Konkrete Ursache für Pottwal-Strandungen bleibt unklar

  • 30 Pottwale waren Anfang 2016 unter anderem vor Niedersachsen gestrandet
  • Laut einer neuen Studie gab es viele Ursachen
  • Die Tiere fanden in der relativ seichten Nordsee offenbar nicht genug Futter
usflügler stehen im Januar 2016 am Strand der Insel Wangerooge neben einem angeschwemmten toten Pottwal (Archivbild)
Im Januar 2016 strandete dieser Pottwal an der Küste der Insel Wangerooge. Bild: DPA | Peter Kuchenbuch-Hanken

Die bislang größte Strandung von Pottwalen an der südlichen Nordseeküste Anfang 2016 hat einer Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover zufolge keine einzelnen, sondern viele Ursachen gehabt. Es sei sehr wahrscheinlich, dass eine Kombination großräumiger Umweltfaktoren dafür verantwortlich war, dass die Tiere in die Nordsee gelangten, sagte Abbo van Neer vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Hochschule. Fest stehe aber, dass die relativ seichte Nordsee für die eigentlich in sehr viel tieferem Wasser lebenden Tiere zur tödlichen Falle wurde. Sie konnten nicht mehr richtig navigieren und fanden nicht ausreichend Nahrung, heißt es in der Studie.

Für die Studie untersuchte ein 40-köpfiges Team 27 an der Küste von Schleswig-Holstein und Niedersachsen gestrandete Pottwale. Bei den Tieren handelte es sich um noch junge Männchen im Alter zwischen 10 und 16 Jahren. Aufgrund des Mageninhaltes konnten die Forscher ermitteln, dass sie seit der letzten Nahrungsaufnahme wahrscheinlich 1.300 Kilometer aus norwegischen Gewässern in die Nordsee geschwommen waren. Neben den 13 vor Schleswig-Holstein verendeten Tieren waren damals drei vor Niedersachsen gefunden worden. Weitere Wale starben an den Küsten der Niederlande, Großbritanniens und Frankreichs.

Forscher fanden keine Hinweise auf Krankheiten

Hinweise auf Krankheiten oder Schwächungen, die als Ursache für die Strandungen gelten könnten, fanden die Forscher nicht. Auch von Menschen ausgehende Ursachen – Verwicklungen in Seilen und Netzen oder Schiffskollisionen – schlossen die Experten aus. Das gilt auch für weitere Faktoren wie chemische Verschmutzungen, Plastikmüll in den Mägen der Meeressäuger, marine Erdbeben, schädliche Algenblüten oder Veränderungen der Meeresoberflächentemperatur. Diese seien zwar berücksichtigt, aber als sehr unwahrscheinlich eingeordnet worden.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 9. August 2018, 23:20 Uhr