Diese 6 Menschen aus Bremen und umzu bekamen den Nobelpreis

Deutscher erhält Physiknobelpreis

Audio vom 5. Oktober 2021
Nobelpreis-Medaille
Bild: Imago | Imagebroker
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Die Journalisten Maria Ressa und Dmitri Muratow erhalten den Friedensnobelpreis. Auch Menschen aus Bremen und umzu haben den Nobelpreis bereits erhalten.

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an eine Journalistin und einen Journalisten für ihren Kampf für die Meinungsfreiheit. Geehrt werden die Philippinin Maria Ressa und der Russe Dmitri Muratow. Ressa verteidige die Meinungsfreiheit in einem zunehmend autoritärer werdenden Land, sagte die Vorsitzende des Nobelkomitees, Berit Reiss-Andersen. Muratow setzte sich seit vier Jahrzehnten für freie Meinungsäußerung in Russland ein. Die Nobelpreise werden seit 1901 traditionell jedes Jahr am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel, verliehen. Die in den Kategorien Physik, Chemie, Medizin sowie Literatur in Stockholm, der Friedensnobelpreis in Oslo. Er ist der wichtigste internationale Friedenspreis, den unter anderem der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt (SPD), der ehemalige US-Präsident Barack Obama und die gesamte Europäische Union erhalten haben. Aber noch vor ihnen war schon ein Bremer geehrt worden. Hier ist seine und fünf weitere Geschichten, die unsere Region mit der Auszeichnung verbinden.

1 Der Friedenskämpfer aus Bremen

Der gebürtige Bremer Ludwig Quidde erhielt den Friedensnobelpreis im Jahr 1927 – er war Pazifist und Kriegsgegner. Er setzte sich sein ganzes Leben lang für Demokratie, Frieden und internationale Verständigung ein. Sein Abitur machte er am Alten Gymnasium. Er gründete die Deutsche Friedensgesellschaft und war 1899 deutscher Delegationsleiter auf den Weltfriedenskongressen. Den Nobelpreis erhielt er für seinen Einsatz gegen Nationalismus und Militarismus.

Vergessene Bremer: Ludwig Quidde

Video vom 16. August 2014
Dirk Böhling als Ludwig Quidde
Bild: Radio Bremen
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2 Der Biochemiker aus Bremerhaven

Nobelpreisträger Adolf Friedrich Johann Butenandt
Dem Bremerhavener Biochemiker Adolf Butenandt blieb seine Auszeichnung während des Krieges verwehrt. Bild: Imago | Sven Simon

Adolf Butenandt, geboren am 24. März 1903 in Lehe, erhielt am 10. Dezember 1939 den Nobelpreis für Chemie. Damit wurden seine Arbeiten auf dem Gebiet der Steroidhormone anerkannt. Butenandt leistete die Vorarbeit für die Entwicklung der Anti-Baby-Pille und bereitete den Weg für die Herstellung von Cortison. Weil ab 1935 deutsche Preisträger auf Geheiß von Adolf Hitler die Annahme des Nobelpreises ablehnen mussten, konnte Butenandt die Auszeichnung erst 1949 annehmen.

3 Der Literaturnobelpreisträger aus Ostfriesland

Rudolf Eucken
Rudolf Eucken wurde an seinem 70. Geburtstag zum Ehrenbürger der Stadt Jena ernannt. Bild: DPA | AKG-Images

Ein weiterer norddeutscher Nobelpreisträger ist Rudolf Eucken aus Aurich. Der gebürtige Ostfriese erhielt 1908 den Nobelpreis für Literatur. Nach dem Philosophie-Studium arbeitete er als Gymnasial-Lehrer in Husum und Berlin und lehrte später als Professor an der Universität Jena. Die Euckenstraße in der Bremer Neustadt ist nach ihm benannt.

4 Der Nobelpreisträger an der Universität Bremen

Shuji Nakamura
Physik-Nobelpreisträger Shuji Nakamura besitzt die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Bild: DPA | Yoshihisa Tamura/Jiji Press

Shuji Nakamura wurde 1954 in Japan geboren und ist Elektroingenieur und Materialwissenschaftler. Sein Studium absolvierte er an der Universität Tokushima. 1999 verließ er Japan und nahm eine Professur an der University of California in Santa Barbara an. Seit 2004 ist Nakamura außerdem Honorarprofessor an der Universität Bremen. 2014 erhielt er den Nobelpreis für Physik für die Entwicklung der ersten blauen Leuchtdiode (LED).

5 Das Physik-Genie mit norddeutschen Wurzeln

Klaus von Klitzing wurde in Polen geboren und kam 1945 als Flüchtling nach Lutten im Landkreis Vechta, zog später mit seiner Familie nach Oldenburg, später nach Essen (Landkreis Cloppenburg) und Quakenbrück (Landkreis Osnabrück).

Klaus von Klitzing
Klaus von Klitzing ist Inhaber von Ehrendoktortiteln an Universitäten in neun Nationen. Bild: Imago | Teutopress

Den Nobelpreis für Physik erhielt Klaus von Klitzing 1985 für die Entdeckung des Quanten-Hall-Effektes. Seit 2019 gibt es eine neue Definition der Maßeinheiten Kilogramm, Ampere, Kelvin und Mol, die auf seinen Forschungen beruht. Klitzing bekam unter anderem die Ehrendoktorwürde der Universität Oldenburg zugesprochen und ist Namensgeber eines Wissenschaftspreises, der dort jährlich vergeben wird.

6 Ein Nobelpreisträger als Namensgeber

Schild Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.
Die Uni Oldenburg ist nach Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky benannt. Bild: Radio Bremen

Die staatliche Universität in Oldenburg heißt "Carl von Ossietzky Universität". Benannt nach Carl von Ossietzky. Der 1889 in Hamburg geborene Journalist, Schriftsteller und Pazifist bekam rückwirkend für das Jahr 1935 im Jahr 1936 den Friedensnobelpreis zugesprochen. Zwei Jahre später starb von Ossietzky in einem Berliner Krankenhaus an den Folgen der Misshandlungen durch die Nationalsozialisten unter anderem im Konzentrationslager Esterwegen (Landkreis Emsland). Zuvor war er wegen seiner publizistischen Tätigkeit in Haft genommen worden. Die Stadt Oldenburg verleiht in seinem Gedenken seit 1984 alle zwei Jahre den Carl-von-Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik.

Autorin

  • Annelie Sturhann

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 05. Oktober 2021, 13:00 Uhr