Alte Munition in der Nordsee: Experten untersuchen Gefahren

  • Forscher untersuchen ökologische Folgen der Verklappung von Kampfmitteln
  • Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven koordiniert das Projekt
  • 1,3 Millionen Tonnen Munition liegen in der deutschen Nordsee
Ein Wrack eines Schiffes im Meeresgrund.

Über 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs untersucht ein internationales Wissenschaftlerteam erstmals die ökologischen Folgen der Verklappung von Kampfmitteln. Das von der EU geförderte Projekt "North Sea Wrecks" wird vom deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven koordiniert. Die Experten aus Deutschland, den Niederlanden, Dänemark und Norwegen haben vier Jahre Zeit, mögliche Gefahren für Menschen und Meeresbewohner zu untersuchen.

TNT könnte in Nahrungskreislauf gelangen

Am Freitag stellen die Wissenschaftler ihr Vorhaben der Öffentlichkeit vor. Beteiligt ist auch das Alfred-Wegener-Institut aus Bremerhaven. Nach offiziellen Schätzungen liegen in der deutschen Nordsee rund 1,3 Millionen Tonnen Munition aus Weltkriegszeiten. Beim Bau von Offshore-Windparks und dem Ausbau von Kabeltrassen wurden allein 2017 rund zwei Tonnen Munition entdeckt, darunter Torpedoköpfe, Brandbomben und Sprenggranaten. Alterungsprozesse und Korrosion lassen die Gefahr einer plötzlichen Explosion nach Expertenansicht steigen. Stoffe wie TNT können zudem ins Meer strömen, von Meerestieren aufgenommen werden und so in den Nahrungskreislauf gelangen, wie Studien aus der Ostsee zeigen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 19. Oktober 2018, 23:30 Uhr