7 Tipps von Bremer Experten, wie man mit Maske richtig spricht

Masken sollen Aerosole stoppen, doch sie dämpfen auch die Stimme. Ein Logopäde und eine Stimmbildnerin erklären, wie man trotz Maske klar und deutlich gehört wird.

Lehrer mit Maske beim Unterricht (Symbolbild)
Beim Vortrag mit Maske hilft es mit dem ganzen Körper zu sprechen. Bild: Imago | Mattias Christ

Die eigene Stimme wirkt unter der Maske anders, meist etwas dumpf und oft kommen nur genuschelte Sätze raus. Gerade mit Maske fällt es manchen Bremern schwer, zu Wort zu kommen oder gar einen längeren Vortrag zu halten. Ein Logopäde und eine Stimmtrainerin erklären, was gegen Nuscheln und Atemnot hilft.

1 Deutlicher sprechen – nur wie?

Normalerweise können Zuhörende viele Informationen von den Lippenbewegungen ablesen. Das fällt nun durch die Maske weg, sagt Logopäde Detlef Buschendorf. Sein Tipp: Noch deutlicher sprechen. Wichtig ist, dass man Zunge und Lippen mehr bewegt. "Die Buchstaben T und S sowie das SCH, das sind die absoluten Favoriten", die eine klare Aussprache fördern. "Diese Buchstaben haben die hellsten Geräuschanteile, wenn ich etwas mehr Energie in diese Buchstaben stecke, dann wird das Sprechen mit Maske nicht so dumpf", so Buschendorf.

2 Richtig atmen unter der Maske

Wer durch die Maske atmet und spricht, der braucht mehr Luft. Stimmbildnerin Maike Heegardt rät: Durch die Nase atmen – trotz Maske. "Damit werden die höheren Frequenzen der eigenen Stimme getriggert und es stärkt das Gefühl für die eigene Stimme", so die Stimmtrainerin. Durch den Mund zu atmen, verleite dazu, dass man zwar tiefer und lauter spricht, aber diese Tonhöhen werden von der Maske nicht so gut durchgelassen.

"Wenn ich durch die Nase atme, verlangsame ich auch automatisch mein Sprechtempo – das erhöht die Aufmerksamkeit des Zuhörers", erklärt Heegardt. Dabei steigen auch das eigenen Ruhegefühl und das Wohlbefinden, da man nicht so leicht in Stress gerate wie bei schnellem und hektischem Sprechen.

3 Pausen fördern die Konzentration

"Mit Maske kann ich auch nicht ohne Punkt und Komma durchsprechen", erklärt Buschendorf: "Ich brauche mehr Pausen." Die Pausen sollen zum Atmen genutzt werden. Wer unsicher ist, wann er atmen kann, sollte sich überlegen, bei jedem Komma zu atmen. "Pausen wirken angenehm", sagt Buschendorf. "Ich konzentriere mich dann auch mehr auf mich und nicht auf die Außensituation", fügt Heegardt hinzu. Der Sprecher wirke dann ruhiger und konzentrierter.

Pausen sind allerdings Gewohnheitssache. Beim vielen Sprechen unter der Maske könne die Stimme schneller ermüden und leicht kratzig wirken.

4 Mit den Augen zum rhetorischen Höhepunkt

Zwar sieht man unter der Maske nicht, ob der Sprecher lächelt oder nicht, doch genau das sei wichtig, sagt Heegardt. Momentan sind Menschen sehr auf die Augen fixiert, weil Mund und Nase bei der mimischen Einordnung wegfallen. Und genau die Augen können rhetorische Höhepunkte unterstützen, so die Gesangstrainerin und bei einer längeren Präsentation helfen. Übertreiben sollte man seine Mimik aber nicht, sich aber bewusst dafür Zeit nehmen.

5 Stimme aufwärmen – wie beim Sport

Detlef Buschendorf empfiehlt seine Stimme vor längeren Ansprachen aufzuwärmen – auch ohne Maske. Dabei hilft es schon, bewusst tief ein- und auszuatmen. Auch ein langgezogenes F beim ausatmen zu formen, also ein "fff...", bereite die Stimme vor.

Vom einfachen langgezogenen F sollte man zum summenden M übergehen. "Da kann man auch alle Vokale dranhängen, also mmmaaa, mmmeee, mmmiii, mmmooo, mmmuuuu", so Buschendorf. Beim M verbleibt der Ton noch im Mund, bei den Vokalen öffnet sich der Resonanzkörper und der Ton kommt. Diese einfachen Übungen macht er auch mit seinen Patienten in der Praxis.

6 Lippen zusammenpressen und den L-Punkt massieren

Für eine deutliche Aussprache unter der Maske empfiehlt Buschendorf auch die Lippen lange und kräftig zusammen zu pressen und etwas zu bewegen. Das fördere die Durchblutung. Um die Zunge zu trainieren, kann man sie vor den Schneidezähnen kreisen lassen, "so als hätte man noch Brötchenkrümel zwischen den Zähnen."

"Man kann auch den L-Punkt mit der Zunge massieren, das ist die Stelle am Zahndamm, wo wir das L und das T mit der Zunge formen", so der geprüfte Atem-, Sprech- und Stimmlehrer. Die Übungen eignen sich immer vor längeren Vorträgen und gerade hinter der Maske sieht das auch keiner.

7 Zur Not: Melden

Das Gesprochene wirkt hinter der Maske dumpfer und leiser. Manche fühlen sich dabei abgeschotteter oder abgetrennt von den anderen. Diese "psychische Komponente beim Sprechen" kann man umgehen, wenn man lauter spricht und mehr Mimik einsetzt. Hilft das alles nichts, kann man sich eben auch mal melden um dann das Wort zu ergreifen, so Buschendorf.

Wie halten die Bremerinnen und Bremer es mit der Maskenhygiene?

Video vom 25. Oktober 2020
Die Innenseite einer Mund-Nasen-Bedeckung mit Make-Up Flecken.
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Marike Deitschun Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 13. November 2020, 23:30 Uhr