Sturmtief "Victoria" verschont gebeutelte Insel Wangerooge

  • Eine Woche nach dem Orkan "Sabine" traf "Victoria" Bremen und Bremerhaven
  • Eine befürchtete Sturmflut blieb aus
  • Umgestürzte Bäume sorgte für Bahnausfälle und wenige Autounfälle
Frau läuft mit einem Regenschirm durch den Regen und Wind
Der Sturm "Victoria" war nicht so kräftig wie befürchtet. Bild: DPA | Bernd Thissen

Erst sorgte Orkantief "Sabine" für Ungemach, eine Woche später trafen Ausläufer des Sturmtiefs "Victoria" Norddeutschland. Mit den Folgen kämpfen Autofahrer und auch der Bahnverkehr. Es blieb aber bei umgestürzten Bäumen und Blechschäden: Das Sturmtiefs hat in Niedersachsen und Bremen weniger gewütet als zuvor "Sabine". Auf der A29 bei Oldenburg rammten fünf Autos einen auf die Fahrbahn gestürzten Baum. Ein weiterer Wagen prallte beim Ausweichversuch in die Leitplanken. Auf der A28 bei Westerstede stieß ein Streifenwagen gegen einen umgestürzten Baum. Die Feuerwehren mussten zu zahlreichen Einsätzen ausrücken, auch der Bahnverkehr war beeinträchtigt.

Die Nordseeküste wurde trotz einer Warnung von einer erneuten Sturmflut verschont. Zwar sorgten die Sturm-Ausläufer für ungemütliches Wetter, der Hochwasserpegel stieg in Emden aber nur auf 1,09 Meter über das mittlere Hochwasser (MHW), wie eine Sprecherin des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie am Montag in Hamburg mitteilte. Auf Borkum waren es 1,01 Meter, in Bremerhaven 1,08 Meter und in Bremen 1,19 Meter. Von einer Sturmflut an der Nordseeküste spricht man, wenn die Pegelstände 1,50 Meter über dem MHW erreichen.

Keine nennenswerte Schäden auf Wangerooge

Das Bundesamt hatte zuvor für den Montagvormittag vor einer möglichen Sturmflut gewarnt. In den vergangenen Tagen war der Badestrand der Insel Wangerooge nach einer ungewöhnlichen Serie von Sturmfluten als Folge des Sturmtiefs "Sabine" größtenteils verschwunden. Die Ausläufer von "Victoria" richteten auf der Insel aber keine nennenswerten Schäden an.

Zwischen Bremen-Burg und Bremen-Vegesack war eine Bahnstrecke für mehrere Stunden gesperrt, wie ein Sprecher der Nordwestbahn sagte. Zwei Bäume seien aufs Gleis gefallen und hätten sich verkantet. Schon am Vormittag sei die Strecke aber wieder frei gewesen. Der Grünschnitt der DB Netz AG sei besser geworden, es habe schon deutlich stärkere Auswirkungen gegeben, sagte der Sprecher.

Umgestürzte Bäume im Bremer Umland

Ansonsten rollten die Züge nach Angaben der Bahn am Montagmorgen wieder. Auch die Harzer Schmalspurbahnen fuhren nach dem Zwangsstopp vom Sonntag wieder. "Alles rollt", sagte Sprecher Dirk Bahnsen. Am frühen Morgen seien zunächst vier Räumtrupps losgeschickt worden. Im Landkreis Nienburg stürzte am Sonntagabend bei Hoya ein Baum auf ein fahrendes Auto, die 21 Jahre alte Fahrerin blieb unverletzt. Auch der Wagen einer 23-Jährigen wurde beschädigt, sie konnte dem Baum nicht mehr rechtzeitig ausweichen, wie die Polizei mitteilte.
In Edewecht im Landkreis Ammerland traf ein Baum einen Kleintransporter, die drei Insassen blieben unverletzt. In Schneverdingen im Heidekreis erlitt eine 33-Jährige schon am Sonntagmorgen leichte Verletzungen – ihr Wagen war bei einer Windböe von der Straße abgekommen, in einen Graben gefahren und mit einem Baum kollidiert. Dennoch schrieb die Feuerwehr des Landkreises Aurich noch in der Nacht: "Victoria zeigt sich gnädig gegenüber Feuerwehren."

Darum fegt gerade ein Tief nach dem nächsten über Bremen

Video vom 16. Februar 2020
Spaziergänger an der Hafenpromenade in Bremerhaven während des Sturms Victoria

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 16. Februar 2020, 19:30 Uhr