Fragen & Antworten

Himmelsspektakel: So schön leuchtete der größte Vollmond des Jahres

Dienstagnacht strahlte über uns der "Supermond" – und das bei bestem Wetter. Wir haben das erste Bild geschossen und Bremens Planetariumsleiter hat Tipps für Hobbyastronomen.

Am Himmel ist der größte Vollmond des Jahres zu sehen.
Am frühen Abend schon beeindruckte der größte Vollmond des Jahres über Bremen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Was ist überhaupt ein "Supermond"?
Die Mondbahn um die Erde ist nicht perfekt kreisförmig, sondern elliptisch. Durch die unterschiedlichen Entfernungen zwischen uns und dem Mond erscheint dieser mal etwas größer, mal etwas kleiner. Ist Vollmond und kommt uns dieser auf seiner Bahn besonders nahe, wird dieser als "Supermond" bezeichnet. Es ist also üblicherweise der größte Vollmond des Jahres. Der Begriff "Supermond" ist noch relativ neu und hat sich erst in den letzten Jahren durchgesetzt.
Was genau zeichnet einen "Supermond" aus?
Andreas Vogel, Leiter des Olbers-Planetariums Bremen, erklärt das Phänomen so: "Der Mond ist in Erdnähe etwa zehn Prozent größer im Durchmesser als in Erdferne." Der Größenunterschied selbst ist also gar nicht so gravierend. Wohl aber die damit verbundenen Folgen: "Auf die Fläche und Helligkeit gerechnet sind das etwa 30 Prozent. Das fällt stärker auf als die doch eher unauffällige Größenzunahme." Mit einem Fernglas oder einem kleinen Teleskop sind außerdem etwas feinere Details auf der Mondoberfläche sichtbar als sonst. Von daher ist dieses Phänomen für Mondbeobachter oder Naturliebhaber laut Vogel durchaus "super".
Wann und von wo kann so ein Mond in der Nacht am besten beobachtet werden?
Andreas Vogel erklärt, dass der Mond von der gesamten Nachtseite der Erde aus zu beobachten war. In Bremen ging der Mond am Abend um 19:18 Uhr auf. Ab dann konnte man ihn am östlichen Horizont sehen, so Vogel. Doch die ganze Pracht und Wirkung zeigte sich erst bei Nacht: "Um 1:27 Uhr steht er dann genau im Süden am höchsten Punkt seiner Bahn und erreicht die höchste Beleuchtungsstärk. Der Untergang ist war am Morgen um 7:20 Uhr."
Wie kann ein Supermond am besten fotografiert werden?
Andreas Vogel gibt einige Tipps, wie Sie den Supermond selbst gut fotografieren können: "Um die Oberflächendetails auf dem Mond zu erfassen, benötigt man eine möglichst große Brennweite. Ab etwa 200 mm kann man schon das eine oder andere Detail auf dem Mond erkennen." Außerdem solle am besten ein Stativ und Fernauslöser benutzt werden, um verwackelte Bilder zu vermeiden. Wer nur kurzbrennweitige Objektive besitzt oder das ganze mit dem Smartphone fotografieren möchte, sollte den Mond beim Auf- oder Untergang fotografieren. Am besten mit einem markanten Baum, einer interessanten Landschaft oder einem spannenden Gebäude im Vordergrund. So kann man die Stimmung ganz gut einfangen, auch wenn der Mond dann nicht besonders groß abgebildet wird.
Wirkt sich der Supermond auf andere Naturschauspiele aus?
Der Vollmond sorgt einmal dafür, dass wir weniger Sterne sehen können, denn das Licht des Mondes überstrahlt die meisten Sterne. Ein Phänomen, das man als Stadtbewohner kennt: Je mehr Straßenlaternen an sind, desto heller wird der Himmel und desto weniger sieht man noch vom Sternenhimmel.
Der Mond steuert auch unsere Gezeiten. "Bei Vollmond kommt es zu Springfluten, der Tidenhub ist auch an der Weser größer als bei Halbmond. Ein besonders erdnaher Voll- oder Neumond verstärkt diesen Effekt noch einmal", so Andreas Vogel. "Allerdings hat auch die Windrichtung und Windstärke einen großen Einfluss auf die Tiden. Außerdem steuert das Mondlicht bei einigen Tierarten wie zum Beispiel den Korallen das Laichverhalten."
Als kleiner Ausblick für alle Astronomie-Interessierten: Welche Himmelserscheinungen stehen in der nächsten Zeit noch an?
Aktuell kann man nach Sonnenuntergang unseren Nachbarplaneten als Abendstern bewundern. Nach Sonne und Mond ist die Venus das hellste Objekt am Himmel und derzeit sogar am Tage sichtbar. Am 26. April steht der zunehmende Mond nur wenige Grad unterhalb der Venus und erleichtert das Auffinden am aufgehellten Taghimmel.

Autorin

  • Madita Thomas

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, 7. April 2020, 18:15 Uhr