Hochwasser läuft Richtung Norden ab

Nach den Überschwemmungen in Niedersachsen verlagert sich das Hochwasser allmählich. In ein paar Tagen erreicht es Bremen über die Weser-Zuflüsse wie Werra, Leine, Oker und Aller.

Gibt es Grund zu Sorge?

Karte zeigt die Zuflüsse in die Weser
Wenn es im Harz stark regnet, kommt das Wasser auch Tage später in Bremen an.

Der Bremer Deichschutzbeauftragte Wilfried Döschner gibt Entwarnung. Selbst wenn Hochwasser und Starkregen hier gleichzeitig ankommen, werden die Bremer davon kaum etwas bemerken. Die Wassermassen strömen zwar aus dem Harz in die Weser und gelangen so in die Nordsee, aber der Fluss ist breit genug und hat hier kaum Gefälle. Er rechnet eher damit, dass die Deichvorländer die hohen Pegelstände zu spüren bekommen. Aber große Überschwemmungen wird es nicht geben.

Wie geschützt ist Bremen?

Wilfried Döschner
Wilfried Döschner ist schon seit 25 Jahren für den Schutz der Deiche im Einsatz.

Im Bereich der Weser wie auch der Nebenflüsse Lesum und Ochtum gibt es eine geschlossene Deichlinie. Zuletzt wurden am Weser-Stadion neue Stahlspundwände gebaut. Zudem gibt es Sperrwerke und Wehre, die vor Hochwasser schützen. Bei Starkregen kommen mehrere Pumpen in Schöpfwerken und Sielen zum Einsatz.

Was passiert im Ernstfall?

Weite Teile des Stadtgebietes (85 Prozent) liegen unter dem mittleren Hochwasserstand und sind damit theoretisch hochwasser- und sturmflutgefährdet. Zahlreiche Bereiche der Stadt, wie zum Beispiel der Weseruferpark, Teile des Stadtwerders und die Habenhauser Weserwiese, wurden bereits als Überschwemmungsgebiete ausgeschrieben. Sie dienen also als Ausweich- und Entlastungsflächen für eventuelle Hochwasser.

  • Heike Kirchner

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 27. Juli 2017, 19:30 Uhr
und Hörfunknachrichten von Radio Bremen, 29. Juli 2017, 12 Uhr.