Warum Silvester in Bremen plötzlich eine dicke Nebelwand aufzog

Erst war der Blick auf das Feuerwerk noch klar, im nächsten Augenblick lag eine trübe Nebel-Suppe über der Neujahrsnacht – schuld daran waren auch Raketen und Böller.

Feuerwerksraketen explodieren in der Silvesternacht am Himmel zwischen Rauch und Nebel. (Archivbild)
Auf einmal war kaum mehr was zu sehen: In der Silvesternacht lag eine dichte Nebelwand über Bremen und umzu. (Archivbild) Bild: DPA | Matthias Balk

Mitternacht an Silvester: In Bremen und umzu lassen die Menschen Sektkorken knallen, stoßen an und wünschen sich ein frohes neues Jahr. Raketen werden gezündet, Wunderkerzen verteilt und Batterien schießen ihre Feuerwerkskörper in den Nachthimmel. Rauch steigt auf. Kurze Zeit später: Dichter Nebel hängt über den Straßen, die Sichtweite beträgt im Nordwesten zum Teil nur fünf Meter. Sind die Böller Schuld am Nebel?

Oliver Klein von der Meteogroup erklärt den Nebel so: "Da sind zwei Faktoren zusammengekommen in der Neujahrsnacht. Zum einen gab es eh wenig Wind und die bodennahe Luft war sehr feucht. In so einem Fall legt sich der Nebel sowieso wie eine Glocke über Mulden und Täler. Zusätzlich zu dieser natürlichen Ursache gab es noch das Feuerwerk."

Die Feuerwerkskörper setzen Feinstaub frei, wenn sie explodieren. In Bremen war die Feinstaubbelastung Neujahr zehnmal höher als an anderen Tagen. Dieser Feinstaub besteht aus kleinen Teilchen, die in der Luft fliegen, erklärt Klein. "Da heften sich die Wassertröpfchen vom Nebel dran", sagt er. So werde aus der Luftverschmutzung und den Wassertropfen quasi ein engmaschiges Gitter – und plötzlich hänge der Nebel wie eine undurchdringliche weiße Wand in der Luft.

Nebel in der Neujahrnacht hatte massive Folgen

Da überall geknallt werde, habe sich der dichte Nebel auch sehr großflächig halten können, sagt Klein. Dazu komme, dass es in Bremen und im Nordwesten sowieso häufig Nebel gebe. Der Grund: In dieser Region gibt es kaum Erhöhungen an der sich die Luft auch wieder erwärmen kann. Vor allem im Winter komme es dann oft zum Nebel, der sich auch länger halte, da der Sonne die Kraft fehle, den Nebel "wegzubrennen".

In diesem Jahr hatte der Nebel in der Neujahrsnacht zum Teil massive Folgen, denn es gab sehr viele Unfälle, da die Menschen nicht den schlechten Sichtverhältnissen angepasst fuhren. Bei einer Massenkarambolage auf der A1 kamen zwei Menschen ums Leben, zwölf weitere wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt. Glatteis entstand durch den Nebel jedoch nicht. Zwar könne das passieren, wenn es kurzfristig unter Null Grad Celsius abkühle. Denn der Nebel könnte dann auf der Straße gefrieren, so Klein. Falls es jedoch über null Grad Celsius bleibe, würde es eher nicht glatt werden.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 1. Januar 2020, 7 Uhr