Warum über Norddeutschland die Ostereier fliegen

In Bremen, Bremerhaven und umzu suchen Kinder am Ostersonntag wieder Ostereier. Mit diesen fünf erstaunlichen Fakten über Eier punkten Sie beim familiären Oster-Brunch.

Bunt gefärbte Eier.
Gewusst? Für rohe Eier gilt der ermäßigte Umsatzsteuersatz von sieben Prozent. Für hartgekochte, bunte Eier 19 Prozent.

1 Norddeutsche Eier-Wettkämpfe

Achtung: Fliegende Eier! Zu Ostern werden Eier nicht nur gesucht – in unserer Region dienen sie anschließend auch als Wurfgeschoss und Wettkampf-Gerät.

Beim ostfriesischen "Eiersmieten" werden Eier in Socken gesteckt und übers Feld geschleudert. Es gewinnt, wessen österliches Ei-Geschoss besonders weit fliegt und den Wurf dabei heile übersteht. Am ostfriesischen "Hicken-Bicken-Sonndäg" stoßen Kinder ihre hartgekochten Eier gegeneinander – möglichst ohne die eigene Schale dabei zu beschädigen.

Besonders im Emsland, aber auch rund um Leer, Aurich und Schortens ist der Brauch verbreitet, zu Ostern Eier den Deich oder die Düne runterkullern zu lassen. Gewonnen hat, wessen Ei als erstes unversehrt unten ankommt. Besonders Glück hat, wessen Ei auf dem Weg noch drei Hopser macht: Früher glaubte man, auch die Sonne mache am Morgen des Ostersonntag drei fröhliche Sprünge.

2 Australische Eiersuche

In Australien gibt es Bilby-Schokoladentiere und keine Osterhasen.
In Australien gibt es mittlerweile Schokoladen-Bilbys – und kaum noch Schoko-Osterhasen. Bild: Imago | HRSchulz

Australische Kinder bekommen selten Besuch vom Osterhasen. Der Osterhase ist Down Under nahezu arbeitslos. Denn Hasen haben seit jeher eine schlechten Ruf in Australien: Mit den europäischen Einwanderern eingeschleppte Kaninchen wurden mangels natürlicher Feinde früh zu einer echten Landplage.

In den sechziger Jahren kam als Osterhasenersatz deshalb der heimische Kaninchennasenbeutler in Mode – der Bilby. Als dessen Population in den 1990er Jahren gefährdet schien, brachten Naturschützer die "Aussie Easter Bilby"-Idee nochmal auf. Mit Erfolg. Selbst Schokoladen-Osterhasen werden inzwischen von Schoko-Bilbys verdrängt.

3 Piepende Eier

Gewusst? Küken verständigen sich untereinander bereits, bevor sie überhaupt geschlüpft sind. Über Pieptöne nehmen sie miteinander Kontakt auf. Forscher haben auch herausgefunden, warum: Sie "verabreden" sich so, wann ein guter Zeitpunkt ist, zeitgleich die Schale zu knacken und zu schlüpfen.

Übrigens: Erst mal geschlüpft, haben Hühner bis zu 20 verschiedene Gackertöne in ihrem Repertoire. Und sie können sich rund 100 Gesichter von Artgenossen merken.

4 Die größten (Oster-) Eier

Ein Straußenei wiegt fast zwei Kilogramm, was in etwa 24 Hühnereiern entspricht. Damit ist es das größte der Welt.

Und Straußeneier spielen zu Ostern durchaus eine Rolle: Sie sind in orthodoxen Kirchen beispielweise beliebte Dekoration. Sie gelten als Symbol dafür, dass ein Priester seine Schäfchen im Blick behalten und beschützen soll. Wie ein Strauß seine Eier. In Polen werden zu Ostern in die Schale der XXL-Eier kunstvoll aufwendige Motive geritzt.

5 Farbige Eier

Gute Nachricht für Färbe-Muffel: Es gibt Hühnerrassen, die von sich aus bunte Eier legen. Mal sind sie dunkelbraun oder braungesprenkelt, mal blau bis hin zu hellrosa.

Und ob von Natur aus hellgrün und türkis: Unabhängig von der Färbung schmecken sie alle wie herkömmliche Hühnereier. Übrigens: Ob ein Huhn braune oder weiße Eier legt, erkennt man an den Ohrläppchen. Sind die bei einer Henne rot, legt sie braune Eier. Sind sie weiß, dann gibt sie weiße Eier.

Wen jetzt noch die philosophische Frage quält: Was war zuerst da – Huhn oder Ei? Das ist inzwischen zweifelsfrei und wissenschaftlich fundiert geklärt: Das Ei war zuerst da!

Forscher haben eindeutig nachweisen können, dass schon Dinosaurier Nester gebaut und Eier gelegt haben. Und das lange bevor das erste Huhn – als Nachfahre des Tyrannosaurus Rex – zur Tierwelt dazugestoßen ist.

Mehr zum Thema:

  • Eva Linke

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Bremen Zwei, 21. April 2019, 13:40 Uhr