Rekord-Riesen: Das sind die ältesten Bäume in Bremen und umzu

Die dicke Linde von Heede: der erste Nationalerbe-Baum Deutschlands

1000-jährige Linde im Emsland
Die 1000-jährige Linde im Emsland ist so groß ist, dass sie auf kein Foto passt; ein beeindruckendes Naturdenkmal! Bild: Emsland Touristik
Bild: Emsland Touristik

Im äußersten Nordwesten Niedersachsens steht einer der ältesten Bäume Europas. Sein Alter wird auf 1.000 Jahre geschätzt – die Linde von Heede im Emsland ist der erste Nationalerbe-Baum Deutschlands.

Bremens ältester Baum ist vermutlich die Friedhofs-Linde an der Horner Kirche. Das geschätzte Alter liegt zwischen 600 und 900 Jahren. Damit gab es sie vermutlich schon zu Zeiten der Staufer, Dschingis Khans und als Bremen der Hanse beitrat. Sie gehört zu den Rekordbäumen (Champion Trees) in Deutschland, die in einer Datenbank der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft seit Sommer 2009 dokumentiert werden.

Und ist verglichen zur Friederikeneiche im Hasbruch westlich von Delmenhorst oder der "Dicken Linde" im Emsland geradezu ein junger Hüpfer. Die gehören zu den 1.000-jährigen Bäumen und damit zu den ältesten Bäumen Europas.

Die Friederikeneiche trägt den Titel der "Königin des Hasbruch" und ist mit ihren 1.200 Jahren die zweitälteste Eiche Deutschlands. Die emsländische Linde in Heede ragt 35 Meter in den Himmel und soll mit ihrem beachtlichen Stammumfang von mehr als 18 Metern die dickste Linde Europas sein.

Ein Baum und seine Geschichte

Hermann Bölscher fühlt sich mit der 1.000-jährigen Linde tief verbunden: Er hat über sein Heimatdorf geforscht und die Geschichte der Linde in Archiven nachverfolgt. "Es ist die älteste Linde in Europa. Ich kann es nachweisen. Ich habe auch ein Buch geschrieben über Heede." 1467 sei der Baum auch urkundlich erwähnt worden.

Der Baum gehört zu uns. Und wenn es ihm schlecht geht, geht es uns auch schlecht.

Antonius Pohlmann, Heedes Bürgermeister

Als die Linde noch ein junger Baum war, war gerade der Übergang vom Frühmittelalter zum Hochmittelalter und das Emsland war Stammesgebiet der Sachsen.

Die Linde ist ein Rekordbaum: 2014 wurde sie zu Deutschlands größtem Baum gekürt, vor zwei Jahren zum ersten Nationalerbe-Baum Deutschlands ernannt. Dieser Titel beinhaltet, dass die Linde besonders geschützt und gepflegt wird.

Im vergangenen Jahr haben Fachleute die Äste gestutzt, um den alten Baum noch lange zu erhalten. Das wünscht sich auch Heedes Bürgermeister Antonius Pohlmann, "weil er Teil unserer Tradition und Teil unseres Ortes ist. Damit sind wir aufgewachsen. Er gehört zu uns – und wenn es ihm schlecht geht, geht es uns auch schlecht."

Treffpunkt und Wahrzeichen

Die Linde gehört zum Dorfwappen und ist ein Wahrzeichen für den Ort. Viele Heeder Lebensgeschichten haben mit dem Baum zu tun. Unter den Blättern findet in Heede das Schützenfest statt, im Schatten der knorrigen Äste hat sich so manches Paar gefunden. Die Linde ist der Ort für Hochzeitsfotos und auch im Alltag ein Treffpunkt für die Heeder: "Wir gehen oft hin, abends mal einfach ein Gläschen Wein trinken und unter der Linde sitzen. Ist ja ein schönes Plätzchen."

Und das kann die Linde noch jahrhundertelang bleiben – davon geht die Dendrologische Gesellschaft aus. Sie hat nach der Heeder Linde noch weitere acht Nationalerbe-Bäume ernannt. Die Linde ist bislang der einzige in Niedersachsen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Vormittag, 13. September 2021, 10:40 Uhr