schon ein bisschen besonders, es sind mehr Radfahrer unterwegs als etwa am 1. Mai", begründet Polizeisprecher Nils Matthiesen die verstärkte Kontrolle von Radlern. Außerdem sei Alkohol eine der "Top 5 Unfallursachen" bei Radfahrern. Aber ab wann drohen beim Thema Rad und Alkohol eigentlich Konsequenzen?

Alkohol am Lenker: Was erlaubt ist – und was nicht

Autofahrer, die mit 0,5 Promille erwischt werden, erhalten eine Geldbuße. Ab 1,1 Promille gelten Fahrer als absolut fahruntüchtig, und der Führerschein ist für mindestens sechs Monate weg, auch wenn sich ohne Fehlverhalten im Straßenverkehr bewegt wurde. Bei Radfahrern liegt diese Grenze jedoch ein gutes Stück höher, denn erst ab 1,6 Promille begeht man nach Gesetz eine Straftat. Wer betrunken Fahrrad fährt, von der Polizei angehalten wird und die Blutalkoholkonzentration bei 1,5 Promille liegt, darf ungestraft weiterfahren – theoretisch.

Ganz so einfach ist es in vielen Fällen dann nämlich doch nicht. Beispielsweise immer dann, wenn Radler geltende Fahrrad-Verkehrsregeln missachten, Schlangenlinien fahren oder einen Unfall verursachen. In diesem Fall liegt schon ab 0,3 Promille eine Straftat vor, und es kann je nachdem zu Bußgeld oder Punkteverlust kommen.

Bei 1,6 Promille oder mehr drohen noch härtere Konsequenzen: Wegen des Verstoßes gegen das Verkehrsrecht gibt es drei Punkte in Flensburg samt einer Geldstrafe von meist einem Nettomonatsgehalt. Zudem muss der Radler mit der Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) rechnen – auch als "Idioten-Test" bekannt. Wird die Untersuchung nicht bestanden, kann ein Fahrverbot ausgesprochen werden und der Pkw-Führerschein wird entsprechend entzogen. Sogar ein unbefristetes Rad-Fahrverbot ist möglich.

Kontrollen auch auf dem Wasser

Nicht nur auf dem Fahrrad ist jedoch Vorsicht beim Alkoholkonsum geboten. Auf dem Wasser ist die Polizei ebenfalls unterwegs und achtet darauf, dass Skipper, Rudergänger und Sportbootführer sich an Vorschriften halten. Aber auch anderen Personen an Bord empfiehlt die Polizei Alkoholverzicht. "Sollte es doch mal zu einem Notfall kommen, sind Betrunkene auf einem Boot nicht die besten Ersthelfer", so Sprecher Matthiesen.

Auf den See- als auch auf den Binnenschifffahrtsstraßen gilt die 0,5-Promillegrenze. Eine Überschreitung dieses Wertes stellt automatisch eine Ordnungswidrigkeit dar. Ähnlich wie beim Fahrrad können jedoch auch 0,3 Promille schon zur Strafverfolgung führen, wenn alkoholbedingte Ausfallerscheinungen oder Fahrfehler festgestellt werden.

  • Jochen Duwe

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, 9. April 2018, 8:10 Uhr