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Das müssen Pilzsammler auf ihren Touren jetzt wissen

Das müssen Pilzsammler aus Bremen und Bremerhavenen wissen

Audio vom 19. September 2021
Drei lilafarbene Pilze stehen auf Moos.
Bild: Radio Bremen | Mirjam Benecke
Bild: Radio Bremen | Mirjam Benecke

Rund um Bremen und Bremerhaven gibt es einige schmackhafte Pilze zu finden. Jetzt ist die beste Zeit zum Sammeln. Und aus einem Grund gibt es besonders viele.

Jens Karius aus Weyhe kennt sie alle: Stockschwämmchen, Lila Lacktrichterling, Hexenröhrling – für den Pilzexperten ist die Bestimmung kein Problem. Der Sachverständige teilt sein Wissen mit anderen Sammlern. Dank des vielen Niederschlags stehen die Chancen auf volle Pilz-Körbe in diesem Jahr besonders gut, sagt er.

Wo findet man viele Pilze?
Die größte Artenvielfalt finden Sammler in Mischwäldern – am besten einige Tage nach einem kräftigen Regenguss, sagt Jens Karius. In Bremen und Bremerhaven selbst ist das eher schwieriger. Dafür gibt es ausgiebig Wälder im niedersächsischen Umland. Seine Sammelorte will er aber für sich behalten. Nur zwei Tipps: Im Wernerwald bei Sahlenburg und im Waldgebiet Hinzel bei Gnarrenburg sind die Chancen auf eine gute Pilz-Ausbeute derzeit sehr gut.
Ein Mann guckt in die Kamera.
Jens Karius ist Pilzsachverständiger – geprüft von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. Bild: Radio Bremen | Mirjam Benecke
Welche Pilze kommen hier vor?
Rund um Bremen und Bremerhaven findet man zum Beispiel den Hexenröhrling. Er hat eine dunkelbraune Kappe und einen rötlichen Schwamm auf der Unterseite. Man erkennt ihn auch an einer Besonderheit: Wenn man ihn anschneidet, verfärbt sich das weiße Pilzfleisch in ein kräftiges Blau. In der Pfanne wird er dann wieder gelb. Auch Täublinge mit rötlich-brauner Kappe und weißen Lamellen wachsen hier häufig. Wenn man auf einem Exemplar herumkaut und es scharf schmeckt, sollte man es sofort ausspucken. Denn dann ist der Pilz ungenießbar, warnt Karius. Nur wenn er mild bleibt, ist er essbar. Giftig sei er aber nicht.

Ein besonders beliebter Speisepilz ist der Pfifferling. Auch ihn können Sammler mit etwas Glück in den Wäldern der Region finden. Er ist gelb-orange und hat auf der Unterseite weder Röhren noch Lamellen, sondern Leisten, die sich vom Stiel bis zum Hutrand ziehen. Der Pfifferling wächst vor allem auf moosigem Untergrund, oft neben Bäumen. Doch Vorsicht: Er hat einen Doppelgänger – den falschen Pfifferling: "Ein echter Pfifferling hat immer weißes Fleisch. Daran kann man ihn auch vom falschen Pfifferling unterscheiden. Der hat orangenes Fleisch. Der ist zwar nicht giftig, aber schwer verdaulich." Wenn man Glück hat, findet man zudem unter anderem Perlpilze, den Lila Lacktrichterling oder Stockschwämmchen.
Ein brauner Pilz steht im Gras.
Anfänger sollten Röhrlinge wie den Hexenröhrling suchen. Bild: Imago | Werner Meidinger
Was sollten Anfänger beachten?
Anfängern rät Karius, Röhrlinge zu suchen. Die haben keine Lamellen, sondern eine schwammige Unterseite – auch Röhren genannt. "Alles, was mit Röhren ist, ist schon mal nicht giftig", erklärt er. Man könne mal einen ungenießbaren Gallenröhrling dabei haben, der einem die ganze Pilzpfanne versaue, aber hier in der Region gibt es keine giftigen Sorten. Auch der Frischetest sei bei Röhrlingen einfach: "Wenn man mit dem Finger so ein bisschen reindrückt und die Kuhle bleibt drinnen und kommt nicht wieder raus, dann kann der ganze Pilz weg. Dann hat der seine besten Tage hinter sich."
Ein Pilz steht im Laub.
Mit ein bisschen Glück kann man auch Pfifferlinge rund um Bremen und Bremerhaven finden. Bild: Radio Bremen | Mirjam Benecke
Wo findet man Hilfe?
Wer sich nicht ganz sicher ist, was da im Korb gelandet ist, kann sich an die Pilzsachverständigen in der Region wenden. Die prüfen kostenlos den Fund. Die Pilzsachverständigen werden auch tatsächlich regelmäßig um Rat gefragt. In der Pilzsaison bekomme er bis zu vier Anfragen pro Woche, sagt Karius. Er hat noch einen Tipp: "Was wichtig ist, wenn man Pilze bestimmen lassen will: Immer den ganzen Pilz mitbringen. Also wenn da Knollen dran sind – mitbringen." Generell rät er aber zur Vorsicht. Ohne Vorwissen sollte man keine gesammelten Pilze essen. Es gibt einige giftige Exemplare und auch alte Pilze können gefährlich werden.

Es ist Pilzsaison!

Video vom 2. Oktober 2017
Teaserbild: Pilze Animation.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorinnen

  • Mirjam Benecke Volontärin
  • Sonja Harbers Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Nachmittag, 16. September 2021, 14:38 Uhr