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All über All: Wo die Raumfahrt auf Bremer Know-how setzt

In Sevilla berät der Ministerrat der europäischen Raumfahrtbehörde ESA über eine Mondmission. Bremen könnte davon profitieren. Schon jetzt prägt die Raumfahrt die hiesige Industrie.

Eine Aufnahme der Erde aus dem Weltall.
Bild: Importer

Das Treffen der europäischen Raumfahrtbehörde ESA, das ab Mittwoch im spanischen Sevilla beginnt, könnte den Countdown für eine europäische Mondmission einleiten. Der Startschuss für eine Roboter-Mission zum Erdtrabanten könnte bereits 2022 fallen. Vor allem eine Region könnte davon profitieren: Bremen.

Denn die "City of Space" gilt inzwischen als einer der bedeutendsten Luft- und Raumfahrtstandorte Europas. Im Bremer Cluster Aviaspace haben sich mehr als 140 Unternehmen und 20 Forschungseinrichtungen verknüpft. Sie beschäftigen an der Weser rund 12.000 Mitarbeiter und setzen pro Jahr vier Milliarden Euro um.

Bremens große Raumfahrt-Arbeitgeber (zum Klicken)

Bremens größte Raumfahrtarbeitgeber Quellen: Unternehmensangaben, eigene Reche r chen Stand: 2019 OHB rund 1.100 Mitarbeiter Ende 2018 beschäftigte OHB an allen Konzern- standorten 2769 Mitarbeiter, davon 2205 in Deutschland. AIRBUS SPACE SYSTEMS rund 600 Mitarbeiter Airbus Space Systems ist Teil der Konzernsparte Airbus Defence und Space, für die gut 1.100 Menschen am Bremer Standort arbeiten. ARIANE GROUP rund 550 Mitarbeiter Die ArianeGroup ist ein Gemeinschafts- unternehmen von Airbus und dem französischen Luftfahrt- konzern Safran. INSTITUT FÜR RAUMFAHRTSYSTEME gut 150 Mitarbeiter 2007 gegründet, ist diese Einrichtung eines von 16 Instituten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). ZARM rund 135 Mitarbeiter Das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) betreibt den Bremer Fallturm.

Zu den größten Arbeitgebern gehören der Satellitenfertiger OHB, der Raketenbauer Ariane und die Airbus-Konzernsparte Defense and Space. Allein in der Raumfahrt gibt es im Raum Bremen mehr als 2.000 Beschäftigte. Darunter auch bei mehr als 20 Zulieferer, die an großen Projekten wie Orion, Galileo und Ariane beteiligt sind.

Start neuer Galileo-Satelliten 2021 geplant

So werden die amerikanischen Pläne für eine Mondlandung im Jahr 2022 maßgeblich in Bremen verwirklicht. Anfang November hat die Airbus-Sparte Airbus Defence and Space das erste Europäische Servicemodul (ESM) für das Nasa-Raumschiff Orion ausgeliefert. Das Bremer Modul reguliert Antrieb, Energie und Temperatur des Raumschiffs. Und es versorgt Astronauten mit Wasser und Sauerstoff. Die geplante Mondmission gilt als Zwischenschritt zu künftigen Marsreisen.

Auch die Galileo-Satelliten, die seit vielen Jahren beim 1981 gegründeten Unternehmen OHB entwickelt und gefertigt werden, gehören zu den Schlüsselprojekten aus Bremen. 2021 sollen die nächsten vier von insgesamt 34 Satelliten in eine Erdumlaufbahn geschossen werden. Das Galileo-Navigationssystem gilt als europäische Alternative zum GPS der US-Amerikaner.

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Ins All transportiert werden die Satelliten von einer Ariane-Rakete. Für deren jüngste Generation hat die Bremer ArianeGroup erst im Oktober ein neues Produktionswerk in Betrieb genommen. Wie schon bei der Vorgängerrakete Ariane 5 wird in Bremen für die Ariane 6 die Oberstufe gefertigt. Darüber hinaus wird die neue Rakete in Bremen mit Treibstofftanks ausgerüstet.

An Entwicklung und Bau der Rakete beteiligt sind auch regionale Forschungsinstitute wie das DLR und mittelständische Zulieferer wie E.I.S. Electronics aus Bremerhaven, Aljo aus Berne, Feintech aus Lilienthal und Geradts aus Bremen.

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Autor

  • Kristian Klooß

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 27. November 2019, 19:30 Uhr